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Alt 08.01.2016, 10:33
Spreetech Spreetech ist offline
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Standard Herbst 2015

Hallo Liebe Surfgemeinde,

Mit dem Wiedereinstieg im Sommerurlaub war ich ganz zufrieden. Ich bin immer da angekommen wo ich losgefahren bin und irgendwie auch um die Ecke gekommen.
Irgendwo hatte ich gelesen, Surfen ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht. Also, dachte ich, ein paar Mal auf den Brandenburger Seen üben und ich kann wieder an alte Zeiten anknüpfen
Ihr könnt euch sicher denken, so hat es sich nicht zugetragen.
Die erste Gelegenheit ausnutzend war ich auf dem See. Leider etwas zu spät, der Wind flaute schon ab. Also dümpelte ich hin und her, was anstrengender war, als locker im Trapez zu hängen. Nach jeweils 20 Minuten brauchte ich eine Pause. Das wiederholte sich 3x bis ich an meine körperlichen Grenzen stieß. An dem Tag war ich froh und beruhigt, dass es die DLRG gibt. Die hatten mich auch ständig mit dem Fernglas unter Beobachtung, die kennen ihre Pappenheimer
Obwohl ich sicherer wurde, die Steh-Halsenquote stieg und ich auch körperlich dadurch immer länger durchhielt, wurde mir nach ca. 3 weiteren Sessions ohne wirkliche Gleitphase bewusst, dass ich mit meinem Material in der Sackgasse war. Andere Surfer waren schließlich regelmäßig im Gleiten.
Ich hatte mich dann über Leichtwindmaterial informiert und auf Dailydose die Kleinanzeigen beobachtet. Eine 50cm-PB-Finne in G10 (40€) für die Viper (serienmäßig 40cm) war schnell gefunden. Mit ihr wollte ich ausprobieren, welche Auswirkungen der stärkere Lift hat. Klar, Höhelaufen ging deutlich besser, die Lösung war das aber nicht.
Es ging schon auf Oktober zu, als sich mir dann die Gelegenheit bot, einen iSonic mit 155L für 600€ und ein Warp9.0LW für 400€ zu kaufen. Eine längere Gabel (120€) musste ich mir auch noch besorgen, einen alten Mast hatte ich. Ich habe mich damit schon über den See rutschen sehen, denn der iSonic mit 100cm Breite (54cm-Finne) und das Warp in Leichtwind-Version sollten doch die perfekte Leichtwind-Kombi sein.
Das Segel wurde etwas später geliefert, also bin den iSonic erstmal mit einem alten 7,5er Segel gefahren. Der Wind war nicht so doll, so dass Gleiten nicht möglich war. Bei diesen Bedingungen fühlte sich das Board sehr gut an, total kippstabil und in der Halse viel wendiger als die Viper.
Dann endlich war das Warp da und auch Wind kündigte sich an. Hatte mir vorher noch angesehen, wie man das Warp aufbaut, sollte also kein Problem werden, wenn man den passenden Mast hat! Eine Stunde habe ich gekämpft bis die Camber so einigermaßen am Mast anlagen. Rotiert haben die nicht wirklich. Auf dem Wasser musste ich ein Camber immer mit dem Fuß switchen. Habe das Segel seitdem nicht wieder benutzt, gestern ist aber der passende Mast (280€) gekommen.
So ab Mitte Oktober drehte der Wind von Süd auf West. Einen geeigneten Spot dazu gibt es auch ganz in der Nähe, sogar mit kleinem Stehbereich. Dort war es wenigstens am Einstieg einfach wieder auf das Board zu kommen.
Es war ja nun schon Herbst und der Wind blies auch mal kräftiger. Das hat hin und wieder für kurze aufregende Gleitphasen aber auch für neue Probleme gesorgt. Im Gleiten hat das Board gemacht was es wollte, an Kontrolle war nicht zu denken. Ratlosigkeit und Frust machte sich breit, so dass ich mich hilfesuchend an dieses Forum gewendet habe. Fazit war, rein in die Schlaufen und mal eine kleinere Finne probieren. Habe dann für das iSonic noch eine 44cm-Finne besorgt und es geschafft, wenigstens mit einem Fuß und die Schlaufen zu schlüpfen. Das ging dann auch deutlich besser, richtige Kontrolle sieht aber anders aus.
War der Wind zu schwach, kam ich nicht ins Gleiten, bei ausreichend Wind hatte ich Kontrollprobleme. Richtig zufriedenstellend war keine der beiden Situationen.
Schnelle Verbesserung konnte ich aber bei Leichtwindbedingungen schaffen, indem ich mir ein größeres Segel zulege. Zu dem Zeitpunkt war mir klar, dass das Warp ein Fehlkauf war, ein passender Mast sehr teuer ist und ich meine Segelpalette sowieso komplett erneuern muss. Also habe ich recherchiert, mich auf GUN-Sails (Preis-Leistung) festgelegt und auch gleich ein Sunray8.0 mit passendem Mast beschaffen können. Mit „FRED“ kann auch ich das richtig trimmen.
Mit dem Wetter hatten wir ja Glück im letzten Jahr, man konnte theoretisch bis Weihnachten noch bei bis zu 10° surfen gehen. Meine letzten Surftage hatte bei sehr guten Windbedingungen. Ich weiß nicht genau ob es das Segel, der etwas konstantere Wind oder verbesserte Fähigkeiten waren, die mir zu einem wichtigen Aha-Erlebnis verhalfen. Ich war mit iSonic/Sunray bei leichtem Vorwindkurs im Gleiten. Den hinteren Fuß habe ich dabei leicht in die Schlaufen bekommen, der vordere Fuß stand dann immer mittig vor der vorderen Schlaufe mit den bekannten Kontrollproblemen. Als ich den vorderen Fuß dann mal mehr auf die Kante gesetzt habe, stabilisierte sich das Board. So hätte ich entspannt über den ganzen See heizen können. Leider war das die letzte Böe, die mich letztes Jahr über die Gleitschwelle getragen hat. Danach schlief der Wind ein und eine Erkältung hinderte mich weitere gute Surftage zu nutzen.
Nun blicke ich auf ein teures Surfjahr mit vielen Höhen und Tiefen zurück und schaue, nach den letzten Erlebnissen, sehr optimistisch nach vorn. Ich plane Kurztrips zum Salzhaff und Suhrendorf mit dem Ziel, sicher in den Schlaufen gleiten zu können. Das wird wieder nicht ganz ohne weitere Ausgaben möglich sein. Zumindest ein Segel mit ca. 7m2 und vielleicht noch eine Freerider/Freeracer mit ca. 130L für stärkeren Wind müssen wohl noch angeschafft werden.
Meine Segelrange erweitere ich gerade kostenlos nach oben. Seit einer Woche verzichte ich auf Süßkram und versuche auch etwas bewusster und weniger zu essen. Fast 1kg ist schon weg. Bei 105kg Kampfgewicht ist noch Luft nach unten. 10kg sollten es schon werden. Habe gelesen, das entspricht etwa 1m2 Segelfläche.

Fazit für Einsteiger: Als Anfänger ist es schwierig, mögliche Fehlerquellen zu beurteilen. Erst mit steigendem Können ist man in der Lage, auf spezielle Trimmfehler zu schließen. Umso wichtiger ist es, nicht als Einzelkämpfer unterwegs zu sein.
Setzt euch nicht zu hohe Zwischenziele, ich halte mich nicht für komplett untalentiert und komme mit jedem Mal auf dem Wasser nur einen kleinen Schritt voran.

Es wird wohl bis März werden bis man wieder auf das Wasser kann.
Ich mache dann weiter mit meinen Erfahrungsberichten.


Gruß
Andreas
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