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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wasserstart üben mit 103l oder mit 145l??


natural62
26.04.2004, 20:35
Moin,
Ich surfe seid gut einem Jahr. Mein erstes Board war ein altes 3,10 m Fanatic Brett, mit 145l. Jetzt hab ich mir bei Ebay ganz billig ein F2 Ride 277cm, 103l gekauft, weil ich gerne mal Schlaufen fahren üben wollte. (beim Fanatic waren die einfach zu weit weg)

103l sind ja bei ca. 60kg nicht gerade viel, und ein Wasserstart wäre ja schon ganz angebracht. Jetzt hab ich eigentlich 2 Möglichkeiten. Entweder ich lerne erstmal mit dem Fanatic weiter bis ich den Wasserstart kann und gehe dann zum F2 über, oder ich nehme gleich das F2. Was glaubt ihr, würde am Meisten bringen??

Danke für die Antworten.

Banana
26.04.2004, 22:01
Hi,

ich hab diese Jahr angefangen und bin in etwa an der selben Stelle wie du.
Gelernt hab ich es mit nem 163lieter ding (sowas wie du auch attest wahrscheinlich), gekauft hab ich mir n Freestylebrett mit 113lietern, wiege aber zischen 90-100kg. :-D Also damit geht auch n Schotstart. Aber ich würde mir auch mal den Wasserstart jetzt beibringen, aber es ist ja KEIN WIND!!
Also ich würds mit dem kleinen Brett machen, da kann man wenn frust kommt nochmal ne runde heizen zwischen durch:-D

Ralfonso
27.04.2004, 02:55
103 L wenighttp://www.motor-forum.nl/forum/images/smilies/confused.gif Ich wiege auch 60Kg und habe als grösstes Brett ein 103L Brett. Ein Schotstart kriegst de damit locker hin. Zum Wasserstart üben: wenn du den Beachstart gut kannst dann versuch den an immer tieferen Stellen bis de dann nur noch mit den zehen den Boden erreichst wenn du dann ein Bein auf dein Brett legst hast du schon keinen Bodenkontact mehr. Wenn das klappt musst du nur noch üben dein Material auch ohne Bodenkontact aus zu richten.

oggelhh
27.04.2004, 10:47
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...Jetzt hab ich eigentlich 2 Möglichkeiten. Entweder ich lerne erstmal mit dem Fanatic weiter bis ich den Wasserstart kann und gehe dann zum F2 über, oder ich nehme gleich das F2. Was glaubt ihr, würde am Meisten bringen??
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ja genau so !!! einfach machen wie grade lust, wenn kein bock mehr auf misslungenden Wasserstart bei "F2" dann mach weiter mit heizen auf "Fanatic"

ansonsten halt dich an den tipp von Ralfonso!!
und halt dich steng an die Theorie bei Wasserstart:rolleyes:

viel glück!

natural62
27.04.2004, 21:29
Alles klar! Vielen Dank für die Tipps. Dann gehts Samstag wohl ab zum surfen. Im Moment sind 4 Windstärken angesagt...
Werde es auf jeden Fall so versuchen, wie Ralfonso es erklärt hat.
Ihr habt mir sehr geholfen.
Hang loose!

Marc
30.04.2004, 15:26
Hi Zusammen

Was gerade Einsteiger vielfach falsch machen: sie wollen "auf das Brett" steigen - genau wie man dies eben mit GROSSEN Brettern anfangs mal macht. Mit 145 Litern ist man allerdings schon nicht mehr ganz auf Badeinsel-Niveau und trampelt auch beim Beach-Start nicht mehr irgendwo auf dem Brett rum.

Vor allem beim Wasserstart muss man versuchen nicht AUF das Brett zu steigen, sondern das Brett eigentlich UNTER sich zu ziehen. Der Unterschied mag auf den ersten Blick gering erscheinen (sieht ähnlich aus), aber sobald der Wind ein wenig nachlässt, wartet man ewig (wenn möglich mit fast gestreckten Beinen) darauf das endlich eine Böe das Segel genug hoch lupft um aufs Brett zu kommen. Und wie man das so kennt: genau wenn nur noch Milimeter fehlen ist die Böe weg - und man liegt wieder im Wasser und macht sich fix und fertig mit dem halten des Mastes.

Und da kommt der Pluspunkt der etwas längeren Bretter. Dort kann man den Gabelbaum hinten aufs Heck legen und gemütlich warten bis man die Windwellen auf sich zufliegen sieht.

Wenn Du mit dem kleineren Brett genug Volumen im Heck hast und dieses nicht gleich auf Tauchstation geht, dann leg den Gabelbaum darauf und zeige mit dem Bug auf Halb- bis leichten Raumkurs. Sobald es losgehen soll, den Bug noch etwas mehr abfallen lassen (mit Druck auf Mastfuss und das Brett mit dem hinteren Fuss gegen Dich ziehen), das Gewicht möglichst nach vorne legen und mit dem hinteren Bein das Brett unter den Hintern ziehen (das vordere geht zum Mastfuss oder gar davor sobald man oben ist). Zugleich das Segel etwas mehr gegen vorne schieben damit es aufrechter wird. Dazu mit der hinteren Hand leicht dichthalten, damit das Segel den Wind auch wirklich auffängt. Man "steigt" also sozusagen neben dem Mast aufs Brett und nicht etwa aufs Heck. Damit einem das Segel nicht aus der Hand gerissen wird oder das Brett gleich anluft (meist belastat man ein wenig die Luvseite), den Mast nie weiter als bis höchstens auf Bretthöhe kommen lassen, wie es auch im Anfängerkurs auf Raumwindkurs geübt wird und mit dem Brett je nach Windstärke ein bisschen bis sehr stark anluven damit das Segel weiter von vorne angesrömt wird und einem nicht über den Bug zieht. So geht ein Wasserstart sogar bei unter 4 Windstärken mit einem 86 Liter Brettchen und einem 6er Segel - auch wenn es nachher nur gedümpel auf Bauchnabelhöhe gibt bei 80 Kilo Lebendgewicht.

Ob also nun das grössere oder kleinere Brett, spielt keine grosse Rolle für den Wasserstart wenn der Gabelbaum hinten Platz hat. Das "Gewackel" bevor die Kiste dann jedoch richtig abzieht ist mit dem grösseren Brett etwas geringer - dafür kann man das kleinere besser unter sich ziehen und ist etwas näher beim Mast was die "Verrenkungen" etwas einschränkt.

Marc

Da ja der Start nur ein Teil des surfens ist, kommt es auch darauf an ob Du einen Schotstart mit dem kleinen problemlos hinbekommst. Wenn Du ausgepowert irgendwo liegen bleibst, ist es hilfreich wenn wenigstens das noch funktioniert. Und Halse und Wende klappen meist mit etwas grösseren Brettern auch wesentlich besser als wenn ein Hauch Volumen "fehlt".

Das "Gefühl" vom aufsteigen lässt sich perfekt üben wenn man eine Hilsperson hat. Man sitzt mit gestreckten Beinen am Boden und einer gibt Dir die Hand und zieht Dich gegen die Füsse hoch. Auch da wirst Du nicht mit gestreckten Beinen warten, sondern erst die Knie möglichst anziehen um eine aufrechtere Position zu bekommen bevor Du richtig aufstehst. Genauso funktioniert das auch beim Wasserstart - als Helfer hast Du dort einfach das Segel und den Gabelbaum statt eines Kollegen und statt mit dem Hintern zu den Füssen und dem darunter liegenden Brett zu gehen, ziehst Du die Knie an und das Brett somit unter Dich, dann brauchst Du nur noch ein bisschen noch oben/vorne aufzustehen.

natural62
03.05.2004, 21:00
Moin!
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Ich war am Samstag surfen. Da die Windprognose für Morgens am besten war sind wir schon um 6.00 Uhr morgens losgefahren. Zum Glück. Denn ab 10.00 waren selbst die 4 Windstärken weg.
Ich habe an diesem Tag das erste Mal das neue Brett ausprobiert, und kam auch gleich klasse mit ihm zurecht. Ein bisschen kippelig, aber das war mir sowieso klar. Ich habe natürlich den guten Wind vom Morgen genutzt um den Wasserstart zu üben. Hat auch total gut geklappt. Hab ihn einmal bauchtiefem und einmal aus brusttiefem Wasser gemacht. Das Brett ist zum Glück so lang, dass ich den Gabelbaum gerade noch auf das Heck legen kann.
Dannach waren ja leider nur noch 2 Windstärken, sodass wir den Rest des Tages in der, zum Glück, scheinenden Sonne gelegen haben.

Natural

@ Marc: Das mit dem Brett "ranziehen" stand auch schon in meinem Surfbuch und klappt total gut.

Also nochmal vielen Dank für die Antworten.
Hang loose

bananaJoe
05.05.2004, 22:15
Hallo,
was haste denn für n Buch übers Surfen?

mfg bananaJoe

senator
28.05.2004, 00:41
bin auch nach dem 1 jahr mit 113litern und 68kg losgezogen. wasserstart ist noch nicht so pralle, aber nachdem ich mir jetzt eine 5liter auftriebsweste geholt habe geht es um einiges leichter. ich habe va viel öfter glück das segel nach einem sturz noch so über wasser halten zu können, das es sofort weitergehen kann.(va nach wende)
ich bekomme es aber aus irgendeinem grund nicht mehr hin das segel so aufs heck zu legen, das es aus dem wasser gedrückt wird.
wenn ich das versuche drückt der wind das segel nach lee und das schothorn taucht tief ein. tritt bei viel wind auf. :confused:

Marc
28.05.2004, 15:09
Hi Senator
Tja, gibts vor allem wenn man grosse Segel fährt (Schothorn so über 1.90). Meist fährt man dann auch eine recht hohe Gabel um das Segel bei viel Wind noch halten zu können - und dann passt bei den modernen Shapes die Distanz zum Heck nicht mehr. Breite statt Länge ist eben auch nicht immer so toll.

Zusätzlich haben ja viele Slalom/Race-Segel eine breite Masttasche und Camber (ich mag das, auch wenn ich im Moment eine Race-Segel mehr habe), was das Gewicht rund um den Mast mit dem ganzen Wasser enorm erhöht und auch schon dazu führen kann das man selbst bei sehr grossen Brettern nicht mal mehr einen Schotstart machen kann.

Abhilfe schaffen da schmaler geschnittene Segel und weniger lange Gabeln. Aber man hat eben das Material was man hat - und dann muss man es über die Technik versuchen. D.h. den Bug leicht (bis stark) gegen den Wind und den Mast nicht weit aus dem Wasser ziehen (nur Top muss raus). Dann das Segel leicht ansrömen lassen und gegen den Wind schwimmen. Mit einer Hand rückwärts paddeln - mit der anderen Hand den Gabelbaum oder die Masttasche hochhalten. Mit extrem viel Wind kann es trotzdem passieren das der Wind VON OBEN ins Segel kommt und Dich drunter begräbt. Dann hilft nur noch abtauchen (wesshalb ich ganz entschieden gegen grosse Schwimmwesten bin!)

Wenn das Segel ganz aus dem Wasser ist (Schothorn muss ganz raus sein) kommt der zweite (schwierigere) Teil. Dann musst du nämlich mit dem Segel in der Luft das Brett auf Anfahrkurs bringen ohne dass es Dir aus der Hand gerissen wird oder das Schothorn wieder ans Wasser kommt. Schwimmen, Segel kontrollieren und das Brett in die richtige Richtung lenken ist nicht ganz so easy (vor allem bei Wellen). Wenn's klappt, dann ruhig beim Brett ein bisschen Kraft sammeln bevor es mit dem Start weiter geht. Das Segel ist, einmal komplett frei und schön angeströmt, kaum mehr fühlbar und "trägt" sich selber (genial bei Campersegeln, manchmal muss man aber die Camber von Hand noch auf die richtige Seite drücken).

Grösstes Problem ist meist, dass man den Mast zu schnell nach oben ziehen will und das Ende der Gabel kleben bleibt weil der Mast direkt quer zur Windrichtung liegt, statt nur vom Mastfussa aus angeströmt zu werden. Da hilft nur schwimmen gegen den Wind bis das Schothorn ganz frei ist (also Brett auf Amwind/Halbwindkurs vorwärts schieben). Vor allem bei Wellen klatschen diese dann immer wieder ans Segel und halten es fest - da hilft nur noch ein Manöversegel mit kurzem Gabelbaum der schneller frei wird - oder mehr üben um schneller zu werden und das Schothorn richtig aus dem Wasser zu reissen. Nur das raushiehen aus dem Wasser muss schnell gehen (bis der Mast frei ist) - von da an erledigt der Wind der Rest. Hektik hilft da nicht weiter - der Wind hält länger durch...

Viel Spass beim Üben.
Marc

übrigens: Brett statt Segel wenden wenn's einen Abgang gegeben hat geht meist viel einfacher. Selbst wenn die Richtung nicht stimmt, kann man immer noch direkt nach dem Start eine Wende/Halse hinlegen - oder direkt Schothorn voraus Starten wenn man ein Manöversegel hat (nett wenn die Halse nicht hinhaut - einfach nicht loslassen).