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  #1  
Alt 25.02.2009, 22:59
Benutzerbild von Crazy Horst
Crazy Horst Crazy Horst ist offline
Schönwettersurfer
 
Registriert seit: 20.02.2004
Ort: wo mein TÜT mich hinfährt
Beiträge: 961
Standard Windstatistiken - immer wieder ärgerlich.

Bitte jetzt keine Churchillzitate das Thema ist ernst.

Also ich weiß nicht wie es Euch geht, ich bin ein furioser Windstatistikenleser und -auswendiglerner. Gehört für mich zur Basisvorbereitung der Urlaubsplanung.
Natürlich ist auf das Wetter an sich immer weniger Verlass, aber um so gesicherter sollte m.E. die Datenbasis sein. Und das ist sie nicht. Es gibt folgende Probleme:

-Verschiedene Werte von verschiedenen Quellen
-Unklarheit in der Datenbasis
-Unklarheit in Bezug auf die konkrete Interpretation der STatistiken
-Ungenauigkeit in der Darstellung
-mangelnde Aussagekraft aufgrund des Bezugswerts von 4 Bft.

Das Hauptproblem bei Windstatistiken: man bekommt von 5 Statistiken 6 verschiedene Werte. Macht Euch mal den Spass und vergleicht für ein gut erschlossenes Revier wie Alacati die Statistiken der einschlägigen Reiseveranstalter - da kommen schon 5 verschiedene Werte raus, Windsurfing Guide Europe und surfmag haben dann nochmal unterschiedliche Größen. Im Extremfall variieren die Größen um bis zu 20 %, auf den Monat gerechnet sind dies immerhin 6 Tage.

Damit zusammen hängt, dass man meist gar nicht darüber informiert wird, auf welcher Datengrundlage die Aussagen getroffen werden
(>wie viele Jahre wurden herangezogen,
>Messungen nur bei Tag oder auch bei Nacht
>wie lange am Stück muss es blasen, damit gezählt wird
>beziehen sich die Angaben auf die Zahl der Tage oder auf die Zeit insgesamt, d.h. also an 50 % der Tage oder an 50 % der Gesamtzeit hat es mit 4 Bft + geblasen?)
>wer hat wo gemessen
>etc. etc.)
- auch bei den Statistiken in der Surf ist dies oft leider nicht angegeben.

Das Problem stellt sich weniger an Urlaubsspots, die ich mit dem eigenen Auto ansteuere, da bin ich örtlich und materialtechnisch variabler.
In Nordeuropa kann ich mit einer Windwahrscheinlichkeit von 50 % ganz gut leben, weil ich davon ausgehen kann, dass sich die Tiefdruckgebiete schon einigermaßen gerecht über die 15 bis 20 Tage verteilen werden.
In Thermikrevieren mag vielleicht auch genügen, verläßlich zu 30 % der Gesamtzeit Wind zu haben, wenn ich weiß, dass sich zwischen 12 und 18 Uhr 5-6 Bft einstellen.

Schwierig wird es bei großflächigeren, voraussetzungsreichen Windsystemen und wenn ich mich für teuer Geld in den Flieger setze.
Da kann es dann sein, dass ich in meinem zweiwöchigen Urlaub von den statistischen 10 Flautentagen im Oktober alle zwölf abbekomme.
Und irgendwo festsitze wo außer Surfen und Sonnenbaden nicht viel geht.

Dazu kommt, dass ich persönlich auch nicht in den Flieger steige, um dann bei 12 Knoten rumzueiern. Eigentlich hoffe ich da schon eher auf gute 5 Beaufort - denn weil Fliegen teuer genug ist, spart man sich ja den Surfpool und nimmt sein Waveboard mit - wer fliegt schon mit einem Frider in den Urlaub??
Aber lesen tu ich in den Statistiken meist nur Werte über 4 Bft. Als ob das schon toll wäre!
Die zusätzliche Angabe von Starkwind ab 6 lese ich äußerst selten. Für Anfänger und Intermediates wäre es ja auch schön zu erfahren, wann sie mit zu viel Wind rechnen müssen.

Ganz besonders blöd finde ich die Marotte der Surfreiseveranstalter, nur die Werte der letzten 3 Jahre heranzuziehen. Was sagt denn das bei den heutigen Wetterkapriolen schon aus? Als Zusatzinfo ist das sicherlich ein gutes Korrektiv, die langjährigen Mittelwerte nicht absolut zu nehmen, aber als einzige Aussage ist das in etwa so wertvoll wie der oft gehörte Spruch wenn man am REvier aufschlägt, dass die letzten 2 Wochen ununterbrochen Wind gewesen sei.
Beleg: Wenn man vergleicht, welche WErte in Teneriffa Klaus Gahmig seit 1987 zusammengetragen hat und was die 3-Jahres Statistik von D'light zeigt, kommt man für manche Monate zu völlig konträren Aussagen bzgl der Windsicherheit.


Also mein Vorschlag wäre, das Surfmagazin vereinbart mit den Surfreiseveranstaltern und Meßstationen folgenden statistischen Ehrenkodex:
-Wind wird an einem festinstallierten Meßgerät in 2 Meter Höhe an der Wasserlinie am Strand gemessen (von mir aus auch an einer Boje 600 Meter draußen)
-Wind darf nur zwischen 10 und 18 Uhr gewertet werden
-Die Prozentangaben beziehen sich auf die Zahl der Tage
-Als Tag wird gewertet, wenn es mindestens 3 Stunden am Stück bläst (Variante: es gibt eine Skala mit 2 und eine mit 4 Stunden)
-Statistiken zeigen folgende Werte an: jeweils Zahl/Prozentwert der Tage mit 9-15 Knoten, mit 16 - 25 Knoten und mit 25 + Knoten.
-Es fließen so viele Daten wie möglich in die Statistik ein, mindestens 5 Jahre am Stück.
-Statistiken geben Aufschluss über die Art ihres Zustandekommens.
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  #2  
Alt 25.02.2009, 23:12
eltor eltor ist offline
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scheint ne gute idee zu sein ...sicherlich nicht ganz einfach umzusetzen aber der versuch ist schon mal ein guter anfang ;-)
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  #3  
Alt 26.02.2009, 11:11
Benutzerbild von aurum
aurum aurum ist offline
linksrumduckjiber
 
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ernsthaft: wie soll der "Böenfaktor" dabei prozentual bei den Zeiteinheiten berücksichtigt werden?
wieviel Sekunden "Loch" mit wieviel %unter Grundwind sind "erlaubt" und gelten noch als 4B oder 6B für die Waver?
was der eine Surfer als durchgleitbar und ok empfindet, weil anständig besegelt, findet der nächste übel böig/ unwürdig und ungleitbar
__________________
Gruß , Tilo
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  #4  
Alt 09.03.2009, 13:14
Benutzerbild von Hypnokröte
Hypnokröte Hypnokröte ist offline
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Registriert seit: 02.02.2008
Ort: Rostock
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Interessanter Einwand das mit den korrosionsresistenten Wasserventilen. Man man man, wir gehen doch auch nicht das Wasserventilforum mit Surfkram vollspammen...
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  #5  
Alt 09.03.2009, 16:48
Benutzerbild von BoardStar
BoardStar BoardStar ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 06.06.2006
Beiträge: 182
Pfeil sch*** auf Statistik

Was nützt eine Super-Messmethode, wenn man doch die statistischen Flautentage erwischt?

Ich fahr einfach wohin, wo ichs auch bei Flaute gut aushalten kann.
Surf-Stress ist nicht mein Ding...

Locker hängen!
Stefan

PS: Auch schon oft auf Teneriffa erlebt: Mieser Windgraph-Tagesbericht und ich hatte die ganze Zeit Hack aufm Wasser!
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  #6  
Alt 09.03.2009, 17:07
Benutzerbild von barcode
barcode barcode ist offline
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Registriert seit: 08.05.2008
Beiträge: 926
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Hauptsache es ballert auf dem Wasser.
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  #7  
Alt 09.03.2009, 21:01
Benutzerbild von Pipilotta
Pipilotta Pipilotta ist offline
Wellenzwerg ;-)
 
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Beiträge: 148
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Ich kann mich BoardStar nur anschließen!
Statistiken helfen vielleicht für einen ersten Eindruck, werden aber meiner Meinung nach inzwischen viel zu überbewertet. Gerade WEIL die Windsysteme seit einiger Zeit nicht mehr sehr zuverlässig sind, ist es doch völlig egal, was die Statistik sagt. Es kann alles passieren, mehr oder weniger Wind geben, aus anderer Richtung als "normal"...
Trotz guter Statistiken konnte ich in Jeri (6 Wochen) und in Marokko (2,5 Monate) die guten Tage an 10 Fingern abzählen...
Natürlich wäre es schön, wenn man einheitliche und verlässliche Statistiken hätte. Aber je länger sie zurückreichen, umso eher werden die natürlichen Schwankungen "begradigt". Abgesehen davon wird sich der Wind nie an Statistiken halten, dafür wird er von zu vielen Faktoren beeinflusst...

Also wie früher auch, hinfahren, sich freuen, wenn Wind da ist und ansonsten anders Spaß haben!
Zum Glück gibts keine Garantie für Naturphänomene, wo kämen wir denn da hin

Lotta
__________________
without water i am nothing
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  #8  
Alt 09.03.2009, 21:40
Benutzerbild von BoardStar
BoardStar BoardStar ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 06.06.2006
Beiträge: 182
Standard

ja guckste mal lotti, so is das...

Ich war im Januar (STATISTISCH der schlechteste Windmonat) für gerade mal zwei Wochen auf Teneriffa und hatte meine (mind.) 10 Windtage mit teilweise perfekten Bedingungen.

Der Teufel ist ein Eichhörnchen!

Hoffe Deine Urlaube waren trotzdem schön?
Gruß,
Stefan
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  #9  
Alt 09.03.2009, 22:13
peuser peuser ist offline
smartin
 
Registriert seit: 01.06.2006
Beiträge: 18
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Außerdem ists eben immer mit statistiken so dass ausnahmen immer vorhanden sind... in leucate kannst du um ostern rum jeden tag wind haben kannst aber auch mal 4 wochen am stück nichts haben... (wäre das wetter so berechenbar wäre der windsurfsport möglicherweise auch presenter in den medien)
Aber interessant fänd ich ja mal en statistiken test... dass irgendein surf magazin die statistiken von verschiedenen anbietern überprüft und vergleicht ...
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  #10  
Alt 09.03.2009, 23:56
Benutzerbild von goforward
goforward goforward ist offline
seltener(surfender)Nutzer
 
Registriert seit: 04.11.2005
Ort: Rostock/Teneriffa
Beiträge: 527
goforward eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard

Zitat:
Beleg: Wenn man vergleicht, welche WErte in Teneriffa Klaus Gahmig seit 1987 zusammengetragen hat und was die 3-Jahres Statistik von D'light zeigt
Hey, dann kannst Du diese Angaben ja noch mit meinen allwinterlichen Teneriffaberichten in der Daily-Dose gegenchecken! Ab 2002/2003 habe ich monatlich die tatsächlichen Windsurftage in die Reports geschrieben und nix gefaked - alles selbst gesurft und nichts dazugedichtet oder weggelassen!
Der aktuelle Februarreport kommt übrigens jetzt am Donnerstag.
Ansonsten nützen Statistiken für die Urlaubsplanung gar nichts! Unsere statistischen 50% Gleitwind beginnen jeden Tag auf's Neue: Die Chance ist immer wieder fifty/fifty und wenn man täglich eben jene Fifty erwischt, hat man eben Glück oder Pech und wenn man 14 Urlaubstage täglich immer wieder Pech hatte, bedeutet das noch lange nicht, dass es dann 14 Tage durchballern muß, aber das können Leute mit Durchblick in Wahrscheinlichkeitsrechnung und Chaostheorie hier besser erklären...

edit: Alle Reports unter Travel - runterscrollen bis"Spanien / Kanaren / Teneriffa [2001/2002]"
__________________

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Bilder hier!

Geändert von goforward (10.03.2009 um 00:06 Uhr)
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