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Alt 06.01.2016, 21:03
Spreetech Spreetech ist offline
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Beitrag Vom Einsteiger zum Halsenhetzer: Mein Tagebuch

Hallo Liebe Surfgemeinde,

bisher habe ich Foren nur genutzt, um z.B. Infos zu Produkten nachzulesen.
Im Herbst habe ich mich dann zum ersten Mal hilfesuchend an euch gewended und war sehr positiv von der Resonanz angetan. Vielen Dank nochmal!
Die Tage hatte ich einen sehr netten Nachrichtenaustausch mit einem Forenteilnehmer und habe gemerkt, dass der Erfahrungsaustausch gerade jetzt im Winter spaß macht und hilft, die Durststerecke bis zur nächsten Session zu überwinden. Deshalb habe ich mich entschlossen, einen Thread aufzumachen, um denjenigen die Lust haben, an meiner Entwicklung teil haben zu lassen. Vielleicht kann ich dem ein oder anderen Einsteiger auch damit Mut machen, am Ball zu bleiben oder aber den ein oder anderen Tip von euch erhalten.

Zum Titel muss ich noch sagen, dass ich die Einsteigerphase hinter mir habe.
Wenn ich mich als Halsenhetzer bezeichnen kann wird dieser Thread geschlossen. Bis dahin wird aber bestimmt noch das ein oder andere Sturmtief
vorüberziehen

Angefangen hat alles 1985.
Damals hatte meine Mutter mich bei einer Surfreise der Sportjugend Berlin angemeldet. Zwei fantastische Wochen am Brouwersdamm und ich war mit dem Surfvirus infiziert. Außer einer Essenspause war ich den ganzen Tag auf dem Wasser. Wie ich das Segel solange ohne Trapez halten konnte ist mit heute ein Rätsel, der Surflehrer hatte nach ein paar Tagen ein Einsehen und mir dann eins spendiert.
Das Material war nicht vergleichbar mit dem Heutigen. Ich habe mir immer ein kleines Brett mit 370cm genommen. Segel konnten wir zwischen 5 und 6m2 mit 2 oder 3 Latten auswählen. Der Gabelbaum wurde noch mit Tampen befestigt!
Das Jahr drauf war ich natürlich wieder mit der Sportjugend am Brouwersdamm. Durfte gleich mit mit dem Trapez loslegen, konnte meine Halsenfertigkeiten verbessern und habe es bis zum Wasserstart geschafft.
Wir durften nur mit auflandigem Wind surfen, also meistens auf der Binnenseite.
Auf der Nordseeseite gab es eine Sandbank, die eine kleine Bucht gebildet hat (gibt es die noch?). Ich glaube die letzten beiden Tage kam der Wind dann von der Nordsee mit 6Bft (Schaumkronen), so dass wir in der Sandbankbucht surfen konnten, bei Sonnenschein in Badehose, konstantem Wind und nur leicht kabbeligen Wasser. Damals bin ich mit dem Schiff in Gleitfahrt von einer Halse zur nächsten gejagt. Ein Erlebnis, dass mir bis Heute in plastischer Erinnerung geblieben ist. Ich kann die Augen schließen und bin wieder in dieser Bucht.
Es verging ein Jahr ohne Surfen. Da ich für Sportjugendreisen zu alt war, habe ich mit Ferienjobs für die eigene Surfausrüstung gespart. Verleitet durch tolle Testberichte, Blauäugigkeit und Selbstüberschätzung, habe ich mir ein F2 Bullit mit 110L (denn das ist ja auch der Dunckerbeck bei Slalomrennen gefahren) und ein 7,5m2 Segel angeschafft.
Das war für mich schon ein Semisinker mit mehr Frust als Lust und schon war wieder ein Jahr rum. Nachdem ich mir noch ein gebrauchtes 5,5m2 Gaastra-Segel zugelegt hatte ging es deutlich besser.
Als Student, ohne Geld und Auto, bin ich max. 2x im Jahr aufs Wasser gekommen, ohne Fortschritte zu machen, so dass vor ca. 25Jahren das Zeug dann endgültig im Keller verrottet ist.
Ich war aber immer 100%ig sicher, dass es irgendwann einen Neuanfang geben wird!

Wie sich mein Neuanfang im letzten Jahr gestaltet hat, dann demnächst.
Nur soviel: Hab eine Menge Lehrgeld gezahlt.


max.tow
Andreas
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