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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vom Einsteiger zum Halsenhetzer: Mein Tagebuch


Spreetech
06.01.2016, 21:03
Hallo Liebe Surfgemeinde,

bisher habe ich Foren nur genutzt, um z.B. Infos zu Produkten nachzulesen.
Im Herbst habe ich mich dann zum ersten Mal hilfesuchend an euch gewended und war sehr positiv von der Resonanz angetan. Vielen Dank nochmal!
Die Tage hatte ich einen sehr netten Nachrichtenaustausch mit einem Forenteilnehmer und habe gemerkt, dass der Erfahrungsaustausch gerade jetzt im Winter spaß macht und hilft, die Durststerecke bis zur nächsten Session zu überwinden. Deshalb habe ich mich entschlossen, einen Thread aufzumachen, um denjenigen die Lust haben, an meiner Entwicklung teil haben zu lassen. Vielleicht kann ich dem ein oder anderen Einsteiger auch damit Mut machen, am Ball zu bleiben oder aber den ein oder anderen Tip von euch erhalten.

Zum Titel muss ich noch sagen, dass ich die Einsteigerphase hinter mir habe.
Wenn ich mich als Halsenhetzer bezeichnen kann wird dieser Thread geschlossen. Bis dahin wird aber bestimmt noch das ein oder andere Sturmtief
vorüberziehen:)

Angefangen hat alles 1985.
Damals hatte meine Mutter mich bei einer Surfreise der Sportjugend Berlin angemeldet. Zwei fantastische Wochen am Brouwersdamm und ich war mit dem Surfvirus infiziert. Außer einer Essenspause war ich den ganzen Tag auf dem Wasser. Wie ich das Segel solange ohne Trapez halten konnte ist mit heute ein Rätsel, der Surflehrer hatte nach ein paar Tagen ein Einsehen und mir dann eins spendiert.
Das Material war nicht vergleichbar mit dem Heutigen. Ich habe mir immer ein kleines Brett mit 370cm genommen:). Segel konnten wir zwischen 5 und 6m2 mit 2 oder 3 Latten auswählen. Der Gabelbaum wurde noch mit Tampen befestigt!
Das Jahr drauf war ich natürlich wieder mit der Sportjugend am Brouwersdamm. Durfte gleich mit mit dem Trapez loslegen, konnte meine Halsenfertigkeiten verbessern und habe es bis zum Wasserstart geschafft.
Wir durften nur mit auflandigem Wind surfen, also meistens auf der Binnenseite.
Auf der Nordseeseite gab es eine Sandbank, die eine kleine Bucht gebildet hat (gibt es die noch?). Ich glaube die letzten beiden Tage kam der Wind dann von der Nordsee mit 6Bft (Schaumkronen), so dass wir in der Sandbankbucht surfen konnten, bei Sonnenschein in Badehose, konstantem Wind und nur leicht kabbeligen Wasser. Damals bin ich mit dem Schiff in Gleitfahrt von einer Halse zur nächsten gejagt. Ein Erlebnis, dass mir bis Heute in plastischer Erinnerung geblieben ist. Ich kann die Augen schließen und bin wieder in dieser Bucht:o.
Es verging ein Jahr ohne Surfen. Da ich für Sportjugendreisen zu alt war, habe ich mit Ferienjobs für die eigene Surfausrüstung gespart. Verleitet durch tolle Testberichte, Blauäugigkeit und Selbstüberschätzung, habe ich mir ein F2 Bullit mit 110L (denn das ist ja auch der Dunckerbeck bei Slalomrennen gefahren:cool:) und ein 7,5m2 Segel angeschafft.
Das war für mich schon ein Semisinker mit mehr Frust als Lust und schon war wieder ein Jahr rum. Nachdem ich mir noch ein gebrauchtes 5,5m2 Gaastra-Segel zugelegt hatte ging es deutlich besser.
Als Student, ohne Geld und Auto, bin ich max. 2x im Jahr aufs Wasser gekommen, ohne Fortschritte zu machen, so dass vor ca. 25Jahren das Zeug dann endgültig im Keller verrottet ist.
Ich war aber immer 100%ig sicher, dass es irgendwann einen Neuanfang geben wird!

Wie sich mein Neuanfang im letzten Jahr gestaltet hat, dann demnächst.
Nur soviel: Hab eine Menge Lehrgeld gezahlt.


max.tow
Andreas

Spreetech
07.01.2016, 13:52
Hallo liebe Surfgemeinde,

in meinem letzten Eintrag habe ich geschildert, wie ich zum Surfen gefunden habe, warum mich der Sport in seinen Bann gezogen hat (das hätte ich euch bestimmt nicht erklären müssen:)) und weshalb ich ihn nicht fortführen konnte.

Nach ca. 25 Jahre war es im letzten Jahr soweit. Meine Kinder (12+14) sind jetzt groß genug, um die Segel halten zu können und finanziell hatte ich auch Freigabe von oben (meine Frau). Starten wollte ich im Sommerurlaub in Schweden. Nach ersten Recherchen war schnell klar: Auf Verdacht 2 Boards, diverse Rigs und Neos zu kaufen, überstieg bei Weitem mein eingeplantes Budget. Also habe ich ebay-Kleinanzeigen beobachtet was es gebraucht in der Gegend so gibt.
War nicht so einfach eine Komplettausrüstung mit ordentlich Volumen zu finden. Durch meine Erfahrungen mit meinem damaligen 110L-Board bin ich ja ein gebranntes Kind und dazu inzwischen vollschlank.
War nicht mehr lange hin bis zum Urlaub, da bot sich endlich die Gelegenheit und ich kaufte ein F2 Stratos (310cm, 65cm, 145L) mit 3 Segeln (7,5-6,3-5,4), Trapez und ein Shorty-Neo. Nachträglich noch ein 4m2-Rig besorgt, so ging es nach Schweden. Glücklicherweise hatten wir uns entschieden, unseren Caddy weiter zu fahren bis er tot ist, so dass der Transport mit Dachgepäckträger kein Problem war.
Wir fahren seit Jahren nach Südschweden, haben da ein Ferienhäuschen. An der Ostsee ist man in 30min, der nächste See ist 20min entfernt. Das Jahr zuvor war es sehr windig gewesen und auch 2015 ließ uns der Wind nicht im Stich.
Gleich am ersten Tag ging es dann zum See, Windrichtung (laut Windfinder) passte für die Badestelle. Temperaturen waren nicht so doll, so dass wir allein an der Badestelle waren. Um vorweg zu greifen: Das war auch gut so, denn nach einer Stunde haben wir wieder eingepackt, wäre mit Publikum unangenehm gewesen:). Der Wind war sehr böig (kleiner See) und der See kein Stehrevier. Ich dachte zwar das wird schon gehen, zieht man das Segel halt hin und wieder hoch. Aber die Kinder haben sehr schnell die Lust verloren und für mich war das Board auch viel zu kipplig. Mehr als ein paar Meter hin und wieder zurück habe ich nicht geschafft.
Glück oder Vorsehung, ein Local (Wasserskifahrer) war dann doch da und erzählte uns, dass er zufälligerweise eine Woche zuvor das erste Mal Windsurfen war. Der Spot sollte gar nicht so weit weg auf Öland sein und angeblich zu den besten Spots in Schweden gehören. Hoffnung flimmerte auf!

Also ging es bei nächster Gelegenheit nach Haga Park auf Öland mit 45min Fahrzeit (ist für schwedische Verhältnisse um die Ecke).
Infrastrukturmäßig wirklich Top. Ausreichend großer Parkplatz direkt an einer auch ausreichend großen Wiese, keine 100m vom Wasser entfernt. Parkplatz und Wiese gehören zu einer Surfstation, Zugang ist nur Surfern erlaubt. Kiterbereich war nebenan und abgegrenzt zum Surfbereich. Boards ab 160l abwärts mit Rigs ab 3,5m2 konnte man dort für 40€/4h mieten (Sind das normale Preise?)
Dort angekommen hat es vielleicht 15min gedauert bis wir mit 2 Boards auf dem Wasser waren.
Im Wasser findet man ein großes Stehrevier mit schönem sandigen Untergrund (ohne Graswiesen) vor. Allerdings kommt der Wind meist auflandig und erzeugt bei 15kn Wellen bis ca. 50cm in kurzen Abständen. Sehr unangenehm wenn man auf dem Brett steht und das Segel hochziehen will.
Mein Fokus lag auf meinen Kindern, möchte mir Begleiter für zukünftige Surf-Session heranzüchten. Meine Tochter (12) hat sich dabei besser angestellt als mein Sohn (14). Am 2. Tag ist sie schon regelmäßig ein paar Meter gefahren und am 3. Tag hat die erste Wende geklappt. Mein Sohn war zu ungeduldig und verkrampft. Ich hoffe, er wagt dieses Jahr noch mal einen Anlauf am Salzhaff oder Suhrendorf bei dann hoffentlich deutlich besseren Anfängerbedingungen.
Ich bin zwischendurch immer wieder ein paar Stiche gefahren. Für mehr als 20min am Stück hat die Kraft und Kondi aber eh nicht gereicht.
Der Unterschied zu den neuen breiten Boards ist riesen groß. Beachstart hat auf Anhieb wieder geklappt und gezwungenermaßen habe ich auch schnell das Trapez wieder genutzt, weil einfach die Kraft gefehlt hat das Segel länger zu halten. Die sehr wackligen Anfängerhalsen habe ich am Ende zu 50% gestanden. Problem hat mir das starke Anlufen gemacht.
Im Nachhinein würde ich sagen, dass die Gabel zu tief saß. Ich hatte ja zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung vom Trimmen, das einzige was ich noch wusste war „Mehr Wind – weniger Bauch“, „weniger Wind – mehr Bauch“. Aber dass man den Bauch auch über die Vorliekspannung trimmt habe ich erst später mitbekommen, geschweige denn was das mit dem Loose-Leech auf sich hat.
Spätestens nach dem 2. Surftag war klar, dass ich mit meinem alten Material nicht weit kommen werde. Als dann auch noch alle Leih-Bretter vergriffen waren, habe ich die Not zur Tugend gemacht und im Surfcenter eine Viper75 mit 160L und gleich noch einen Neo-5/4 dazu gekauft.
Mit einer kurzen aber rasanten Gleitfahrt am letzten Surftag (immerhin insgesamt 5 halbe Surftage) konnte ich den Wiedereinstieg für mich positiv abhaken und war zuversichtlich, dass ich mit dem neuen Material, Daheim auf heimischen Gewässern, weitere Fortschritte machen kann.

Ausgaben beliefen sich bis dahin auf ca. 2000€ (Gebrauchtmaterial, neues Board, Neo, Leihgebühren). Dabei sollte es nicht bleiben. Mehr dazu und wie sich die Surferei zu Hause weiterentwickelt hat dann im nächsten Post.

Empfehlung für Ein- und Wiedereinsteiger: Surfspot mit Stehrevier suchen und anfängergeeignetes Leihmaterial verwenden. Mit Unterstützung eines erfahrenen Surfers oder Kurs ein paar Tage am Stück üben. Erst dann entscheiden welches Material, auch möglichst langfristig, geeignet ist. Je nach Gewicht, Talent und Homespot kann es da große Unterschiede geben. Am Ende leidet sonst der Spaßfaktor und der Geldbeutel wird unnötig belastet.
Damit man die Tage auch körperlich übersteht, ist es, gerade bei älteren Jahrgängen, sehr wichtig sich darauf vorzubereiten damit man die schönen Momente und nicht die schmerzenden Knochen in Erinnerung behält. Also mindestens 4 Wochen vorher anfangen, täglich 20min was für die Arme, Schultern, Bauch und Rücken zu machen. Man muss da nicht mal ins Schwitzen kommen

Apropos ältere Jahrgänge, mir wird immer bewusst, dass ich nicht mehr der Jüngste bin, wenn ich bei Eingabe des Jahrganges sehr weit runterscrollen muss.
Glücklicherweise hat mir in öffentlichen Verkehrsmitteln noch niemand einen Platz angeboten. Vielleicht ist das aber kein Argument weil die jungen Leute das eh nicht mehr machen.:D


Gruß
Andreas

aurum
07.01.2016, 16:12
aber wenn einen die jungschen Wassersportler am Spot siezen, das schmerzt schon ;-)
Salzhaff und Suhrendorf sind beide ok zum Lernen
je flacher das Revier, umso weniger können störende Wellen groß werden
allerdings brauchts da dann kurze Finnen und Seegras
also eben Grasfinnen notwendig, die eh den nebeneffekt *weniger Tiefgang bei gleicher Fläche* haben
110er Sunset ein Semisinker? wie viel hast du denn damals gewogen? ich hatte zu der Zeit ein 111er Ray als größtes=Leichtwindboard
wegen Studium letztlich das surfen aufgegeben?

mir scheint heutzutage, daß grad die Studenten sehr viel zeit aufm Wasser verbringen ;-)
wie auch immer
25Jahre aufs Surfen zu verzichten war ein Fehler, den du recht spät eingesehen hast

blinki-bill
07.01.2016, 16:43
Ich find den Bericht gut.
Bleib dran!

Spreetech
07.01.2016, 19:54
110er Sunset ein Semisinker? wie viel hast du denn damals gewogen? ich hatte zu der Zeit ein 111er Ray als größtes=Leichtwindboard
wegen Studium letztlich das surfen aufgegeben?

25Jahre aufs Surfen zu verzichten war ein Fehler, den du recht spät eingesehen hast

@aurum
Ich müsste so um 85kg gewogen haben und stand beim Schotstart knöcheltief im Wasser. Hat kein Spaß gemacht.
Und ja, die 25 jahre sind weg, das ist schon bitter. Aber vielleicht habe ich ja noch 20 Jahre.



Ich find den Bericht gut.
Bleib dran!

@ blinki-bill
Schön, dass es Dir gefällt.
Ich mache Morgen weiter und versuche die Erlebnisse der Vergangenheit dann abzuschließen.
Ich bin total gespannt was das Jahr surftechnisch so bringt. Ich hoffe mal auf jede Menge Gleiterlebnisse (hört sich irgendwie schlüpfrig an:)).


Gruß
Andreas

Spreetech
08.01.2016, 10:33
Hallo Liebe Surfgemeinde,

Mit dem Wiedereinstieg im Sommerurlaub war ich ganz zufrieden. Ich bin immer da angekommen wo ich losgefahren bin und irgendwie auch um die Ecke gekommen.
Irgendwo hatte ich gelesen, Surfen ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht. Also, dachte ich, ein paar Mal auf den Brandenburger Seen üben und ich kann wieder an alte Zeiten anknüpfen:cool:
Ihr könnt euch sicher denken, so hat es sich nicht zugetragen.
Die erste Gelegenheit ausnutzend war ich auf dem See. Leider etwas zu spät, der Wind flaute schon ab. Also dümpelte ich hin und her, was anstrengender war, als locker im Trapez zu hängen. Nach jeweils 20 Minuten brauchte ich eine Pause. Das wiederholte sich 3x bis ich an meine körperlichen Grenzen stieß. An dem Tag war ich froh und beruhigt, dass es die DLRG gibt. Die hatten mich auch ständig mit dem Fernglas unter Beobachtung, die kennen ihre Pappenheimer:)
Obwohl ich sicherer wurde, die Steh-Halsenquote stieg und ich auch körperlich dadurch immer länger durchhielt, wurde mir nach ca. 3 weiteren Sessions ohne wirkliche Gleitphase bewusst, dass ich mit meinem Material in der Sackgasse war. Andere Surfer waren schließlich regelmäßig im Gleiten.
Ich hatte mich dann über Leichtwindmaterial informiert und auf Dailydose die Kleinanzeigen beobachtet. Eine 50cm-PB-Finne in G10 (40€) für die Viper (serienmäßig 40cm) war schnell gefunden. Mit ihr wollte ich ausprobieren, welche Auswirkungen der stärkere Lift hat. Klar, Höhelaufen ging deutlich besser, die Lösung war das aber nicht.
Es ging schon auf Oktober zu, als sich mir dann die Gelegenheit bot, einen iSonic mit 155L für 600€ und ein Warp9.0LW für 400€ zu kaufen. Eine längere Gabel (120€) musste ich mir auch noch besorgen, einen alten Mast hatte ich. Ich habe mich damit schon über den See rutschen sehen, denn der iSonic mit 100cm Breite (54cm-Finne) und das Warp in Leichtwind-Version sollten doch die perfekte Leichtwind-Kombi sein.
Das Segel wurde etwas später geliefert, also bin den iSonic erstmal mit einem alten 7,5er Segel gefahren. Der Wind war nicht so doll, so dass Gleiten nicht möglich war. Bei diesen Bedingungen fühlte sich das Board sehr gut an, total kippstabil und in der Halse viel wendiger als die Viper.
Dann endlich war das Warp da und auch Wind kündigte sich an. Hatte mir vorher noch angesehen, wie man das Warp aufbaut, sollte also kein Problem werden, wenn man den passenden Mast hat! Eine Stunde habe ich gekämpft bis die Camber so einigermaßen am Mast anlagen:mad:. Rotiert haben die nicht wirklich. Auf dem Wasser musste ich ein Camber immer mit dem Fuß switchen. Habe das Segel seitdem nicht wieder benutzt, gestern ist aber der passende Mast (280€) gekommen.
So ab Mitte Oktober drehte der Wind von Süd auf West. Einen geeigneten Spot dazu gibt es auch ganz in der Nähe, sogar mit kleinem Stehbereich. Dort war es wenigstens am Einstieg einfach wieder auf das Board zu kommen.
Es war ja nun schon Herbst und der Wind blies auch mal kräftiger. Das hat hin und wieder für kurze aufregende Gleitphasen aber auch für neue Probleme gesorgt. Im Gleiten hat das Board gemacht was es wollte, an Kontrolle war nicht zu denken. Ratlosigkeit und Frust machte sich breit, so dass ich mich hilfesuchend an dieses Forum gewendet habe. Fazit war, rein in die Schlaufen und mal eine kleinere Finne probieren. Habe dann für das iSonic noch eine 44cm-Finne besorgt und es geschafft, wenigstens mit einem Fuß und die Schlaufen zu schlüpfen. Das ging dann auch deutlich besser, richtige Kontrolle sieht aber anders aus.
War der Wind zu schwach, kam ich nicht ins Gleiten, bei ausreichend Wind hatte ich Kontrollprobleme. Richtig zufriedenstellend war keine der beiden Situationen.
Schnelle Verbesserung konnte ich aber bei Leichtwindbedingungen schaffen, indem ich mir ein größeres Segel zulege. Zu dem Zeitpunkt war mir klar, dass das Warp ein Fehlkauf war, ein passender Mast sehr teuer ist und ich meine Segelpalette sowieso komplett erneuern muss. Also habe ich recherchiert, mich auf GUN-Sails (Preis-Leistung) festgelegt und auch gleich ein Sunray8.0 mit passendem Mast beschaffen können. Mit „FRED“ kann auch ich das richtig trimmen.
Mit dem Wetter hatten wir ja Glück im letzten Jahr, man konnte theoretisch bis Weihnachten noch bei bis zu 10° surfen gehen. Meine letzten Surftage hatte bei sehr guten Windbedingungen. Ich weiß nicht genau ob es das Segel, der etwas konstantere Wind oder verbesserte Fähigkeiten waren, die mir zu einem wichtigen Aha-Erlebnis verhalfen. Ich war mit iSonic/Sunray bei leichtem Vorwindkurs im Gleiten. Den hinteren Fuß habe ich dabei leicht in die Schlaufen bekommen, der vordere Fuß stand dann immer mittig vor der vorderen Schlaufe mit den bekannten Kontrollproblemen. Als ich den vorderen Fuß dann mal mehr auf die Kante gesetzt habe, stabilisierte sich das Board. So hätte ich entspannt über den ganzen See heizen können. Leider war das die letzte Böe, die mich letztes Jahr über die Gleitschwelle getragen hat. Danach schlief der Wind ein und eine Erkältung hinderte mich weitere gute Surftage zu nutzen.
Nun blicke ich auf ein teures Surfjahr mit vielen Höhen und Tiefen zurück und schaue, nach den letzten Erlebnissen, sehr optimistisch nach vorn. Ich plane Kurztrips zum Salzhaff und Suhrendorf mit dem Ziel, sicher in den Schlaufen gleiten zu können. Das wird wieder nicht ganz ohne weitere Ausgaben möglich sein. Zumindest ein Segel mit ca. 7m2 und vielleicht noch eine Freerider/Freeracer mit ca. 130L für stärkeren Wind müssen wohl noch angeschafft werden.
Meine Segelrange erweitere ich gerade kostenlos nach oben. Seit einer Woche verzichte ich auf Süßkram und versuche auch etwas bewusster und weniger zu essen;). Fast 1kg ist schon weg. Bei 105kg Kampfgewicht ist noch Luft nach unten. 10kg sollten es schon werden. Habe gelesen, das entspricht etwa 1m2 Segelfläche.

Fazit für Einsteiger: Als Anfänger ist es schwierig, mögliche Fehlerquellen zu beurteilen. Erst mit steigendem Können ist man in der Lage, auf spezielle Trimmfehler zu schließen. Umso wichtiger ist es, nicht als Einzelkämpfer unterwegs zu sein.
Setzt euch nicht zu hohe Zwischenziele, ich halte mich nicht für komplett untalentiert und komme mit jedem Mal auf dem Wasser nur einen kleinen Schritt voran.

Es wird wohl bis März werden bis man wieder auf das Wasser kann.
Ich mache dann weiter mit meinen Erfahrungsberichten.


Gruß
Andreas

Rosas-Fahrer
08.01.2016, 11:01
Moin,
interessante Geschichte (ähnelt in Teilen auch meiner "Karriere") - mach weiter!
Was mir - und ja auch dir - auffällt, ist, dass du doch von Anfang einen oder besser noch mehrere gefragt hättest, die sich mir der Materie auskennen.
So wären dir sicherlich gewisse teure Fehlkäufe und auch ein gewisses Mass an Frustration erspart geblieben.
Ein Warp oder ISonic gehören nun mal nicht in Hände von Leuten, die nicht genau wissen, was sie da eigentlich tun!
Gruß

Spreetech
08.01.2016, 11:24
Moin,
interessante Geschichte (ähnelt in Teilen auch meiner "Karriere") - mach weiter!
Was mir - und ja auch dir - auffällt, ist, dass du doch von Anfang einen oder besser noch mehrere gefragt hättest, die sich mir der Materie auskennen.
So wären dir sicherlich gewisse teure Fehlkäufe und auch ein gewisses Mass an Frustration erspart geblieben.
Ein Warp oder ISonic gehören nun mal nicht in Hände von Leuten, die nicht genau wissen, was sie da eigentlich tun!
Gruß

@Rosas-Fahrer
Leider war an dem Spot wo ich die ersten Male nach dem Urlaub unterwegs niemend der mir Ratschläge geben konnte. Dann wäre ich bestimmt schon etwas weiter.
Zum iSonic muss ich sagen, dass ich noch nicht abschätzen kann, ob das ein Fehlkauf war. Das wird sich noch zeigen, ob ich mit den neuen Gleit-Erfahrungen die Viper besser kontrollieren kann. Habe vorher viel gelesen (Testberichte, Forum). War nicht einfach, ein gebrauchtes Board mit genügend Volumen zu finden. Volumen, Breite und auch sehr moderate Schlaufenpositionen haben beim iSonic einfach gepasst.
Das Warp habe ich sicherlich unüberlegt und überhastet gekauft. Jetzt kann ich es nicht in der Ecke stehen lassen und habe inzwischen den passenden Mast (Platinum, 250€, aus 2015!), wohl wissend, dass ich wahrscheinlich in der Größe noch was passendes für Leichtwind besorgen muss.
Für mich ist das Ansporn und Ziel diese Kombi irgendwann mal beherrschen zu können.

Gruß
Andreas

blinki-bill
08.01.2016, 11:29
Ein Warp oder ISonic gehören nun mal nicht in Hände von Leuten, die nicht genau wissen, was sie da eigentlich tun!
Gruß
Dazu gibt's ja einen eigenen Frett. Dort kam raus, dass der iS gut geeignet sei... Ich sehe das auch anders.

@Spreetech: Ich finde es wichtig, dass man die Surfzeit -vor allem am Anfang- nicht nur auf das Gleiten beschränkt. Wer surfen lernen will, der sollte auch bei weniger Wind raus. Das ist gut fürs Gleichgewicht und für die Kondition. Ein Tag auf dem Wasser ist keine Zeitverschwendung. Dann auch ruhig mal nicht zum 8er greifen, sondern das 6er nehmen und so Sachen wie in Lee Surfen etc. üben. Ist nie ein Fehler.

acidman
08.01.2016, 13:08
andere stehreviere in reichweite berlin

müritz, hat oft den gleichen wind wie ostsse, stehbereich ist vergleichbar surendorf

saaler bodden darß

eventuell sieht man sich ja mal, ich werde auf 100er boards mit kontrollproblemen acht geben :D

Spreetech
08.01.2016, 13:28
andere stehreviere in reichweite berlin

müritz, hat oft den gleichen wind wie ostsse, stehbereich ist vergleichbar surendorf

saaler bodden darß

eventuell sieht man sich ja mal, ich werde auf 100er boards mit kontrollproblemen acht geben :D

@acidman
Von den Spots an der Müritz habe ich schon gehört und mir auch Videos angesehen.
Ich möchte Bedingungen für max. Lernerfolg haben.
Ist den das dort wirklich in weiten Bereichen Hüfttief?
Ist der Wind auch so konstant wie ander Ostsee?
Und wie sieht es mit den Wellen aus?

Saller Bodden und Salzhaff nehen sich zeitlich nicht viel, jeweils ca. 3h.
Zur Müritz würde ich eine Stunde weniger brauchen.
Sofern die Bedingungen an der Ostsee aber etwas besser sind, würde ich die längere Fahrzeit die ersten Male in Kauf nehmen,

aurum
08.01.2016, 16:55
Ostsee hat konstanten Wind?
wo denn da genau? ;-)

acidman
09.01.2016, 08:04
Konstanteren Wind als an Berliner Seen

Boek ist wirklich sehr lange stehtief , Vorteil bei viel Wind weniger kabbelwelle als an den ostseehaffs. Kleine Surfstation ist auch da, falls mal was kaputt geht oder die kids leihmaterial brauchen

Habe auch am salzhaff surfen gelernt. Ist aber eine nach weniger Platz mit den vielen kitern als vor 15 Jahren

Mit surfbus bin ich auch am liebsten nach rügen gedonnert, jetzt mit womo sind das doch 1,5h mehr Fahrt
Ein Kumpel hat mir jahrelang gesagt und vorgeschwarmt fahr mal boek ...

Dann war ic vor letztes Jahr zum ersten mal da und positiv uberrascht. Vorne stehtief und draußen nette Wellen. Meiner Frau gefällt es auch. Gibt auch mobile homes falls zelten oder campen keine Option ist

Spreetech
09.01.2016, 10:45
[QUOTE=acidman;371139]Konstanteren Wind als an Berliner Seen

Boek ist wirklich sehr lange stehtief , Vorteil bei viel Wind weniger kabbelwelle als an den ostseehaffs. Kleine Surfstation ist auch da, falls mal was kaputt geht oder die kids leihmaterial brauchen

@acidman
Danke für die Infos.
Ich hatte gedacht, dass sich bei diesem großen See unangenehme Wellen aufbauen würden.
Ist den der grüne Bereich, den man auf Google-Maps sieht alles Stehbereich?
C15 oder C16 besser?

Gruß
Andreas

acidman
09.01.2016, 13:14
Der hintere CP, stehbereich 400 m min, bei westlichen winden Kilometerlange schläge möglich

stg
09.01.2016, 19:34
c16 (also der hintere) ist deutlich länger stehtief (ca 400m wird wohl hinkommen)
das wasser ist hier bei passender windrichtung sehr glatt (glatter noch als zb in rangsdorf)
draussen laufen bei entsprechend wind auch wellen.

c15 ist nur die ersten ca 50 meter stehtief.
->hier ist das wasser nicht so glatt (eher mit den anderen berliner sehn vergleichbar. so kabblig wie am müggel ists aber nicht. wolzig wäre vergleichbar. also manchmal angenehm und manchmal giftig, je nach windrichtung und windstärke)

beide spots bei westwind
nordwest oder südwest gehen auch klar. nord auch aber ist dort eh selten.


c16 fährt sich definitiv einfacher für übende.
c15 hat den vorteil dass dort keine drachen fliegen und vorne im restaurant sind glaub immer schnitzeltage (es schmeckt auch wirklich) und auf dem wasser isses auch leerer.
------
du kannst - wenn du mal 'nen längeren weg machen möchtest - zwischen beiden spots hin und her surfen. eine richtung wirst du kreuzen müssen. pass auf das du den steinwall nicht erwischst (zwingend revierinfo einholen aber das ist eh überall pflicht!)

was die anreise angeht gibts 3 strecken:
->einmal die 96hoch bis wesenberg (oder auch schon etwas eher), mirow
->oder a24 abfahrt röbel, b198
->oder neuruppin von der autobahn runter, dann die 167 richtung neuruppin, und nun die l16 hoch. über flecken zechlin,zempow (ddr autokino), troja, lärz (müritzflugplatz)
-->letztgenannte strecke ist die kürzeste (und auch nicht langsamer als die anderen). du sparst dir irgendwelche staus auf der B96. oder auch irgendwelche staus auf der a24 am dreieck wittstock. die Strecke geht ab Neuruppin recht eindrucksvoll durch den Wald und es fährt hier quasi fast kein auto. wir haben hier schonmal für 'ne hirschkuh https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Magdalensberg_Hirschkuh_25112011_557.jpg gebremst. die hatte beeindruckende ca 135cm schulterhöhe - sah von weitem aus wie ein Pferd und stand quer auf der Straße)

Spreetech
10.01.2016, 12:15
[QUOTE=stg;371148]c16 (also der hintere) ist deutlich länger stehtief (ca 400m wird wohl hinkommen)
das wasser ist hier bei passender windrichtung sehr glatt (glatter noch als zb in rangsdorf)
draussen laufen bei entsprechend wind auch wellen.

@stg
Hallo Stefan aus Schmöckwitz.
Ich hab mir zwar letztens schon mal ein Grasfinne für das Salzhaff von Dir besorgt, aber die Müritz scheint ja auch eine gute Alternative zu sein.
Bis zum Sommer probiere ich auf jeden Fall Salzhaff, Suhrendorf und Müritz aus und berichte dann hier.

Gruß
Andreas

WaveStar
11.01.2016, 15:38
super Bericht, hab mir alles durchgelesen! :)
Ich liebe solche erfolgsstories von motivierten Leuten, mach weiter so!

Spreetech
17.01.2016, 11:31
Um die surffreie Zeit zu Überbrücken, stöbere ich hin und wieder auf Youtube rum. Hier eine Auswahl meiner Lieblingsvideos:

Mein Homespot bei Ostwind
Wolziger See (https://www.youtube.com/watch?v=hnGm-IOi3-s)

Mein Homspot bei Westwind
Rangsdorfer See (https://www.youtube.com/watch?v=UhSlXbiJ9sk)

Gute Lehrvideos:
Halse einfach erklärt (https://www.youtube.com/watch?v=RGjLKyH37Lk)
Fußschlaufen (https://www.youtube.com/watch?v=5c89rtjCf_k)
ganz einfach:-) (https://www.youtube.com/watch?v=6iV8XwrS2xE)

Diese Spots werde ich 2016 mal ausprobieren:
Suhrendorf (https://www.youtube.com/watch?v=i-JfsNdi7lA)
Salzhaff (https://www.youtube.com/watch?v=Qdr56FQFpGY)
Müritz (https://www.youtube.com/watch?v=yeoRmYX-zcA)
Strand Horst (https://www.youtube.com/watch?v=dCLuinlJui8)

Freeriden wie ich es mal beherrschen möchte:
Freeriden-1 (https://www.youtube.com/watch?v=8LdcdtWk4BI)
Freeriden-2 (https://www.youtube.com/watch?v=EtERd4sVwEE)

Mein absoluter Favorit:
Die Franzosen wissen zu leben (https://www.youtube.com/watch?v=oAVAn-2_SUw)

Mal was anderes:
Zeitvertreib auf Lanzarote (https://www.youtube.com/watch?v=GL0rbxB9Lqg)


Viel Spaß
Andreas

aurum
17.01.2016, 22:39
Lanzarote ist zwar ne kanarische Insel, das ganz unten verlinkte Fahrradvideo entstand aber auf Gran Canaria

Thilo
20.01.2016, 15:26
Mal kurz zusammengefasst:

- heute braucht mal 160-200 l. um glücklich zu sein
- früher haben 100-110 l. gereicht
- heute muss das Board beim Schotstart wie ein Korken min. 5-10 cm aus dem Wasser ragen, wenn man schon drauf steht.
- früher hat es auch gereicht, wenn das Board zwar 5-10 cm unter geht, aber trotzdem kein einziger Schotstart ein Problem war
- es gibt Videos auf Youtube, wo Windsurfen und Radfahren gezeigt wird
- der Begriff Halsendingsda oder ähnlich, den es gar nicht gibt, wurde gepostet

- wurde noch etwas vergessen?

Spreetech
20.01.2016, 20:31
@Thilo
Schlechten Tag gehabt?

Spreetech
30.01.2016, 12:26
"Alles nur Muskeln und Samenstränge" ist meine Standardantwort wenn meine Tochter wieder mal auf meinen Bauch hinweist.
Die letzten Jahre zu Sylvester immer den Vorsatz gehabt, dagegen anzugehen, jedoch: Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.
Wenn man aber ständig neidisch beobachten muss, wie die meistens Surfer auf dem See schon am Gleiten sind, während man selbst noch rumdümpelt, ist das eine Riesenmotivation, etwas träge Masse zu verlieren.
Und so habe ich Sylverster wieder den Entschluss gefasst, von meinen 105kg mindestens 10kg runterzukommen.
Süßkram und Säfte (außer mal eine Gerstenkaltschale) sind seitdem Tabu. Weiterhin esse ich zu Früchstücks- und Mittagspause jeweils eine Klappstulle mit mittlerweile nur noch einer Scheibe Aufschnitt und viel Obst. Abends versuche ich weiniger zu Essen mit Minimalmengendosierung der gehaltvollen Soßen meiner Frau.
Das hat soweit ganz gut funktioniert. Nach 4 Wochen sind 3 Kilo runter. Sobald das Wetter es zulässt, fahre ich wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit (2x20min) und versuche auch so noch 2x die Woche eine längere Tour zu fahren. Vielleicht wird noch ein gebrauchter Fahrradergometer angeschafft. Da sollte dann noch was gehen!

Ich hatte einen Artikel über die "German Speed King" gelesen, auf der übers Jahr die schnellsten GPS-Geschwindigkeiten verglichen werden.
Den zweiten Platz belegte Thomas Döblin. Der hat zwischen Frühjahr und Herbst 20kg! abgenommen und wohl auch dadurch sich von 38kn auf 43kn gesteigert.


Empfehlung:
Wenn der Hunger kommt sollte man etwas parat haben (Banane, Apfel, Kohlrabi), sonst wird die Versuchung zu groß.
Viel trinken soll helfen, auch weil die Verdauung angeregt wird.
Habe vor kurzem gelesen, dass Roggenbrot besser geeignet ist als Weizenbrot.
Ich versuche nach 19:00 nichts mehr zu essen.

Heute weht es odentlich. Laut Windfinder bis zu 25kn im Mittel.
Aber die gerade erst wieder eisfreien Seen und Lufttemperaturen unter 10° sind mir dann doch zu ungemütlich.

Nächstes Update dann Anfang März.


Gruß
Andreas

blinki-bill
30.01.2016, 16:03
Hi Andreas, bleib dran und halt uns ruhig auf dem Laufenden.

Der Thomas Döblin ist nicht 5 kn schneller geworden weil er abgespeckt hat, sondern weil die Bedingungen besser waren. Nichts desto trotz ist m.e. das Idealgewicht irgendwo zwischen 80 und 90 kg für die Surferei. Damit bist du früh genug am Rutschen und kannst bei Viel Wind noch hinhalten.

Smeagle
30.01.2016, 18:39
Jau,

bei den richtigen Bedingungen sind die schweren Jungs schneller. Mein einziger Trost bei ~100kg und bisher erfolglosen Abnehmversuchen...

Auf'm Speedkanal hängen die sich Gewichte an!

- Oliver

Spreetech
05.03.2016, 22:48
Am 20.02. hat es dieses Jahr erstmalig wieder gepasst. Bei knapp 10° und ca. 13kn habe die Gelegenheit genutzt, und mich auf zum See gemacht.
Ich war etwas unsicher, ob ich da anknüpfen konnte wo letztes Jahr aufgehört habe.
Mit meinem großen iSonic und einem Sunray 8.0 hat es schon wieder ganz gut funktionert. Bei 4 kurzen Gleitfahrten bin ich zwar mit dem Schlaufenfahren nicht weitergekommen, habe aber mit kurzen Stichen an meiner Halsen- und Wendentechnik gearbeitet.
Unterm Strich ein gelungener Einstieg in die neue Surfsaison.

Die Tage werden länger und die Temperaturen steigen. Fast täglich beobachte ich die Wetterentwicklung auf Windfinder.
Die Vorbereitungen sind zumindest materialtechnisch abgeschlossen.
Meinem Warp 9.0LW habe ich einen passenden gebrauchten Mast spendiert. Der unterste Camber lässt sich zwar nur sehr widerwillig an den Mast drücken aber alle Camber rotieren jetzt wenigstens ordentlich.
Außerdem habe ich noch ein gebrauchtes Rapid. 6.7 mit Mast ergattern können, so dass ich jetzt mit 4,3 - 5,3 - 6,7 - 8,0 - 9,0 erstmal eine einigermaßen durchgängige Segelpalette parat habe.
Alle alten Tampen und die Pads vom iSonic habe ich auch noch erneuert. Die günstigste Padmatte (selbstklebend zum zuschneiden), die ich im Netz finden konnte, hat 60€! gekostet. Das hat ganz schön wehgetan, als ich gemerkt hatte, dass ich noch eine zweite brauche.
Neue Vario-Trapeztampen bis 30“ habe ich mir auch noch zugelegt. Ich fahre bisher Trapeztampen mit 32“ (bei 194cm), da komme ich am einfachsten rein. Bei wenig Wind müsste man wohl aber eher mit kürzeren Tampen fahren, um den Druck mehr nach unten zum Mastfuß zu lenken - so die Theorie. Dass möchte ich mal testen. Vielleicht lässt sich so mehr Gleitzeit rausholen.

Ein weiteres einfaches Mittel früher ins Gleiten zu kommen, ist ja das Gewicht zu reduzieren. Da bin ich auch auf einem guten Weg. Bis Anfang Februar hatte ich die ersten 3kg der angestrebten 10kg geschafft. Mit weiteren 2kg im Februar habe ich die psychologisch wichtige 100kg-Grenze geknackt!
Geholfen hat bestimmt auch die tägliche Fahrradfahrt zur Arbeit. Habe mir dadurch aber 2 Hosen durchgescheuert und überlege, ob ich neue Hosen gleich eine Nummer kleiner kaufe.

Neben dem Fahrradfahren habe ich noch mit speziellen Übungen an meiner Beinmuskulatur gearbeitet, um die Kniegelenke zu stabilisieren. Sehr hilfreich sind Gummibänder (z.B. Theraband) und Balance-Boards. Da neue Balance-Boards (mit Rolle) sehr teuer sind (ab ca. 80€), habe ich mir kurzerhand aus dem nächsten Baumarkt für 20€ Material besorgt und innerhalb einer halben Stunde ein eigenes Balance-Board gebastelt. Das funktioniert super und macht richtig Spaß. Fortschritte stellen sich schnell ein und mit Variationen kann man den Schwierigkeitsgrad steigern. Wenn man mal 5 Minuten darauf gestanden hat, erhält man auch eine Rückmeldung der Waden und Oberschenkel.
Jetzt im März will ich noch an meiner Kondi und Oberkörpermuskulatur arbeiten. Ich hoffe, ich bin dann auch für fiese Böen gewappnet.

Ach ja, am Montag wird noch ein Board geliefert, ein gebrauchter Fanatic Falcon 124 aus 2008 für 250€! Den will ich bei nächster Gelegenheit in einem Stehrevier ausprobieren.
Die Erfahrenen unter euch werden sicher denken, dass das ein weiteres Kapitel „Lernen durch Schmerzen“ geben wird. Aber man muss sich Ziele stecken und ich möchte möglichst bald das Ding durch die Halse jagen können.

Mehr dazu dann beim nächsten Mal.

rene44
26.03.2016, 10:53
Hi spreetech,

Toller Beitrag! Ich beginne in ein paar Tagen mit meinem
eigenen Material. Hatte nur Leihboards. War nicht schlecht und konnte mit den breiteren Boards Erfahrungen sammeln. Ich hab im 8. Lebensjahr mit dem Windsurfen angefangen (jetzt bin ich 44) mit 17 arbeitete ich als Surflehrer-instruktor....Hatte damals 5 Boards und ca. 11 Segel....Dann Frau, dann Haus, dann Kids und kaum
Zeit zum Windsurfen dann alles an Material verkauft weil zu alt und dann im Urlaub immer mit Leihboards...
Dazwischen mal 7 Bis 8 Jahre ohne surfen.... Voriges
Jahr dann wieder angefangen..... Klappte recht gut.

Also mach weiter und einen tollen Saisonstart!!!!

LG Rene

Spreetech
03.04.2016, 16:17
Viel ist nicht passiert seit Anfang März.
Mitte März gab es dann bei knapp 10° und ca. 12kn nicht wirklich gute Bedingungen.
Aber man hört ja immer wieder, dass jede Stunde auf dem Wasser zählt.
Also habe ich mein großes Brett mit 8m2 geschnappt und mich auf zum See gemacht.
Ich hatte nicht erwartet, groß ins Gleiten zu kommen und wurde deshalb auch nicht enttäuscht.
Habe dafür aber an meiner Wenden- und Halsentechnik gearbeitet.
Die klappen bei diesen Bedingungen schon relativ sicher.
Eigentlich dachte ich immer, die Wende sei was für Anfänger, aber so eine schnelle Wende ist gar nicht so einfach. Zum nächsten Mal mit solchen Bedingungen habe ich mir vorgenommen, "Fahren mit Schothorn voraus" und "Fahren auf der Lee-Seite" zu üben. Vielleicht schaffe ich es irgendwann bis zum Helitack.

Über Ostern ging es kurzentschlossen zum Skifahren. Bekannte haben uns Ihre Ferienwohnung überlassen, diese Gelegenheit mussten wir einfach nutzen.
Einige werden sich denken, was fängt der jetzt mit Skifahren an, aber da gibt es einige Parallelen.
Die ersten 2 Tage mit schlechter Sicht und buckligen Pisten waren eine echte Bewährungsprobe für mein rechtes Knie (Kreuzband vor 20 Jahren). Dank der Stabilisationsübungen, die ich seit Januar täglich durchführe, hat alles gehalten und ich kann beruhigt auf die kommenden Surftage blicken, die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete.
Mit dem falschen Material kann sich schnell Frust einstellen. Bei meiner Tochter und mir haben die Leih-Skischuhe gedrückt, da haben wir wohl am falschen Ende gespart.
Meine Tochter glaubt, Sie könne Skifahren, nur weil Sie den Hang schneller runter kommt als ich. Wie, ist Ihr egal und so sieht es auch aus. Dabei könnte Sie viel mehr Spaß haben, wenn der Schwung richtig sitzen würde. Das nächste Mal werden die Kinder in einen Skikurs gesteckt, auch wenn sie sich noch so sträuben.

Am 15.04. geht es mit der ganzen Familie über das Wochenende nach Pepelow zum Salzhaff.
Dort werden dann auch Surfkurse gebucht!!!
Vielleicht findet sich auch jemand, der mit meinem Material `ne Runde fährt und mir Tipps zu Trimm-Einstellungen geben kann.
Ich habe die Hoffnung, durch dieses Wochenende einen großen Schritt voran zu kommen. Mehr zu dem Wochenende dann beim nächsten Mal.

Übrigens, seit Januar habe ich inzwischen 7kg abgespeckt und passe in die auf Verdacht kleiner bestellte Hose gut rein. Das motiviert weiter zu machen.

@rene44
Wenn Du die Kurve gekriegt hast und aus Dir noch was Ordentliches geworden ist (da spricht das Alter:)), wo doch sicher die Gefahr bestand, den Absprung in Ausbildung und Beruf zu verpassen, habe ich Hoffnung für meinen Sohn (15), der momentan nur Fußball und Playstation im Kopf hat.
Mir nimmt Dein Surf-Lebenslauf die Unsicherheit, dass ich nur eine Midlife-Crisis durchmache, und es doch so etwas wie einen Surfvirus gibt.


Gruß
Andreas

rene44
04.04.2016, 19:35
Hi Andreas,

....Surfvirus das gibt's :-) und sch...aufs Alter :-) starte einfach durch!!!! Bei mir geht's auch um den 15 April los.
Bin aus Österreich und ich fahr nach Podersdorf. Und dann in der ersten Mai -Woche nochmal zum Surfworldcup als Zuseher nach Podersdorf (Neusiedlersee) Surfe aber selber auch wenn Wind ist an einigen Tagen.... Aber nicht beim Worldcup *g*

Ich hab auch noch einiges vor mir... Kenn mein neues (großes)Board noch nicht, ich fahr es zum ersten Mal.
Ich kenn Fanatic Shark, Jp xide ride plus und so...
Die hab ich mir immer geliehen und ging sehr gut.
Ich versuche es heuer mit Naish GT. Mal gespannt,
Kennt keiner bei uns und das machts spannend.

Windige grüße Rene

Spreetech
14.04.2016, 07:45
Am Wochenende ist es soweit, es geht zum Salzhaff!
Seit einer Woche hangele ich mich in meiner Windfinder-App im 6h-Takt von einer Aktualisierung zur nächsten.
Die Prognosen trieben mich von einem Stimmungshoch zur Ernüchterung und wieder zurück. Es war alles dabei: von Flaute bis 6Bft, von Sonne bis Regen, von 5° bis 15°, von Ostwind bis Westwind.
Mittlerweile wird die Tendenz zur Gewissheit. Es wird, mit 15kn - 25kn aus der richtigen Richtung, ausreichend Wind geben!!!
Ungewissheit herrscht nur noch darüber, wie ich 4 Personen und die Surfausrüstung (3 Boards, 4 Segel,...) in und auf den Caddy bekomme.

teenie
14.04.2016, 07:56
Ungewissheit herrscht nur noch darüber, wie ich 4 Personen und die Surfausrüstung (3 Boards, 4 Segel,...) in und auf den Caddy bekomme.

Kein Problem,

wir fahren idR. zu 5. mit 4 Boards und 7 Segeln. Ich habe allerdings eine Surfline Dachbox. Im Kofferraum sind nur Finnen, Neos und Mastfüsse/Verlängerungen und damit noch genug Platz für anderen Kram.

Allerdings sind vermutlich meine Boards nicht so breit und die kleinen passen noch neben die box.

Viel Spass jedenfalls.

Grüße
teenie

aurum
14.04.2016, 07:58
> Gewissheit. Es wird, mit 15kn - 25kn aus der richtigen Richtung, ausreichend Wind geben!!!

https://www.youtube.com/watch?v=wCk4nrQ1yaQ&feature=youtu.be&t=1
die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)


> wie ich 4 Personen und 3 Boards, 4 Segel, in auf Caddy

da hätte ich Anschauungssmaterial für dich
https://www.google.de/search?q=bus+indien&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwj0tfGjxY3MAhVM2hoKHTWVAsoQ_AUIBygB&biw=1200&bih=1777

viel Spaß am Woende

Rosas-Fahrer
14.04.2016, 08:28
Kein Problem,

wir fahren idR. zu 5. mit 4 Boards und 7 Segeln. Ich habe allerdings eine Surfline Dachbox. Im Kofferraum sind nur Finnen, Neos und Mastfüsse/Verlängerungen und damit noch genug Platz für anderen Kram.

Allerdings sind vermutlich meine Boards nicht so breit und die kleinen passen noch neben die box.

Viel Spass jedenfalls.

Grüße
teenie

Moin,
auf meinem Dach findest neben der 80cm breiten Box auch das 85er SL-Board seinen Platz.
Einfach lange Dachträger-Quertraversen (140 oder 160cm) verwenden.
Gruß

acidman
14.04.2016, 10:09
das ganz große material kannst du wahrscheinlich zu hause lassen, wenn die vorhersage so bleibt

wird wahrscheinlich voll aufm teich da in san pepelone saisoneröffnung ist

aurum
14.04.2016, 10:20
wenn man keine Fahrräder dabei hat, würde ich aber wenigstens alles Material mitnehmen

teenie
14.04.2016, 11:03
Moin,
auf meinem Dach findest neben der 80cm breiten Box auch das 85er SL-Board seinen Platz.
Einfach lange Dachträger-Quertraversen (140 oder 160cm) verwenden.
Gruß

Yepp, habe ich bereits. Daher extra kein Seriendachträger der die Möglichkeit nicht bietet.
Ich habe aber nur 140, das ist dann schon knapp mit dem breitesteten Board bei mir (73cm). Die Box hat auch 80cm.

Grüße
teenie

stg
14.04.2016, 11:24
falls ich dir kurzfristig meinen neilpryde equipmentbag ausleihen soll einfach anrufen. nummer hast ja
- da passen 4-6 segel rein
und
- 6 masthälften (also 3-6 masten je nachdem ob top in base stapelbar oder nicht), falls mehr masten dann halt noch welche ins segelfach
- länge ist ca 255cm (ein symetrisch geteilter 490er mast geht gerade so rein), größtes segel sollte gerollt nicht größer als 240, 245 sein
- er nimmt ca 35-40cm breite auf dem dach weg
- der bag hat durchführungen damit man die zurrgute nicht über die segel ziehen muss sondern nur über die masten
https://picload.org/image/rgrogrpo/imgp7195_resize.jpg
https://picload.org/image/rgrogrpc/imgp7197_resize.jpg
https://picload.org/image/rgrogrpp/imgp7200_resize.jpg
----------------

traversen für dachträger gibt es bis 220cm länge:
https://www.traegerspezialist.de/171_-_190_cm_Laenge_c613.htm
https://www.traegerspezialist.de/Dachtraeger/Tragrohre/ab_191_cm_Laenge_c614.htm

der träger darf meineswissens die im schein eingetragende fahrzeugbreite nicht überschreiten (also nicht das maß der aussenspiegel)
http://kanadier.gps-info.de/b-dachtransport.htm
(vermutlich auch die dachlast selbst. wobei ichs hierzulande bei bekannter fahrstrecke notfalls auch riskieren würde bis breite aussenspiegel zu laden(sprich träger zb 180cm und ladung eben 205cm)

das hier:
https://picload.org/image/rgrogara/dachlast.jpg
->ist 'nen 150cm träger
->links 2 boards, eines mit 69 und eines mit 75cm breite, rechts eines mit 66cm breite, mittig der equipment bag ca 35-40cm, gabeln waren im fahrzeug hätte aber uch auf das zweite board gepasst. rein rechnerisch kommt da mehr als 150cm raus aber die boards überragen halt die trägerbreite mittig etwas.
->das bild ist 'nen busdach. aufm caddydach bei ebensobreiten boards bist du schnell über der fahrzeugbreite(bei deinem arg breiten isonic wird das mit 2 boards und mittig noch ein bag eh nichts. da hilft nur stapeln, evtl läßt sich auch ein board schräg stellen)

--------
falls es jetzt zu spät ist breitere traversen zu bestellen dann halt in den nächsten baumarkt fahren und irgendwelche leisten oder kantenprofile kaufen die du dir auf deinen jetzigen dachträger packst. isolierrohr zur polsterung gleich dazu. die 'zusatztraversen' machst notfalls mit kabelbinder, tape oder so fest. da gehts ja nur ums verrutschen(die dachlast selbst zurrst ja mit über die haupttraversen)
------

Spreetech
14.04.2016, 12:27
Hallo Stefan,

danke für das Angebot und die Infos.
Meine Frau und die Kinder machen einen Anfängerkurs mit und werden erstmal Leihmaterial benutzen.
Ich nehme mit was halt raufpasst. Neben der Dachbox lassen sich noch Boards bis 75cm stapeln.
Das breite iSonic muss ich schauen, ob ich es zu Hause lasse oder ob es noch ganz oben drüber passt.

teenie
14.04.2016, 13:00
Anfängerkurs bei den Temperaturen? Na, ob das nicht nach hinten losgeht...

Tu Dir den Gefallen und lass den Isonic zu hause bei der Windvorhersage.
Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

Grüße
teenie

Spreetech
14.04.2016, 14:05
Anfängerkurs bei den Temperaturen? Na, ob das nicht nach hinten losgeht...

Tu Dir den Gefallen und lass den Isonic zu hause bei der Windvorhersage.
Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

Grüße
teenie


Ich mache mir auch etwas Sorgen wegen der Temperaturen. Am Sonntag soll es gerade mal 10° geben.
Aber wir haben einen Bungalow gemietet und können uns zwischendurch aufwärmen. Und wenn es für die Kinder wirklich zu kalt wird, dann kann man als Familie noch viele andere Sachen dort machen. Wir wären ja auch bei Flaute gefahren.

Übrigens, in der letzten Aktualisierung vom Windfinder sieht es am Samstag im Superforecast gar nicht mehr so gut aus. Ich entscheide Morgen, ob ich versuche den iSonic auf´s Dach zu kriegen.

acidman
14.04.2016, 16:23
bei westliche windrichtungen bleiben die kinder im stehtiefen wasser, da muss nicht unbedingt frieren

Spreetech
19.04.2016, 19:56
Am Wochende war es endlich soweit. Als gäbe es kein Morgen, wurde der Caddy bis oben hin vollgestopft. Mit insgesamt 3 Boards und Segel von 4,2 bis 9,0 ging es über das Wochenende nach Pepelow an´s Salzhaff.

Nach Empfang mit persönlicher Einweisung in San Pepelone wurden am Freitag gleich Surfkurse für Frau und Kinder gebucht und der Wecker auf 8:00 gestellt.

Der erste Blick aus dem Fenster ließ keine Hektik aufkommen. Ausreichend Wind war erst für den Mittag zu erwarten, so dass man in Ruhe frühstücken und sich die Gegebenheiten ansehen konnte.
Mit Beginn des Surfkurses um 12:00 habe ich mich dann meinem Material gewidmet. 2 Riggs konnte ich aufbauen, nur welche. Verunsichert haben mich die Leih-Profiriggs bis max. 7.0m2 und die Aussagen der Surflehrer. Da hieß es, dass der Wind konstanter sei und dadurch kleinere Segel ausreichen würden. Laut Windprognose sollten es schon 4,5m2, höchstens aber 5,5m2 sein. Als ich dann sagte, dass ich eigentlich 8,0m2 aufbauen wolle, erwiderte der eine: „Ach du bist Speeder“. Der andere hob nur die Augenbrauen. Also ging ich mit 6,7m2 und dem großen iSonic auf´s Wasser.
Die Bedingungen sahen vielversprechend aus. Der angekündigte Wind war da, blies aber parallel zum Ufer, so dass man von den 200m Stehbereich nicht viel hatte. Sobald man dann ins tiefere Wasser kam, wurde es auch gleich deutlich welliger. 6,7m2 haben zwar ausgereicht, um die Gleitschwelle zu überwinden, aber der breite iSonic (100cm) war für mich kaum beherrschbar, so dass ich schon nach kurzer Zeit das Material wieder zurück durch den Stehbereich geschleppt und mir die Viper (Anfängerboard 75cm, 150L) geschnappt habe. 6,7m2 waren dann aber doch zu wenig, um den Dampfer in´s Gleiten zu hieven. Endlich zurück am Ufer, brauchte ich erstmal eine Pause ehe ich dann mit dem vorsorglich aufgebauten 8,0er weitermachen konnte. Die nächste Pause ließ nicht lange auf sich warten, denn draußen in den „Wellen“ gelang kaum eine Halse. Inzwischen war es schon 15:00 und der Wind ließ etwas nach. Die restliche Zeit nutzte ich zum Üben von Wende und Halse mit dem 6,7er. Am Ende des Tages resümierend, konnte ich die sich einschleichende Enttäuschung gerade so mit den paar Gleit- und gelungenen Schothorn-Voraus-Fahrten kompensieren.

Am Sonntag sollte der Wind mehr auflandig und schon ab dem Vormittag in ausreichender Stärke wehen. So kam es dann auch, aber wo war das Wasser? Der Wasserstand ist in der Nacht um 20-30cm zurückgegangen und änderte sich den Tag über nicht mehr. Auch mit der kleinsten Finne wären Manöverübungen im Flachwasser nicht möglich gewesen. Man konnte aber, ohne groß Höhe zu verlieren, ca. 1,5km entlang des Strandes bis zu einem Flachwasserbereich, der weiter in´s Haff hineinragte, fahren.
Meine Hoffnungen, an die längst vergangenen Surferlebnisse aus meinen verblassten Erinnerungen anknüpfen zu können, sind an diesem Sonntag endlich Realität geworden. Bei Sonnenschein vorbeiziehenden Wolken bin ich einen Stich nach dem anderen im Rausch der Geschwindigkeit geheizt.
Aus den Erkenntnissen des Vortages hatte ich mich auf die Viper mit 8m2 und 33cm-Seegrasfinne festgelegt.
Gleich beim ersten Stich habe ich meine bis dahin längste Gleitfahrt hingelegt und dabei jedoch in der Euphorie jede Menge Höhe vernichtet. Nur mit Mühe bin ich wieder zum Ausgangspunkt zurückgekommen. Mit der Zeit gelang das Gleiten am Wind immer besser, so dass ich am Ende in beiden Richtungen fast durchgängig am Gleiten war. Da es im Stehbereich schnell sehr flach wurde, habe ich oft lieber die Gelegenheit genutzt, um am Setup rumzuspielen, als zu halsen. Dabei ist der Mastfuß von der Mittelstellung bis in das vordere Drittel gewandert. Ich meine, dadurch lag das Board etwas ruhiger im Wasser. Die Variotampen sind immer kürzer geworden. Das hat spürbar mehr Kontrolle gebracht und wahrscheinlich auch geholfen, mehr Druck auf den Mastfuß zu bekommen. Aus, der Bequemlichkeit geschuldeten, 32“ sind so weniger als 28“ geworden.

Mit den Fußschlaufen konnte ich mich noch nicht so recht anfreunden. Auf der Viper kann man die Schlaufen in 3 Grundstellungen montieren. Relativ dicht am Mastfuß, weit im Heck und in einer mittleren Lage. Ich hatte die Fußschlaufen in der moderaten Position montiert. Die vorderen Fußschlaufen waren einfach zu erreichen. Die hinteren gingen auch, führten aber schnell zum Abbruch der Gleitfahrt und Rettungshampeleien, so dass ich dann nur die vorderen Fußschlaufen benutzt habe. Wenn ich dann im Gleiten war, habe ich mich vor der vorderen Fußschlaufe wohler gefühlt als in der Schlaufe. Vielleicht waren ca. 16kn aber auch zu wenig, um knapp 100kg weiter in´s Heck zu verlagern. Oder sind die Board auf die breite Masse mit durchschnittlich 180cm und 80kg ausgelegt? Man kennt das ja von Schuhen, die bei Größe 46 enden oder Hemden mit zu kurzen Armen.

Jetzt bin ich neugierig, ob sich die neuen Erfahrungen auch auf die heimischen Binnengewässer übertragen lassen.

teenie
20.04.2016, 07:34
Moin,

schön das du Spass hattest.

Mit den Schlaufen ist das so. Wer noch nicht so erfahren im Vollgleiten ist, der hat häufig Skrupel ganz nach hinten zu gehen. Häufig wird auch der hintere Fuss zu stark belastet, was zum anluven und zum Gleitabbruch führt.

Bei dir ist es so, dass du mit dem Fanatic zwar gleitest, das ist der Vorteil des Shapes, aber eben nicht voll gleitest (rel. lange Gleitfläche). Der Isonic kennt nur vollgleiten (kurze Gleitfläche) und wird dann sofort unkontrollierbar wenn man nicht flugs in die Schlaufen kommt, gerade bei mehr Wind (durch die Beschleunigung). Das hast du ja jetzt mehrfach selbst erlebt.
Daher auch mein Rat, lass den Isonic liegen und nimm den Fanatic, der wird dir schneller Fortschritte ermöglichen.
Kommst du beim Fanatic sicher und schnell in die Schlaufen, liegt schon der Isonic bereit. Das Board läuft ja nicht weg.

Zum Trimm:
Du hast den Mastfuß zu weit vor geschoben, daher passt dann der Trimm nicht mehr für das mittlere Schlaufensetup. Zudem ist die Finne für dein Gewicht und die Segelgröße knapp, was dazu führt dass du mit dem hinteren Fuss kaum Druck auf die Finne übertragen kannst, das erschwert den Weg nach hinten und damit den Weg zum Vollgleiten bei dem Board.

Das Board kann nämlich sehr wohl voll gleiten und sich auf den hinteren Teil der Gleitfläche stellen lassen.

Insgesamt ist das alles Teil der Lernkurve, ich habe anfangs auch mal gedacht die Schlaufen sind einfach an der falschen Stelle auf dem Board montiert, aber das gibt sich mit mehr Erfahrung und Übung von allein.

Wichtig: Nicht nachlassen ;)

Grüße
teenie

Spreetech
20.04.2016, 18:59
Moin,

Zum Trimm:
Du hast den Mastfuß zu weit vor geschoben, daher passt dann der Trimm nicht mehr für das mittlere Schlaufensetup. Zudem ist die Finne für dein Gewicht und die Segelgröße knapp, was dazu führt dass du mit dem hinteren Fuss kaum Druck auf die Finne übertragen kannst, das erschwert den Weg nach hinten und damit den Weg zum Vollgleiten bei dem Board.

Grüße
teenie

Danke für die Tipps.
Die Viper mit dem 8er Segel scheint eine Kombi zu sein, mit der ich zwar keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, aber in nächster Zeit die größten Fortschritte machen kann. Bei nächster Gelegenheit werde ich mal mit der Mastfußposition und der Finnengröße rumspielen.
Übrigens, zu kalt war es meiner Familie bei dem Einsteigerkurs nicht, die waren stundenlang auf dem Wasser und hatten auch Ihren Spass. Die nächsten Surffahrten muss ich bestimmt nicht alleine fahren.
Bis zum Sommer soll es zumindest einmal über das Wochenende nach Rügen gehen und 2-3x als Tagestour zur Müritz. Dann sollten die Kinder soweit sein, dass sie auch mal zum heimischen See mit können.

Spreetech
23.05.2016, 17:21
Nach der Tour zum Salzhaff war ich unsicher, ob ich da anknüpfen könnte wo ich am Salzhaff aufgehört habe. Inzwischen war ich einige Male auf meinen Homespots unterwegs und hatte gleich beim 1. Schlag die bis dahin längste Gleitfahrt auf heimischen Gewässern hingelegt. Spätestens in diesem Augenblick war ich mir sicher, dass sich ,neben den bisher nur kurzen euphorischen Momenten, all die Mühen und Ausgaben gelohnt haben! Leider war ich eine Stunde zu spät auf dem Wasser. Der Wind ließ deutlich nach, so dass auch der Umstieg von meiner Viper mit 8m2 zum iSonic mit 9m2 zu keiner längeren Gleitfahrten mehr führte.

Am Pfingswochenende gab es dann mehr Wind. Da meine Frauen unterwegs waren, konnte ich meine Zeitplanung an die Windfinder-Vorhersagen anpassen. Mit Wind, der oft genug ausreichend war, um mich über die Gleitschwelle zu hieven und relativ geringem Chop, waren die Bedingungen besser als zuvor am Salzhaff. Kaum zu glauben, wie klein der See aufeinmal wird, wenn man ihn im Gleiten durchkreuzt.
Nachdem ich anfänglich noch die gutmütige Viper benutzt habe, fahre ich jetzt nur noch den iSonic. Volumenmäßig sind die gleich, der iSonic ist nur deutlich schneller! Bei stärkerem Wind sind beide schwer zu kontrollieren. Aber seitdem ich zumindest in der vorderen Schlaufe sicher stehe, ist der iSonic länger fahrbar. Die hintere Schlaufe habe ich auch bald im Griff. Bei ausreichendem Druck im Segel stehe ich schon auf der hinteren Schlaufe, habe mich aber bei der Geschwindigkeit (20kn laut App) noch nicht getraut hinein zu schlüpfen.

Gestern war ich mit meiner Tochter am See. Bei 11kn im Mittel wäre ich alleine nicht losgezogen. Aber für meine Tochter waren es bei knapp 30° gute Anfängerbedingungen.
Von wegen Anfänger: Eigentlich wollte ich bei der Seeüberquerung zur Sicherheit bei Ihr bleiben, inzwischen fährt die (Viper/5m2) mir (iSonic/9m2) im Dümpeln aber davon. Unerwarteterweise gab es dann doch Böen, die einen ins Gleiten bringen konnten. Einmal im Gleiten wird man zum Rabenvater. Ich war zwar schnell wieder bei meiner Tochter, konnte/wollte aber nicht anhalten. Bei nahezu glattem Wasser hat mich die Böe bis zur anderen Seeseite getragen. Wahrscheinlich ist nur Fliegen schöner.

Zu Hause schlummern noch ein Warp mit 9m2 und ein Falcon mit 125l. Vielleicht kann ich beim nächsten Mal von den ersten Versuchen mit diesem Material berichten.

aurum
23.05.2016, 17:48
Wahrscheinlich ist nur Fliegen schöner.

nee, nur mehrere Meter hohe Wasserberge (aka Wellen) runterfahren ist noch geiler ;-)

Spreetech
23.05.2016, 18:27
nee, nur mehrere Meter hohe Wasserberge (aka Wellen) runterfahren ist noch geiler ;-)

Hallo Tilo,

in bin ja schon ehrgeizig und sehe das Surfen sportlich, aber man muss auch seine Grenzen kennen. Wellen werden für mich kein Thema mehr sein.
Alleine schon die erforderliche Ausrüstung. Obwohl, wenn ich da mal mit meinem breiten iSonic aufkreuze...:cool:
Ich bin vom Typ auch eher Langläufer als Abfahrer. Ist das nicht ein bisschen wie am Lift anstehen wenn man wieder zurück hinter die Wellen muss?


Gruß
Andreas

aurum
23.05.2016, 19:27
Ist das nicht ein bisschen wie am Lift anstehen wenn man wieder zurück hinter die Wellen muss?


nee, es ist schlimmer, denn es gibt (um im Vergleich zu bleiben) keinen Lift und man steht oben vor der schmalen Piste in der Schlange.
und bei Sturz ist nicht einfach der Ski ab, sondern der Mast (und das Segel) kaputt ,-)

blinki-bill
24.05.2016, 09:20
Das machst du genau richtig.
Das muss jeder für sich entscheiden, ob die wenigen Wavetage in DK oder NL oder sonstwo auf der Welt die Erfüllung sind beim Windsurfen. Ich gehe seit über 30 Jahren mit viel Spaß auf einem See Windsurfen und hab mich mit den hiesigen Verhältnissen arrangiert und mein Material darauf abgestimmt. Häufig belächelt durch damalige Windsurf-Bekannte, die das "einzig" wahre Windsurfen in der Welle gesucht und gefunden haben. Keiner von denen steht mehr regelmäßig auf dem Board, denn Maasflakte geht eben nicht regelmäßig und Hanstholm ist weit weg von Mittelerde.
Also: Dranbleiben und sich nicht beirren lassen.

BTW: Bei dem 9er Warp hätte ich schon etwas bedenken. Manches mal frag ich mich warum sich den Aufstieg mit unpassendem Material unnötig schwer machen. Geht beim Vorliektrimm los, über Rotation des Segels beim shiften, Segelaufholen etc. Aber das haben wir ja schon diskutiert.

Spreetech
24.05.2016, 10:24
Das machst du genau richtig.
BTW: Bei dem 9er Warp hätte ich schon etwas bedenken. Manches mal frag ich mich warum sich den Aufstieg mit unpassendem Material unnötig schwer machen. Geht beim Vorliektrimm los, über Rotation des Segels beim shiften, Segelaufholen etc. Aber das haben wir ja schon diskutiert.

Hallo blinki bill,
das 9er Warp habe ich erst 2x ausprobiert.
Allein der Gedanke, das Segel aus dem Wasser ziehen zu müssen, wirkt abschreckend. 250cm Gabelbaum machen Manöver auch nicht einfacher.
Subjektiv hatte ich aber das Gefühl, dass es stabiler im Wind steht.
Am Sonntag habe ich während der 2h auf dem Wasser alle (Steh-)Manöver mit einem Simmer zeroseven 9,0 (nocam) gestanden. Mit meinem Sunray 8,0 wäre ich wahrscheinlich nicht ins Gleiten gekommen.
1-2x das Segel hochziehen ist noch OK, wenn man Vorteile beim Angleiten und Geschwindigkeit hat. Ich bin neugierig wie der Unterschied sein wird.

Gruß
Andreas

aurum
24.05.2016, 10:41
ja, das ist echt übel, wenn man so wie ich mitten in Deutschland wohnt, wo die Wellen so weit weg sind
ab und an Wochenendsurfen aufm Baggersee ist da nur reine Verzweiflungstat

blinki-bill
24.05.2016, 11:01
@Tilo: A bad day on water beats a good day at work ;)

@Adnreas:
Das Warp gleitet mit großer Sicherheit wesentlich schlechter an als das Zeroseven. Dafür kannst du das Warp noch gut fahren, wenn Sunray und Zeroseven schon am Ende sind. Warp und Co. sind nicht auf den untersten Windbereich und leichtes Angleiten geschnitten sondern auf Tempo und Kontrolle.
In meinem Surf-Bekanntenkreis fahren etliche Leute "Schwachwind" SL Material -wie ich auch- das bedeutet 9,5 m² und ein mindestens 80 cm SL Board. Damit gleitest du keinen deut besser an als mit einem guten leichtwind Freerider mit leichtem ~8.5er Nocam Segel, wie dein Zeroseven eines ist. Nur: Einmal am fahren fährt der SL viel besser durch Windlöcher, die Kontrolle nach oben ist besser und das Tempo ist höher. Es ist aber auch mehr Input nötig. Die SL Kombination will aktiv über die Gleitschwelle gehoben werden etc. Es ist dein nächster Schritt, aber mach den 4. nicht vor dem 2. ;)

teenie
24.05.2016, 12:05
Es ist dein nächster Schritt, aber mach den 4. nicht vor dem 2. ;)


Diese Hoffnung habe ich bei dem Kollegen aufgegeben...:o
Nunja, jeder so wie er mag.

Grüße
teenie

teenie
24.05.2016, 12:22
Das machst du genau richtig.
Das muss jeder für sich entscheiden, ob die wenigen Wavetage in DK oder NL oder sonstwo auf der Welt die Erfüllung sind beim Windsurfen. Ich gehe seit über 30 Jahren mit viel Spaß auf einem See Windsurfen und hab mich mit den hiesigen Verhältnissen arrangiert und mein Material darauf abgestimmt.

Ja, jeder so wie er mag und kann. Ich habe es wirklich probiert, aber dieses einfache rumgegleite mit großem Material macht mir dauerhaft keinen Spass, wenn der nächste Spot schon 100km weit weg ist, fährt man eh erst bei solider Vorhersage.

Hätte ich nen Dauer CP direkt am Spot sähe es vielleicht anders aus, wer weiss.

Großes Material ist einfach ein anderer Sport, so ist das nunmal.

Aber auch das hatten wir schon zur Genüge, mir 'reichen' die 2-3 guten Tage im Jahr bei weitem auch nicht, allein was hilfts...:(

Grüße
teenie

blinki-bill
24.05.2016, 15:34
"einfaches rumgegleite". Aua. Da hätt ich dir gern letzten Sonntag mal mein 9.5er bei 12 kn mit Böen bis 25 kn in die Hand gedrückt. Du hättest dich nach dem 5.3er & Waveboard auf dem Ostsee gesehnt, denn das ist wirklich einfach. Und ich meine nicht wegen des Rein- und Raustragens ;)

Abgesehen davon bist du ja auch nicht als Meister vom Himmel gefallen sondern über den See um die Ecke aufgestiegen. Auch da war die Tendenz zum großen Segel mal da. Wenn einen der Freeridekram mal nicht mehr genügt, dann kann mans entweder an den Nagel hängen oder dem Slalom Zeug 'ne Chance geben.

teenie
25.05.2016, 05:57
"einfaches rumgegleite". Aua. Da hätt ich dir gern letzten Sonntag mal mein 9.5er bei 12 kn mit Böen bis 25 kn in die Hand gedrückt. Du hättest dich nach dem 5.3er & Waveboard auf dem Ostsee gesehnt, denn das ist wirklich einfach. Und ich meine nicht wegen des Rein- und Raustragens ;)

Abgesehen davon bist du ja auch nicht als Meister vom Himmel gefallen sondern über den See um die Ecke aufgestiegen. Auch da war die Tendenz zum großen Segel mal da. Wenn einen der Freeridekram mal nicht mehr genügt, dann kann mans entweder an den Nagel hängen oder dem Slalom Zeug 'ne Chance geben.

Du bist aber auch bockelig... mit 'einfach' wollte ich keineswegs etwas über das benötigte oder abverlangte Fahrkönnen sagen, dass weisst du doch genau.

Bei Slalomzeuchs geht's (nur?) um Geschwindigkeit, um heizen um Kurse um irgendwelche Zeiten um Rekorde ums matchen ums gewinnen... alles nicht das was mich am windsurfen reizt.
Da kann das bei böigen Bedingungen noch so anspruchsvoll sein, ist einfach ein anderer Sport.
War am Sonntag bestimmt auch für normale Freerider wie mich anstrengend genug so böig wie das war...

Ich hatte 1994 mein erstes und letztes Slalomsegel, ein North Prisma, als 'Leichtwindgröße' in 6,5. Ich war bestimmt nie wieder so schnell, aber gemocht habe ich das nicht...

Und nein, ich habe nicht auf einem Binnensee gelernt und bin dennoch vom Meister weit weg... ;)

Aber ich gebe Dir voll recht, 5,3er Bedingungen mit Welle an der Ostsee, kleines Brett, machen es sehr einfach das Dauergrinsen festzutackern...:D

also jedem seins...

Grüße
teenie

Rosas-Fahrer
25.05.2016, 07:12
Bei Slalomzeuchs geht's (nur?) um Geschwindigkeit, um heizen um Kurse um irgendwelche Zeiten um Rekorde ums matchen ums gewinnen...



Moin,
das ist IMO eine recht einseitige Sicht auf die Dinge.
Mir macht es unheimlich Spaß auf Flachwasser bei leicht kräuselnder Oberfläche nahezu lautlos übern Teich zu Gleiten. Und das geht bei 11-12 kn eben fast nur mit großem Zeugs, also 9,5er Segel und breiter Flunder (kein Formula). Da stehen Zeiten, Rekorde und Matches ganz hinten.
Natürlich mag ich auch das kleine Freemove-Geraffel und freue mich, wenn mal wieder das Vier-Nuller zum Einsatz kommt. Es ist aber in unseren Breiten eher selten und wenn es nur 80l Board und 4-5qm-Segel geben würde, hätte ich das Surfen schon längst aufgegeben.
Gruß

Bernie B
25.05.2016, 11:13
Aber ich gebe Dir voll recht, 5,3er Bedingungen mit Welle an der Ostsee, kleines Brett, machen es sehr einfach das Dauergrinsen festzutackern...:D

also jedem seins...

Grüße
teenie
Interessanterweise ist genau diese Konfiguration die die ich überhaupt nicht mehr mag.
Wellchen gibts da für Kiter, da würden selbst 3 Finnen im Windsurfboard nichts helfen bei mir;)
Und hinzu kommen noch die lechzenden 5-10mal im Jahr Waver, endlich kann man die Kombi mal nutzen.....

Und am Stein; sorry mit solch einer Kombi....fliegen,dümpeln, ertrinken im Viertelstundentakt...
Da nutze ich wenn die Isonics, da hab ich im Kabbel wenigstens einigermassen Laufruhe und Kantengriff bei schnellen oder weiten Halsenradien und die gleiten wenigstens durch .

@Spreetech:
Schön das es Spaß macht, denn darauf kommt es an.
Probiere aus, entscheiden wie sich das Racerigg (Vorteil ist das steht wie eine Wand, keine Druckpunktwanderungen, kein mögliches Überziehen etc) gut für dich mit dem Isonic, doch der Falcon ist etwas völlig anderes..
Meine Prognose:
Da wirst du feststellen völlig unbrauchbar;)
Der Falcon ermöglicht dir keinen Schotstart(besonders nicht mit vollgelaufener Masttasche), und Wasserstart, da scheitern ganz andere Könnenstufen.

teenie
25.05.2016, 13:14
Moin,
das ist IMO eine recht einseitige Sicht auf die Dinge.
Mir macht es unheimlich Spaß auf Flachwasser bei leicht kräuselnder Oberfläche nahezu lautlos übern Teich zu Gleiten. Und das geht bei 11-12 kn eben fast nur mit großem Zeugs, also 9,5er Segel und breiter Flunder (kein Formula). Da stehen Zeiten, Rekorde und Matches ganz hinten.
Natürlich mag ich auch das kleine Freemove-Geraffel und freue mich, wenn mal wieder das Vier-Nuller zum Einsatz kommt. Es ist aber in unseren Breiten eher selten und wenn es nur 80l Board und 4-5qm-Segel geben würde, hätte ich das Surfen schon längst aufgegeben.
Gruß

Ja, das macht auch mal Spass, so 1-2x im Jahr. Dafür extra Material hatte ich mal (Freerce 9,6 und Freeraceboard). Am Ende wars für mich irgendwie nur 'rumgegleite' auch bei 30°C und Shorts habe ich immer nur an das Gerödel danach gedacht...
Wenn man genug Platz und Zeit hat, dann ist das sicher ganz nett, nicht jedoch für mich.

Als ich mein Material mal nur auf 1 Waveboard und 2 Segel reduziert hatte kam es wegen dem Wohnort bei mir fast dazu komplett aufzuhören, das ist der Vorteil der aktuellen Mehrfinner, es macht auch ein vrglw. großes Board Spass...

Aber wie gesagt, jedem seins. Ich gönne Euch euren Spass in eurer Großsegel Sportart, gönnt mir doch einfach mein Gemaule über böige Binnenseebedingungen für meine Sportart :eek:

Für den TE (Wieder)Aufsteiger hier bleibe ich dabei, erstmal Basics lernen und dann zu Slalommaterial greifen...

Grüße
teenie

teenie
25.05.2016, 13:18
Interessanterweise ist genau diese Konfiguration die die ich überhaupt nicht mehr mag.
Wellchen gibts da für Kiter, da würden selbst 3 Finnen im Windsurfboard nichts helfen bei mir;)
Und hinzu kommen noch die lechzenden 5-10mal im Jahr Waver, endlich kann man die Kombi mal nutzen.....


Ja, diese Gelegenheits- womöglich Wochenendsurfer und Familienväter mit normalen Jobs die nerven, kenne ich...:cool:


Und am Stein; sorry mit solch einer Kombi....fliegen,dümpeln, ertrinken im Viertelstundentakt...

Ja, ist cool voll überpowert und kurz danach knietief drinstecken... auch am Stein gibt's jedoch gute Tage mit konstanterem Wind...

Grüße
teenie

blinki-bill
25.05.2016, 13:40
Für den TE (Wieder)Aufsteiger hier bleibe ich dabei, erstmal Basics lernen und dann zu Slalommaterial greifen...
Genau. Jetzt lass uns mal abwarten wie es weiter geht.

blinki-bill
26.05.2016, 10:19
Als solcher Gelegenheits-Waver gurke ich den Könnern am Altenteil auch gelegentlich in die Parade :o Das muss man entspannt sehen, irgendwann sieht man sich wieder.

teenie
26.05.2016, 12:08
Als solcher Gelegenheits-Waver gurke ich den Könnern am Altenteil auch gelegentlich in die Parade :o Das muss man entspannt sehen, irgendwann sieht man sich wieder.

Das siehst du vielleicht entspannt, die Könner eher nicht, oder Bernie :o:confused:

Am besten ganz früh oder ganz spät rausgehen, dann passt das mit dem Gewusel auf dem Wasser.
Angebrüllt wurde ich nur 1x mal bisher und das war vor Römö und völlig berechtigt...:o Ich hatte ihn einfach nicht gesehen...

Am Stein ists oftmals kritischer, da hat son Hansel mir mal nen Spinloop vor die Nase geknallt und wäre fast auf meinem Board gelandet. Ich weiss bis heute nicht warum wir uns noch nicht mal berührt haben...

Grüße
teenie

Rosas-Fahrer
26.05.2016, 17:22
Moin,
schöne Geschichten, die ihr da parat habt.
Ab wann ist man denn Könner? Und die haben dann eine Sonderberechtigung für was auch immer....???
Ist es zu vergleichen mit Locals?
Und was ist ein Local? Einer aus NRW der oft am Dümmer oder Stein ist ja wohl nicht - der kommt ja noch nicht mal aus dem richtigen Bundesland:)
Gruß

acidman
27.05.2016, 08:02
müßt ihr eiegentlich jeden Thread kapern und zerreden? das ist doch alles offtopic:mad:

rene44
30.05.2016, 17:33
Hi spreetech

Was ich so lese hast richtig Spaß! Läuft gut :-)
Ich hatte ab Ende April bis gestern super Tage. War immer in Podersdorf (Neusiedlersee-Österreich)
Und konnte mein Board mal ausgiebig testen.
Und mich um ein Zweites umzugucken.
Die Sache läuft bei mir voll perfekt nach ca. 10 Jahren
Surf-Pause mit eigenem Material.

Freut mich immer deine Berichte zu lesen

Ciao Rene

Spreetech
11.06.2016, 10:46
Vor mittlerweile einem Jahr habe ich mit der Anschaffung von gebrauchtem Material den Neuanfang gewagt und kann sagen, man muss nicht an der Küste wohnen oder ein Thermikrevier vor der Tür haben, um zu ausreichend Surfzeit zu kommen. Ich war jetzt im Wochentakt auf meinen Homespots unterwegs. Übers Jahr bläst der Wind durchschnittlich alle 2 Wochen stark genug, um die Gleitschwelle, abhängig vom Material, überwinden zu können.
OK, auf Binnenseen ist man viel am Dümpeln bis wieder eine Böe kommt.
Aber weil man gezwungen ist, die in den Böen vernichtete Höhe wieder gut zu machen, die ständigen Druckschwankungen des Segels auszugleichen und mit Pumptechniken die Gleitschwelle schneller zu überwinden, ist das auch eine gute Schule.
Seit meinem letzten Bericht war ich 3x auf dem Wasser. Die ersten beiden Male stand Dümpeln zu Gleiten in keinem Verhältnis. Auch Gestern war die Vorhersage nicht sonderlich vielversprechend (12-13kn bis 18:00). Aber ich konnte früh Feierabend machen und war um 15:00 am See. Von den ca. 10 Surfern, die vor Ort waren, standen 5 am Strand und haben auf mehr Wind gewartet. Nebenbei habe ich noch aufgeschnappt, dass der Wind wohl schon etwas nachgelassen hätte.
Hektisch, aber mit inzwischen sicheren Handgriffen, war das Material schnell aufgebaut, man will ja keine Böe vergeuden. Gerade als ich losfahren wollte, bemerkte ich, dass mit dem Segel etwas nicht stimmte. Ich hatte einen anderen Mast verwendet, weil die Latten zuvor schon fast am Mast vorbeiragten. Der neue Mast hatte allerdings keine Öffnung für den Stöpsel, so dass die Mastspitze durchgerutscht ist. Der Tag drohte zur Nullnummer zu werden! Also wieder zurück zum Strand und noch hektischer, unter Beobachtung der noch wartenden Surfer, den ursprünglichen Mast eingefädelt. Es war mittlerweile 15:45 und es konnte endlich losgehen. Auf dem Weg durch den Stehbereich, mit 54cm Finne muss man ein paar Meter laufen, hatte ich nur gehofft, mich nicht komplett zu blamieren. Aber der Wind hatte Mitleid und mich sofort nicht nur über die Gleitschwelle, sondern über den ganzen See getragen! In den nächsten 2h konnte ich in einigen Gleitfahrten beobachten, wie andere noch rumdümpelten. Wo sonst ich den andern neidisch hinterhergeschaut habe, war ich jetzt auf der anderen Seite der Gleitschwelle!
Übrigens habe ich wieder neue Erfahrungen gesammelt.
Ich glaube, ich weiß jetzt was mit "gut angepowert" gemeint ist. Es gab da einige Böen, in denen ich mein 9m²-Segel nicht voll reinhalten konnte.
Eine dieser Böen hat mir meinen ersten richtigen Schleudersturz bei 20kn bescheert. Ich hatte Glück und bin mit dem Hinterkopf neben dem Mast ins Segel eingeschlagen. Die nächsten Anschaffungen sind Helm und Prallweste!

Mein persönlicher Geschwindigkeitsrekord liegt jetz bei 40km/h, 50km/h sollen es dieses Jahr aber noch werden. Entspechendes Material ist ja vorhanden.


Bis zum nächsten Mal
Andreas

Spreetech
01.07.2016, 10:23
Letztens hatte ich noch getönt, dass man auf Binnenseen im Schnitt alle 2 Wochen Surfen kann und schon stellt Aiolos klar wer das Sagen hat. 3 Wochen gab es nicht mal ansatzweise ausreichend Wind.
Dann aber, wie aus dem Nichts, zeigte der Windfinder eine vielversprechende Prognose bis in den Abend an. Nur saß ich gerade auf Arbeit fest. Egal, Mittags Schluss gemacht, um spätestens 14:00 am See zu sein. Schnell noch das Surfzeug zu Hause eingeladen und letzte Kontrolle der Windprognose. Mist, ab 15:00 sollte es schon wieder bergab auf 11kn gehen.
Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, um 14:00 war ich am See und es sah gar nicht so schlecht aus. Mit 155L-iSonic und 9m2 Nocam hat es für ein paar Gleitfahrten gereicht. Hatte ordentlich Höhe erarbeitet als der Wind dann nach einem Schauer total eingebrochen ist. Das hat richtig wehgetan die Höhe auf vollem Vorwindkurs im Dümpeln zu vernichten, um zurück zum Strand zu kommen.
Ich hatte mal gefragt, ob es einen Surfvirus gibt. Ich würde sagen, der Vergleich mit einer Droge ist treffender. Bei solchen Bedingungen fühlt man sich wie ein Surf-Junkie. Eine Böe setzt Glückshormone frei, die meistens lange genug nachwirken, um sich zur nächsten Böe zu retten.
Um kurz nach 15:00 war ich wieder am Strand und wollte die verbleibende Zeit nutzen, um die Trimmeinstellungen von meinem Warp9,0 zu optimieren. Kaum war das Segel aufgeriggt, legte der Wind unerwarteterweise auch wieder zu.
Es ist jetzt keine Überraschung, dass das Segel schneller (ca. 5km/h laut App) aber die Mänöver auspruchsvoller sind. Nocam - no Stürze, Warp - 5 Stürze. Wenn man schnell genug wieder auf dem Brett ist, bevor die Masttasche vollgelaufen ist, funktioniert der Schotstart noch ganz gut.

Gerne würde ich über Fortschritte bei den Manövern berichten. Im Juli will ich mal ein Wochenende zu einem Stehrevier an die Küste fahren, um an dieser Front voranzukommen.

Bis dahin
Andreas

Spreetech
16.07.2016, 15:45
Mit dem Üben an einem Stehrevier hat es vor dem Urlaub nicht mehr geklappt. Es gab aber mehrmals gute Bedingungen zum Surfen auf heimischen Gewässern. Den einen Tag hatte es Böen bis Windstärke 9! Habe vorsorglich neben dem großen iSonic noch meine Viper75 mitgenommen und, nach erster Begutachtung der Bedingungen am See, dann auch zusammen mit einem „kleinen“ Segel (Rapid 6,7m²) aufgebaut. Diesmal musste ich nicht auf genügend Wind zum Starten warten. Der Wind war so heftig, dass ich Probleme hatte auf´s Board zu kommen. Darauf folgte ein wilder Ritt zum anderen Ufer und der Wind war fast vollkommen eingeschlafen.
Zurück am Strand habe ich die Flaute genutzt, und wieder auf großes Material umgebaut. 8m2 kann man in 9er Böen gar nicht weit genug aufmachen, um noch einigermaßen Kontrolle zu behalten. Eine Erfahrung, die ich nicht nochmal machen muss.
Gestern waren die Bedingungen gut, mit Wind um 13kn. Ich hatte alles aufgebaut und musste nur noch den Neo überstreifen, als ich bemerkte, dass ich versehentlich den falschen gegriffen hatte. Es war mein 20 Jahre alter Neo, den jetzt mein Sohn benutzt. Glücklicherweise habe ich seit Januar 8kg abgespeckt und konnte mich geradeso hineinquetschen. Vielleicht lag es an der dadurch windschnittigeren Silhouette (da musste ich gerademal im Duden nachschlagen), dass ich meine persönliche Bestmarke auf 46km/h steigern konnte. Während einer Flaute habe ich von Warp 9,0 auf Cannonball 8,6 umgebaut. Auch mit dem Cannonball bin ich bis auf 45km/h gekommen. Einen Unterschied wird man wohl erst bei höheren Geschwindigkeiten feststellen.
Nachdem ich seit einigen Wochen sicher in der vorderen Schlaufe stehe, habe ich jetzt endlich auch die hintere erreicht!!! Man muss sich einfach nur mal überwinden.
Nächstes Wochenende geht es in den Urlaub nach Schweden, an die Stätte wo letztes Jahr der Wiedereinstieg begann. Rückblickend bin ich ganz zufrieden mit dem Erreichten, wohlwissend, dass es noch viel zu lernen gibt.

Bis zum nächsten Mal, hoffentlich von Haga Park in Schweden.
Andreas

Spreetech
07.08.2016, 11:53
Die ersten zwei Wochen hier in Schweden sind vorüber. Windtechnisch hatte es immer wieder mal Wind bis zu 20kn. Insgesamt konnte ich meiner Familie bisher 4 halbe Surftage abringen, denn obwohl das mit Surfequipment vollgestopfte Auto (2 Boards, 5 Segel) nach reiner Surfreise aussieht, ist das hier ein Familienurlaub. Mit meiner Tochter habe ich aber eine Mitstreiterin herangezogen, mit der ich bei der Planung der täglichen Aktivitäten zumindest eine Patt-Situation erreichen kann.
Wie schon mal beschrieben, handelt es sich bei dem Spot Haga-Park um ein Stehrevier an der Schwedischen Ostseeküste. Die Bedingungen unterscheiden sich schon erheblich zu meinem Binnensee-Homespot. Bei relativ konstanten Winden reichten mir 12kn-13kn, um regelmäßig und dauerhaft im Gleiten zu sein. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille – Wellen! 0,5m alle 2s sind anstrengend. Entspanntes Dahingleiten kann man vergessen. Zudem kam der Wind überwiegend Sideshore, sodass man immer raus aus dem Stehbereich entgegen der Wellen fahren musste. Dort lauerten richtige Sprungschanzen, die zu ungewollten Flugeinlagen führten.
Ab ca. 15kn wurden die Bedingungen so schwierig, dass ich mir von der ansässigen Surfstation ein „Magic Ride 142“ (immerhin über 10l weniger Volumen und 20cm schmaler als mein iSonic) mit 6,2 Nocam-Segel ausgeliehen habe. Der Unterschied ist deutlich spürbar. Ist man einmal in den Schlaufen, lassen sich die Wellen einfacher durchschneiden. Allerdings ist das Board agiler und reagiert sensibler auf Gewichtsverlagerungen.
Die Stehrevierbedingungen habe ich genutzt, um mit Wasserstart und Gleithalse voranzukommen.
Die ersten Halsen bin ich noch mit Respekt angegangen. Überraschenderweise geht das 1. Drittel am Scheitelpunkt ist dann Schluss mit Gleiten, meistens gefolgt mit einem Abgang. Die Gründe dafür kennt man ja aus vielen Youtube-Tutorials: Zu geringe Anfangsgeschwindigkeit, falscher Kurvenradius, falsche Gewichtsverteilung. Bei mir wahrscheinlich eine Kombination aus allem. Da hilft nur Üben, Üben, Üben.
Bei den konstanten Winden und 6,2 Nocam-Segel kriege ich mittlerweile den Wasserstart aus brusttiefem Wasser hin. Ich glaube, das fehlt nicht mehr viel.
Mal schauen, ob ich hier in Schweden nochmal auf´s Wasser komme. Vielleicht kann ich meine Familie aber auch noch überreden, auf dem Rückweg an der Müritz halt zu machen. Die Fähre legt morgens in Rostock an, so dass man einen halben Tag an der Müritz hätte. Dann gibt es bestimmt wieder was zu berichten.

Gruß aus Schweden

Binnensurfer
08.08.2016, 09:59
Moin,

das hört sich doch nicht schlecht an.
Stell doch mal Fotos von dem Spot ein (bei Wind).
Grasfinnen scheint man dort nicht zu brauchen.
Ist scheinbar nicht zu flach und ohne Gras.

SG

Spreetech
08.08.2016, 12:55
Moin,

das hört sich doch nicht schlecht an.
Stell doch mal Fotos von dem Spot ein (bei Wind).
Grasfinnen scheint man dort nicht zu brauchen.
Ist scheinbar nicht zu flach und ohne Gras.

SG

Werde wohl keine Gelegenheit mehr haben, Fotos zu machen.
Für die kommenden Tage ist Wind bis 25kn (im Mittel) mit entsprechenden Wellen angesagt. Das ist mir definitiv zu heftig. Am Donnerstag geht es dann auch wieder zurück.
Teilweise treibt etwas Seegras im Wasser. Mit Finnen bis 30cm kommt man weit in den Stehbereich rein.
Es gibt da auch eine Speedpiste hinter einer Art Sandbank. Dort werden Geschwindigkeiten über 40kn erreicht (s. https://www.gps-speedsurfing.com/default.aspx?mnu=user&val=172436&uid=1990&spotid=207).

Gruß Andreas

Spreetech
14.08.2016, 15:53
Der Urlaub ist vorüber, ohne nochmal auf´s Wasser gekommen zu sein. Wind gab es mehr als genug, mit bis zu 25kn im Mittel. Aber bei den Wellen (0,8/3s) kommt bei mir noch kein Spaß auf.
Zurück zu Hause waren dann für Gestern 14kn über mehrere Stunden vorhergesagt worden. Um auch keine Böe zu verpassen, war ich früh genug am Spot. 14kn waren es dann doch nicht, so dass es wieder mal beim Böen-Hopping blieb. Für dauerhaftes Gleiten fehlte gefühlt der 1kn. Trotzdem eine schöne Session bei 25° und Shorty.
Konnte immerhin meine persönliche Bestleitung auf 47,2km/h hochschrauben. Zu den für dieses Jahr angepeilten 50km/h fehlt nicht mehr viel. Das sollte im Herbst doch noch klappen.
Mit den hinteren Schlaufen stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuß. Je schneller es wird, desto mehr Überwindung kostet es mich, den sicheren Stand zu verlassen, um in die Schlaufe zu schlüpfen. Der Aufwand lohnt sich aber. Danach lässt es sich merklich entspannter dahingleiten. Ich meine, man kann dann auch besser Höhe fahren.
Nach direktem Vergleich zwischen Küsten- und Binnenspots, stellt sich bei mir die Erkenntnis ein, dass ideale Bedingungen nur selten vorzufinden sind. Momentan sind mir die heimischen Bedingungen mit kurzen Gleitfahrten von Böe zu Böe und leichter Kabbelwelle lieber als konstante Winde mit Wellen und langer Anfahrt zur Küste.

blinki-bill
15.08.2016, 08:02
Moinsen,
da bist du auf dem richtigen Weg.
Ich selber freue mich nach 35 Jahren Windsurfern über jeden Tag am Homespot, dem Dümmer See. Nur muss man schauen was da geht und sich materialmäßig drauf einstellen.

47 Sachen ohne den Fuß in der hinteren Schlaufe sind schon "gewagt". Mach das Segel kurz hinten auf, dann verringert sich der Zug auf der hinteren Hand und du hast das Bein entlastet und kannst zeitgleich den Fuß in die Schlaufe stecken.

Viel schneller läuft das "Schwachwind" Material eh nicht. Mit dem 9er und dem breiten SL Board an die 50 Sachen, das ist auch für Fortgeschrittene schnell. Immer im Hinterkopf, dass man ja schon gut doppelt so schnell wie der Wind unterwegs ist.

Spreetech
15.08.2016, 18:56
@blinki-bill
Danke für den Tipp, werde das beim nächsten Mal ausprobieren.
Dachte mir schon, dass mein Leichtwindmaterial Grenzen hat.
Fahre überwiegend mit 8m2 und 9m2. Bei stärkeren Wind, den es hier selten gibt, sind meine Boards dann einfach zu groß. Das will ich aber bald ändern.
Der neue Rocket 135 soll ja noch früher angleiten. Interessant finde ich auch den Hejfly Madd 136 mit Twinser Finnen. Dazu noch ein ordentliches 7m2-Cam-Segel, dann müsste ich meinen Windbereich merklich nach oben ausweiten können.

Gruß
Andreas

blinki-bill
16.08.2016, 10:26
Moinsen Andreas,
ich persönlich würde mir kein Board in der Freerideklasse mit 2 Finnen holen. Es sei denn, das Revier erfordert sehr kurze Finnen. Der Grund ist einfach: Die fahren weniger loose. Die beiden Finnen bremsen mehr und entwickeln nicht so viel Lift wie Boards mit einer gescheiten Single Finne. Auf der Haben Seite steht allerdings eine bessere Boardkontrolle bei den Twinsern. Da kann man dann ein Board mit höherem Volumen auch kontrolliert mit einem kleineren Segel bei mehr Wind nutzen. Da muss man abwägen was einem persönlich wichtig ist.

Wenn du mit dem iS gerne fährst und dein 9er und 8er darauf gut nutzen kannst, dann brauchst du auch kein Board mit 135 Litern. Segel bis 8,5 m² kannst du sehr gut auch in mit 115 bis 125 Liter, also mit ca. 70 bis 75er Breite fahren. Leicht zu fahren sind RRD Firemove, Allride, Rocket Wide etc.

Wenn du dir den Aufstieg mti Schlaufen fahren und Halsen weiter erleichtern willst und damit einen ähnlichen Windbereich wie mit dem iS abdecken möchtest, wären die 135 Liter richtig.

Spreetech
16.08.2016, 13:49
Hallo blinki-bill,

seit meinem Neuanfang vor einem Jahr waren die Bedingungen zu 90% so, dass man schon häufig eingeparkt ist, ehe die nächste Böe kommt. Mit meinen 100kg muss da ein Schotstart möglich sein. Erst letztens musste einer über den halben See zum Ufer schwimmen weil der Wind plötzlich eingeschlafen war.
An beiden Stehrevieren (Salzhaff und Haga Park), die ich bisher besucht habe, blieb trotz Weedfinne (36cm) nicht viel nutzbarer Stehbereich übrig. Daher, und wegen Kontrollierbarkeit in Kabbelwelle, die Überlegung zu einem Board mit 2 Finnen.
Auf GPS-Windsurfing sieht man auch hin und wieder große F2 Vegas oder Hejfly Madds mit über 30kn.
Aber ein Rocket ist bestimmt auch nicht die schlechteste Wahl.

Gruß
Andreas

Spreetech
30.08.2016, 19:19
Nach zwei Wochen Flaute war es Gestern wieder soweit. Mindestens 12kn waren angekündigt. Gute Bedingungen für meinen iSonic. Vorort gab es dann wirklich auch mal Windphasen, die lang genug andauerten, um mich gleitend über den gesamten See zu tragen.
Mit der hinteren Schlaufe klappt es immer besser. Halbwindkurs und aufrechte Haltung, dann geht es glaube ich am einfachsten.
Mich stört der kleine Windbereich, in dem ich den iSonic vernünftig fahren kann. Ab ca. 12kn komme ich in´s Gleiten und bei max. 18kn ist das Ding mit 8-9m2 kaum noch fahrbar. Ich habe aber noch einen gut erhaltenen F2 Xantos zu liegen, den ich zum Wiedereinstig vor einem Jahr komplett mit mehreren Segeln gebraucht gekauft habe. Mit 143l verteilt auf 310x61cm wird das Board deutlich andere Fahreigenschaften haben. Bei der Länge sollte der ganz gut angleiten und mit 61cm Breite kleinere Segel vertragen und Kabbelwellen besser durchschneiden können. Allerdings war der vor einem Jahr noch viel zu kipplig für mich. Ein erneuter Versuch ist es bestimmt wert. Mehr dazu vielleicht beim nächsten Mal.

sepplist
31.08.2016, 15:29
schöne Geschichten mit Deinen Berichten :) !

Da ich auch -wenn auch etwas anders- Wiedereinsteiger bin, verfolge ich Deine schönen Geschichten und Deine Berichte :) sehr gerne !

Außerdem surfe ich in und um Berlin /Brandenburg wieder häufiger...

Bitte weiter so die Berichte!

Herzliche G. aus dem Erzgebirge

Heimathafen: Scharmützelsee :)

acidman
01.09.2016, 07:25
Am wochenende könnte in Berlin und Brandenburg etwas wind geben, wohl aber auch mit Regen

Zeit fürs üben

bin vielleicht an der müritz

Spreetech
01.09.2016, 19:11
Freut mich, meine Surfbegeisterung mit Gleichgesinnten teilen zu können.
Beim Schreiben der Berichte lasse ich die letzte Surf-Session Revue passieren
und bin wenigstens gedanklich mal wieder auf dem Wasser. Dabei lässt sich gut in Ruhge analysieren, woran man beim nächsten Mal arbeiten kann. Außerdem baue ich dadurch Druck auf, denn man will ja von Fortschritten berichten.

Weder auf Windfinder noch bei Kachelmann ist für die nächsten Tage ausreichend Wind in Brandenburg angekündigt. Wird wohl wieder beim 2-Wochen-Rythmus bleiben. Aber der Herbst ist nicht mehr weit hin.

acidman
02.09.2016, 08:08
am sonntag sollte genug wind am rangsdorfer see sein behauptet muchoviento

allerding smit regen :D

Spreetech
02.09.2016, 08:41
Wo kommt das denn aufeinmal her.
Neue Fußschlaufen für den Xantos sollen Morgen kommen, dann kann ich den am Sonntag gleich mal ausprobieren.

stg
02.09.2016, 09:42
Montag war ich seit langem mal wieder am Müggel.
Waren bis zu 15 Leute aufm Wasser und super bedingungen (6.5er bei 70kg paßte genau)

Muß man ja nochmal Nutzen bevor sie anfangen am Südufer bestimmte Bereiche zwecks Naturschutz sperren (wenns dumm läuft auch den halbwegs brauchbaren einstieg dort)
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/naturschutz-sportvereine-am-mueggelsee-haben-angst-um-ihr-revier-24677300
ps: das geistert jetzt schon über ein jahr durch die presse aber es scheint sich zu bewahrheiten.

---------
und ja Sonntag sieht gut aus und war schon seit anfang der Woche so per 'Windfinder' halbwegs absehbar (die Frage ist halt obs 'nur' Regen ist was da kommt oder obs Gewitter ist)

Wenn du Glück hast reicht es Samstag sogar auch (für großes Material). Die Prognose geht offenbar noch nach oben mal schauen was morgen früh drinsteht.
https://www.windfinder.com/weatherforecast/schoenefeld
https://www.windfinder.com/weatherforecast/blossin_wolziger_see
https://www.windfinder.com/weatherforecast/mueggelsee

Spreetech
21.09.2016, 19:46
Wenn lange wieder Flaute war, reicht schon eine Minimalprognose mit einer Rückmeldung von sich zufällig im Wind wiegenden Bäumen und die Frage ist nicht mehr ob, sondern wohin.
So war es auch letzte Woche. 2x Mal bin ich nahezu erfolglos bei 11kn aus Ost zum See aufgebrochen. Trotz 54er Finne, Mastfuß vor, Gabelbaum höher und obere Schothornöse nur wenig gespannt, hat es nur für ein paar kurze Gleitfahrten gereicht. Richtig Spaß kam nicht auf. Immerhin, entspannte Workout´s bei blauem Himmel im kurzen Neo gehabt.
Für das Wochenende war dann endlich mehr Wind angekündigt. Eine gute Gelegenheit, mal an die Ostsee zu fahren. Laut Vorhersage sollte es dort bis zum Abend 13kn-15kn im Mittel geben. Ich habe mich schon gedanklich in langen Schlägen bei Sonnenschein dahingleiten gesehen. Meine Tochter, ebenso in Vorfreude, wollte auch mit. Die Anreise war vielversprechend. Es waren keine Wolken am Himmel und überall Anzeichen von ausreichend Wind zu sehen. Nach dem frühen Aufstehen, 3h Anreise und den großen Erwartungen, war die Enttäuschung groß, als wir, um 10:00 am Salzhaff angelangt, eine geschlossene Wolkendecke und Flaute vorfanden. Als Surfer muss man schon geduldig sein, um 13:00 haben sich die ersten Kiter blicken lassen und ab 13:30 war endlich auch genug Wind für uns vorhanden. 6h Autofahrt für 3h Netto-Surfzeit ist kein befriedigendes Verhältnis. Allerdings war ich von den 3h ca. 2h am Gleiten. Für diese Ausbeute muss ich bei mir auf den Binnenseen bestimmt 6h auf dem Wasser sein. Das hat sich dann auch gleich bei der Sicherheit bemerkbar gemacht. Die Kabbelwelle verliert langsam ihren Schrecken und in die hintere Schlaufe flutschte ich immer öfter schon beim 1. Versuch hinein.
Auf meiner Todo-Liste stehen jetzt die Gleithalse und der Wasserstart ganz oben an. Irgendwie gehören die auch zusammen. Bisher war immer mein Ziel, mich auf dem Board zu halten. Das steht aber im Gegensatz zum Erlernen der Gleithalse. Der Plan war eigentlich, mal ein Wochenende in einem Stehrevier bei perfekten Bedingungen die Gleithalse zu üben. Aber mal ehrlich: weit und breit max. hüfttiefes Wasser, konstante 4-5 Windstärken, die Windrichtung muss stimmen, sonnig und warm sollte es sein und am Ende muss man auch noch Zeit haben - da kann man lange auf die richtige Gelegenheit warten. Ich werde in Zukunft die ungemütliche Variante wählen und die Gleitfahrt bewusst durch eine Halse abbrechen.

Meinen Xantos konnte ich übrigens noch nicht so richtig ausprobieren. Ein Versuch bei sehr wenig Wind hat aber gezeigt, dass der, trotz seiner 145l, mit 61cm sehr kipplig ist. Stabilität kommt da erst bei etwas mehr Wind rein. Aber man muss ja dann irgendwann auch um die Ecke!

Wind ist erst Ende September wieder in Sicht.

Bis dahin
Andreas

stg
21.09.2016, 22:13
wenn dir bei ansage nord, nordost, ost das salzhaff zu weit ist (und müritz ist auch eher unattrativ bei der windrichtung) dann kann ich durchaus das stettiner haff empfehlen, siehe eintrag vom 6.6.2016 und der von heute
http://forum.surf-magazin.de/showthread.php?t=26595&page=2

->von dir fährst da mit dem pkw für die 200km 2:15min, wir brauchen 2:30 was ja am fahrzeug liegt
->die strecke ist top. a11 bis pasewalk süd (b109) , dann erste ampel in pasewalk richtung ueckermuende abbiegen und dann über viereck, torgelow, eggesin. wunderbare landstraße teils durch den truppenübungsplatz,leere richtig gute straße, quasi keine ortschaften (mach nicht den fehler und fahr die b109 lang...)

die wellen dort am haff sind für jemand der noch im lernstaduim ist sicherlich etwas unbequem (oder nennen wir es fordernd). da laufen vor dem campingplatz kron bellin bei auflandigem wind doch ganz ordentliche.
->weiter östlich am badestrand von bellin ists aber etwas glatter.
was die wassertiefe angeht: am campingplatz wirds hinterm schilfgürtel schnell brust und halstief und dann tief. am badestrand dagegen ists etwas länger flach (das kann man schon als gutes stehrevier bezeichnen) aber auch hier keine flachwasser/grasfinne erforderlich.
seegras war auch keines.

---------
alternative wäre auch noch loissin (greifswalder bodden). paßt bei der windrichtung auch super. ist immerhin auch noch etwas kürzer als zum salzhaff.

--------
und ja. ost kannst du in berlin fast vergessen.
wenn mal richtig gut wind ist kannst in wolzig bei ost natürlich fahren und wenns richtig pfeift auch gut am müggel aber westliche winde sind hier eindeutig besser zu surfen.

acidman
23.09.2016, 08:03
Saal am bodden hatt es meist ne halbe Windstärke mehr alz am salzhaff und die fahrt ist auch eine halve stunde kürzer

Surfen ist auch Motorsport, ick war gerade gesamt 15 h Autofahrt unterwegs. Fur ca. 10 h aufm Wasser, allerdings bei fast sommerlichen Temperaturen

Die Umweltbilanz ist ....

Spreetech
01.10.2016, 16:02
Donnerstag hat wieder alles gepasst. Wind war da und ich konnte die Arbeit ab 14:00 liegen lassen. 15:15 war ich auf dem Wasser und hatte ca. eine Stunde Spaß bei Böen bis ca. 16kn. Das reicht mittlerweile zwar nicht mehr für einen erhöhten Adrenalinausstoß, aber wenigstens waren einige längere Gleitpassagen, bei ungewöhnlich konstantem Grundwind, drin.
Es hat dann nochmal eine Stunde im Dümpeln gedauert, bis sich die Einsicht durchgesetzt hat, dass der Wind nicht wieder auffrischen wird.
Immerhin konnte ich meine 500m-PB auf 20kn etwas verbessern und für 3 Halsenversuche aus dem Gleiten heraus, von der ich eine gestanden (im doppelten Sinn) habe, hat es auch gereicht.

sepplist
14.10.2016, 12:58
Was gibt es Neues bei Dir?
War doch jetzt jede Woche guter Wind!

HG aus dem Erzgebirge
Sepp

Spreetech
14.10.2016, 19:48
Hallo Sepp,

an den Wochenenden gab es leider nicht genug Wind hier.
Letzte Woche aber habe ich mir den Wecker auf 5:30 gestellt, um noch vor der Arbeit ab Sonnenaufgang für 2h auf dem Wasser sein zu können. Es waren den ganzen Tag 15kn aufwärts vorhergesagt. Hatte sogar mein kleines 7,5er dabei und dann auch aufgebaut, in Erwartung heftiger Böen. Nach einem Stich bin ich gleich wieder zurück, habe das 9er rausgeholt und eine halbe Stunde später ganz eingepackt. Der Report auf Windfinder hat das dann auch bestätigt. Genau in der Stunde gab es wohl ein Windumleitung oder kurzzeitige Vollsperrung, soon Sch....
Heute war die Windsituation ähnlich. Hatte mein Surfzeug im Auto mitgenommen und wollte ab 17:00 auf dem Wasser sein. Bis 17:00 hätte man Spass haben können. Ich habe den Abstecher zum See sein lassen.

Danke noch, dass Du mich genötigt hast meinen Frust wieder aufzuwärmen :mad:

Ich mach jetzt noch ne Runde Trockensurfen auf Youtube.

Gruß
Andreas

sepplist
20.10.2016, 12:47
Hallo Andreas,

das ist ja schade! Hatte gedacht, Ihr habt auch einiges mit abbekommen...

Da kommen eben die Herbststürme mit richtigem HACK noch zu Dir :)...

Bei uns ist es nun schon ganz schön kalt auf dem Wasser, für mich eine völlig neue Erfahrung! War jetzt bei 6 bzw. 8°C erstmals surfen, sonst nur Ski fahren.

HG aus dem Erzgebirge
Sepp

PS.: bin jetzt schon sehr gespannt auf Deinen nächsten Bericht!!!

Hallo Sepp,

an den Wochenenden gab es leider nicht genug Wind hier.
Letzte Woche aber habe ich mir den Wecker auf 5:30 gestellt, um noch vor der Arbeit ab Sonnenaufgang für 2h auf dem Wasser sein zu können. Es waren den ganzen Tag 15kn aufwärts vorhergesagt. Hatte sogar mein kleines 7,5er dabei und dann auch aufgebaut, in Erwartung heftiger Böen. Nach einem Stich bin ich gleich wieder zurück, habe das 9er rausgeholt und eine halbe Stunde später ganz eingepackt. Der Report auf Windfinder hat das dann auch bestätigt. Genau in der Stunde gab es wohl ein Windumleitung oder kurzzeitige Vollsperrung, soon Sch....
Heute war die Windsituation ähnlich. Hatte mein Surfzeug im Auto mitgenommen und wollte ab 17:00 auf dem Wasser sein. Bis 17:00 hätte man Spass haben können. Ich habe den Abstecher zum See sein lassen.

Danke noch, dass Du mich genötigt hast meinen Frust wieder aufzuwärmen :mad:

Ich mach jetzt noch ne Runde Trockensurfen auf Youtube.

Gruß
Andreas

Spreetech
30.10.2016, 11:53
Das war ja wohl nichts mit dem Oktober.
Ich habe mal zurückgeblättert. Am 1.10 habe ich das letzte Mal die Gleitschwelle überwunden. Vorgestern war ich vergeblich am See. Erst Gestern hat es endlich gereicht. In den Böen ging immer wieder mal was.

Nach Lektüre einiger Guy-Cribb-pdf´s, habe ich einige Tipps ausprobiert und den Gabelbaum noch etwas höher eingestellt und die Trapeztampen weiter zurück geschoben. Unwohler habe ich mich dabei nicht gefühlt und später war ich dadurch bestimmt auch nicht im Gleiten. Einen richtigen Aha-Effekt hatte ich aber mit dem "Hang Low". Ich habe beobachtet, dass ich mich beim Angleiten mithilfe einer kräftigen Böe eher nach Hinten lehne und damit das Heck belaste. Ich glaube das macht man intuitiv, um einen Abgang nach vorn zu vermeiden.
In dieser Situation das Gewicht möglichst ins Trapez zu hängen, um den Mastfuß zu belasten kostet etwas Überwindung, hilft aber sehr das Board schneller frei und den Druck aus dem Segel zu bekommen.
Ja ich weiß, das gehört zum 1x1 des Windsurfens, aber als Windsurfer ist man meistens sein eigener Lehrer und subjektiv geleitet. Einmal einstudierte Bewegungsabläufe, die mehr oder weniger funktionieren, werden dann nicht mehr hinterfragt.
Im übrigen sollte man Tipps auch immer beherzigen. Ist schon einige Wochen her, als mir ein erfahrener Surfer empfohlen hatte, das Schothorn meines Racesegels nur locker einzuhängen und den veschlissenen Tampen auszutauschen.
Der 1. Tipp war schnell umgesetzt. Gestern ist mir dann der Tampen bei voller Gleitfahrt gerissen, so locker sollte er bestimmt nicht sein. Konnte zwar improvisieren um zurück zum Strand zu kommen, hat mich aber bestimmt 20 Minuten Gleitwindzeit gekostet.

Mal schauen wie der November wird.

Gruß
Andreas

Smeagle
30.10.2016, 16:42
Hallo,

das "Hang-Low" mache ich auch ganz gerne. Gabel sehr weit oben und dann mit dem Sitztrapez so richtig reinsetzen. Funktioniert super. Bin halt recht schwer und so kriege ich viel Druck auf den Mastfuß und das Heck säuft kaum ab.

Aber habe schon paarmal Feedback von Profis bekommen, das wäre sehr falsch ;) Stichwort "Kackhaltung". Aufrecht, gestreckt soll ich stehen und mit dem Vorderen Fuß belasten und mit den Händen über die Gabel Druck auf den Mastfuß geben. Gelingt mir nicht gut: Stehe dann sehr instabil und beim leichtesten Fehler gibt es einen Abflug.

Was gibt's hier noch so für Meinungen zu dem Thema?

Ist das nur eine "Übergangslösung" wenn man noch nicht so gut ist? Woher kommt diese Diskrepanz vom Gefühl "das funktioniert aber"?

Gruß,
- Oliver

blinki-bill
30.10.2016, 17:53
Interessante Sache. Wie der Andreas oben schon schreibt: Einmal einstudiertes wird nicht mehr hinterfragt. Habe lang gebraucht um mir den Fußwechsel nach dem Shiften des Segels abzugewöhnen...

Wenn ich mich durch ein Windloch hungern muss verlagere ich aktiv das Gewicht nach vorn und häng mich dabei an den Gabelbaum. Ich mach das über Trapez und Arme.
So dolle find ich deinen Profitipp jetzt nicht. Aufrecht gestreckt find ich falsch. Allein schon weil du immer Chop abfedern musst. Außerdem spricht die aktuelle Tendenz was Trapeztampenlänge angeht dagegen. Ich selber fahre mit leicht angewinkelten Knien, Sitztrapez, 28" Tampen.

Smeagle
30.10.2016, 18:13
Ich rede hier nur vom Angleiten.

Ich finde den Profitipp auch nicht so dolle, deshalb frage ich ja nach ;) Ich sehe den Nachteil von meiner Methode nicht so recht, ausser dass es vielleicht unelegant aussieht.

Die Aussage vom Andreas hörte sich so an, also ob diese Methode irgendwo "offiziell" beschrieben ist, also dann wohl auch ein "offizielle Tipp vom Profi" - deshalb bin ich da drauf angesprungen. ;)

Peter Hart hat in seinen Masterclasses ähnliches behauptet - Bein Angleiten irre Körperspannung und aufrecht stehen - finde gerade die Stelle nicht sonst hätte ich es verlinkt. Aber stimmt, der hat im Vergleich wahnsinnig kurze Tampen.

Eh alles nur relevant, wenn es knappen Wind hat und man "gerade so" angleitet.

Wenn es ballert stehe ich natürlich aufrecht und in den Tampen gelehnt und voll angespannt da, dann gehts mehr darum, nicht nach vorne zu fliegen ;) Ich denke, hängt stark vom Wind/Revier und vom Material ab, oder?

Gruß,
- Oliver

Smeagle
30.10.2016, 18:57
Nach Lektüre einiger Guy-Cribb-pdf´s, habe ich einige Tipps ausprobiert und den Gabelbaum noch etwas höher eingestellt und die Trapeztampen weiter zurück geschoben.

Hey, Danke für den Tipp, gerade mal nach "Guy-Cribb-pdf" gegoogelt, der hat ja echt nette Sachen auf seiner Page!

- Oliver

acidman
31.10.2016, 08:12
mittwoch soll es wieder guten wind in Berlin geben, aber bei 5° :confused:

war am am wochenende an der müritz, da war mehr als genug gleitwind :D
mehr und länger als angesagt und auch noch sonne


surfen ist halt auch motorsport, man muss dem wind auch manchmal entgegen fahren

Spreetech
31.10.2016, 17:52
Das Video von Peter Hart zur Angleit- und Leichtwindtechnik habe ich auch mal gesehen. Für mich macht die aufrechte Haltung mit Körperspannung in Windlöchern Sinn, nur ausprobiert habe ich es noch nicht. Das Problem ist das aktive Runterdrücken den Gabelbaumes. Als Schreibtischtäter mit 100kg würde das nur bei sehr kurzzeitigen Windlöcher funktionieren.
Ich versuche eher im Trapez hängend mein Gewicht nach vorn zu verlagern und die Fersen nach oben zu ziehen.

Am Mittwoch scheint ja wirklich was zu gehen, wenn man nicht noch Geld verdienen müsste. Aber vielleicht kann ich noch was verschieben oder ich fahre gleich früh für 1,5h zum See.

Anmeldung bei guycribb.com hat erst nicht geklappt. Zufällig habe ich heute einen Zugang freigeschaltet bekommen. Da gibt es eine Menge "INtuition technique articles" als Lektüre für den Winter.

Gruß
Andreas

Smeagle
06.11.2016, 20:55
Hallo,

Ja, bin da auch skeptisch ob die Methode von Peter Hart für mich anwendbar ist... ;)

Der "Missing Link" vom Guy hingegen sieht echt gut aus. Leider muss ich nach OP ein paar Wochen aussetzen, hoffe ich kann das bald mal ausprobieren.

wie hast Du das gemacht mit dem Zugang? Ich habe einige der PDFs über Google gefunden, aber direkt den Zugang auf die Seite nicht bekommen... Keine Antwort auf Anfrage per E-Mail und selbst registrieren funktioniert ja nicht mehr weil der Captcha Service kaputt ist...

Gruß,
- Oliver

sepplist
19.11.2016, 12:12
Auch bei uns keine Herbststürme, nur gestern der einzigste bisher, mußte jedoch arbeiten :( ... Dafür konnte ich vorgestern mit dem neuen 7,8 qm Racesegel :) . War erst zu wenig Wind, dann ging es einigermaßen... Am See haben Surfkameraden mich erstmal gefilmt beim Surfen!!! Erstmals in meinem Leben nach dem Wiedereinstieg (vorher hatten wir keine Filmkamera :)!). Video habe ich in meinem Thread unter Board- & Riggtips eingestellt...
Heute beginnt bei uns im Erzgebirge die alpine Skisaison, vorgestern noch surfen auf dem Cossi.
D.h., theoretisch können wir vormittags Skifahren in der Heimat, nachmittags Surfen in der Heimat- verrückt- oder?

hg aus dem erzgebirge

Spreetech
19.11.2016, 16:23
Hallo Sepplist,

ich habe Gestern Home-Office gemacht mit einem wichtigen Vorort-Termin am See:D
Diesmal habe ich das Zeitfenster optimal getroffen. Bin mit 9m2 und 54er Finne gestartet. Die Böen wurden aber immer heftiger, so dass ich nach einer halben Stunde auf 7,5 Cannonball mit 48er Finne umgebaut habe. Als dann die dicken Wolken mit Sturmböen aufzogen, habe ich zusammengepackt und saß mit Beginn des Hagels trocken im Auto.
Auch ohne des drohenden Unwetters hätte ich abgebrochen, weil ich körperlich am Ende war. Die letzten Wochen war ja nicht viel mit Surfen, dazu dann nur am Schreibtisch gesessen, das hinterlässt seine Spuren an der Fitness.
Ich hatte erst Bedenken, das "kleine Zeug" aufzubauen. Komme ich damit überhaupt ins Gleiten? Kann ich genug Höhe machen?
Klar braucht es mehr Wind, um die Gleitschwelle zu überwinden, aber Dank des "Missing Link" von Guy Cribb ging das bei einer entsprechenden Böe ganz gut.
Ich habe einige interessante Aha-Erlebnisse gehabt.
Die Boardbreite allein scheint bei stärkerer Kabbelwelle nicht das Hauptproblem zu sein, denn mit dem kleineren Segel und der kleineren Finne (ist zwar ganz schön lang, aber sehr dünn mit wenig Fläche) bin ich auch in den stärkeren Böen zurecht gekommen.
Ich habe aber in Windlöchern gemerkt, dass die Hebelverhältnisse bei der Kombination 7,5er Segel mit 100cm Boardbreite grenzwertig sind. Wenn der Wind nachlässt, wird, in den Schlaufen stehend, die Kante und das Heck zu stark belastet. So weit kann ich von dieser äußeren Position mein Gewicht gar nicht zum Mastfuß verlagern, um dem entgegen zu wirken.
Erfreulich war das Höhelaufen mit der "kleinen" Finne. Im Dümpeln ging gefühlt fast gar nichts. Je schneller man aber wurde, desto mehr Höhe konnte man laufen. Die Verluste durch Angleiten und kurzzeitigen Vorwindheizen hat man auf den letzten Metern locker wieder gut gemacht.

Bis 5° Lufttemperatur fahre ich noch, aber wenn das die letzte Session in diesem Jahr gewesen sein sollte, verabschiede ich mich mit einem guten Gefühl, frischer Motivation und 4 neuen persönlichen Rekorden, leider hat es für die 50km/h knapp nicht gereicht.

Übrigens, Dein Video habe ich gesehen, einen ähnlichen Schleudersturz hatte ich Gestern auch. War glücklicherweise auch gleich nach dem Angleiten wo man sich noch sortiert.

Gruß
Andreas

sepplist
19.11.2016, 17:26
Danke Andreas!
Das ist sehr interessant :) für mich! Ich hatte vor 4 Wo. auch stärkeren Wind und war vollkommen überrascht, dass ich mit dem 138 l-Board mit dem 5,5 qm Segel voll heizen konnte. Statt meiner 48er Finne, mit einer 45er, bei 87er-Boardbreite. Dabei sollte das mit meinem Board nicht wirklich funktionieren, gedacht ist nur es von 7,5 - 8,5. Klar hätte ich mit einem 100l-Board noch mehr Spass gehabt. Will mich aber weiter konsequent für dieses Binnenboard weiter einfahren und steigern...

Temp. sehe ich ähnlich, kälter als die 5° will ich auch nicht!

HG aus dem EG

Sepp

Spreetech
07.12.2016, 20:12
Kalt, regenerisch, tief hängende Wolken, eigentlich ein Tag, an dem man es sich mit einem Glühwein auf dem Sofa gemütlich macht - wenn da nicht der Wind gewesen wäre. Also habe ich letzte Woche alles liegen lassen und mich um 11:00 auf zum See gemacht.
Die Vorhersage war so gut, dass ich mein 9er gar nicht erst mitgenommen hatte. Vorort war ich erst alleine, ehe gegen 13:00 dann noch 3 weitere Surfer auftauchten, die sich wohl von ihrem Job wegschleichen konnten.
Bei solchen Bedingungen ist mir mit Prallschutzweste und Helm wohler. Kälte und keine Hilfe weit und breit kann schon gefährlich werden. Die einzige brenzliche Situation hatte ich dann aber nur auf dem Weg zum Wasser, als ich fast auf einer kleinen Eisplatte ausgerutscht wäre.
Das 7,5er Cannonball war genau richtig. Der gute Grundwind hat meistens ausgereicht, um ins Gleiten zu kommen und in den Böen noch gut zu kontrollieren. An dem Spot war ich das erste Mal mehr in Gleitfahrt als im Dümpeln unterwegs. Das spiegelte sich auch in der Verbesserung meiner PB über 500m wider. Vor dem Blick auf die GPS-Ergebnisse hatte ich gedacht, alle meine Rekorde verbessert zu haben, für mehr hatte es aber dann doch nicht gereicht.
Freue mich schon auf die neue GPS-Uhr GW60, die ich mir als Weihnachtsgeschenk bestellt habe.
In diesem Sinne, Frohe Weihnachten und bis zum nächsten Mal.

Spreetech
28.12.2016, 20:55
Die Eltern-Schwiegereltern-Oma-Opa-Weihnachtsrunde war überstanden und zur Belohnung gab es Gestern ordentlich Wind.
Es keimte in mir die Hoffnung, dass es dieses Jahr doch noch mit der 50Km/h-Schallmauer klappen könnte. Windstärke war ausreichend, Windrichtung perfekt und genügend Gegengewicht war auch angefuttert.
Die Bedingungen waren dann aber doch zu heftig und haben mir die Grenzen von meinem Material und körperlichen Möglichkeiten aufgezeigt.
In den Böen konnte ich das Segel kaum noch kontrollieren und der Grundwind war zu schwach, um mit der Segelgröße ins Gleiten zu kommen.

Daher meine Vorsätze für das nächste Jahr: kleinere Boards, größere Fitness und hoffentlich die ersten Gleithalsen.

Guten Rutsch (im doppelten Sinne)

sepplist
24.02.2017, 12:28
Wann geht es weiter bei Dir in 2017?
Deine Berichte fehlen!!! Ganz besonders im Winter...
Bin schon wieder gespannt :)!

HG aus dem Erzgebirge

Sepp

Spreetech
10.03.2017, 20:38
Es geht schon auf April zu und ich bin dieses Jahr noch nicht auf´s Wasser gekommen. Gab zwar 2-3x Gelegenheit, Erkältung und viel Arbeit verhinderten aber bisher einen Saisonstart.
Deshalb habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und gerade 1 Woche Dahab für Anfang April gebucht. Ohne Familie, das gönne ich mir mal.
Wenn die Windwahrscheinlichkeiten stimmen, könnte ich wahrscheinlich in der einen Woche auf so viel Gleitzeit kommen wie sonst in einem Jahr auf Binnengewässern. An der Fitness soll es nicht liegen, da arbeite ich jetzt täglich dran.
Den nächsten Bericht schreibe ich dann am Hotelpool in einer der hoffentlich wenigen windarmen Stunden.

Gruß Andreas

Smeagle
11.03.2017, 09:40
Da machst Du nix falsch, Dahab ist richtig genial! Mein einziges Problem in Ägypten ist immer, dass man zwar prinzipiell beinahe täglich Gleiten KÖNNTE - aber sie für die schwächeren Tage meistens keine großen Segel haben... Bin halt recht schwer ;) Und das frustriert dann ein wenig, wenn man mit einem 8er Segel an der Gleitgrenze rum fährt und genau weiß, mit 1qm mehr würde es gehen.... ;) Hatte ich leider immer wieder. Man kann sich ins Gleiten pumpen, aber dann reicht eine falsche Bewegung um wieder abzusaufen...

Spreetech
08.04.2017, 16:15
Am 1. April ging es los, Berlin – Kairo – Sharm El Sheikh – Dahab. Ab Sharm El Sheikh fährt ein Transfer die letzten 100km zum Hotel nach Dahab. Dabei müssen 3 Checkpoints durchfahren werden. Dazu später mehr…

Im Hotel angekommen, öffnete ich den Koffer, ich sage bewusst nicht „MEINEN“ Koffer, denn der Inhalt deutete eindeutig auf eine ältere Dame hin. Auch mehrmaliges Öffnen und Schließen änderte nichts daran. Das ist definitiv kein Aprilscherz sondern bittere Realität. Fassungslos stand ich vor dem 100% identisch aussehenden Koffer, der zudem keinerlei Infos zum Besitzer beinhaltete. Mir blieb nachts um 1:30 nichts anderes übrig, als mit vielen Fragezeichen schlafen zu gehen.
Das alles wäre halb so schlimm gewesen, wenn nicht, laut Windvorhersage, der folgende Tag einer der wenigen vielversprechenden Surftage sein sollte. Um 14:00 war ich dann mit dem richtigen Koffer wieder zurück vom Flughafen und konnte endlich mit der ersten Surfsession beginnen.

Normalerweise fahre ich meinen iSonic mit 155l. Daher wollte ich den Urlaub auch nutzen, um mich an kleinere Boards heranzutasten und habe mir einen X-Cite Ride Plus FSW mit 135l reserviert. Bei 20kn bin ich dann mit einem NP Ride in 6m2 los. Genau richtig, um sich mit dem Material vertraut zu machen. In der Lagune war das Wasser bei dem ablandigen Wind noch erstaunlich gut fahrbar. Anspruchsvoll waren aber die heftigen Böen, hervorgerufen durch die Abschattungen der Hotelanlagen. Hatte davon schon gelesen und anstelle von Flachbauten mehrstöckige Hotels erwarten. Nach 2,5h auf dem Wasser waren alle Strapazen vergessen, gibt es einen besseren Stresskiller als Windsurfen?

Tag 2 ging es, gleich mit Öffnung des Surf-Centers, um 9:00 mit 6,5m2 los. Der Wind war etwas schwächer und auch nicht mehr ganz so böig. Bis zum Mittag bin ich in der Lagune gesurft und, so wie ich mir das auch erhofft hatte, regelmäßig 500-1000m entspannt im Gleiten gewesen. Das Erreichen der hinteren Schlaufe bleibt schwierig und hat mir einen ordentlichen Schleudersturz beschert.

Am Nachmittag habe ich mich in das Revier 2 hinter der Lagune gewagt. Zur Sicherheit erhält man ein Funkgerät vom Surf-Center für Flaute oder ungewollte Abstecher Richtung Saudi-Arabien (vorherrschende ablandige Winde). Umringt von einem flachen Sandstrand ohne Windabschattung und einem vorgelagerten Riff findet man hier perfekte Flachwasserbedingungen vor.
Generell habe ich größere Stehbereiche vermisst und daher auch kaum Power-Halsen ausprobiert. Wenn man nach missglückter Halse nicht gleich wieder auf Brett kommt, ist das lästig.

Tag 3 hat es nur bis ca. 12:00 ausreichend Wind gegeben. Leider hat mein Knie etwas Probleme gemacht, so dass ich mich dazu entschieden hatte, es etwas zu schonen.

Tag 4: Flaute, Schnorcheln am Riff
Am letzten Tag hatte es dann nur am Vormittag noch Leichtwindbedingungen. Habe mir deswegen einen gleitstärkeren Magic Ride Pro mit 132l mit 7,5m² geschnappt. Das hat leider nur einige Mal kurzzeitig zum Gleiten ausgereicht. Aber ein tolles Board, das ab schätzungsweise 13kn, mit unterstützendem Wedeln der Hinterhand, ins Gleiten kommt (Hätte ich vorher mit meinen knapp 100kg nicht für möglich gehalten). Hatte wegen möglicher starker Böen Angst, das größte vorhandene Segel (8,2m2) zu nehmen. Damit wären bestimmt noch ein Paar Gleitkilometer hinzugekommen.

So bin ich nicht einmal auf 2 komplette Surftage (von 5 möglichen) gekommen. Trotz PB über 500m, einigen erfolgreichen Wasserstarts und tollen Gleitpassagen kann unter dem Strich nicht wirklich ein positives Resümee ziehen. Auch weil, jetzt mit etwas Distanz betrachtet, ein unangenehmer Nachgeschmack bleibt was die Verhältnismäßigkeit zwischen Aufwand und Nutzen betrifft. Da werden Flughäfen, 4-spurige Straßen und Betonkomplexe in die Wüste gesetzt, damit sich Touristen „all inclusive“ besaufen können. Und das alles muss noch schwerbewaffnet bewacht werden.

Dabei haben wir ja fast vor der Haustür Reviere, die, zwar nicht ganz von der traumhaften Kulisse her, aber bestimmt surftechnisch mithalten können.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ich bald mal vom Schaproder Bodden vor Rügen berichten kann.

Smeagle
11.04.2017, 08:27
Danke für den Bericht, Feedback: War schon 3x in Dahab insgesamt 25 Tage. Hatte noch nie ablandigen Wind - maximal mal NW, was dann hauptsächlich side und ein wenig off ist. Und auch keinen nennenswerten Böen!? Hast Du wohl Pech gehabt :(

Trotzdem bevorzuge ich Marsa Alam und noch südlicher. Ist weiter weg von allen Unruhen.

Gruß,
- Oliver

Spreetech
11.04.2017, 10:25
Hallo Smeagle,
die Lagune ist Ost-West ausgerichtet. Bei vorherrschenden Nordwinden ist die, bis auf den äußerst westlichen Teil, von den Hotelanlagen abgeschattet mit teils heftigen Böen. Allerdings fährt man ja üblicherweise hinter der Landzunge mit ausreichend Abstand zu den Hotels.

D:\dahab.jpg

Bitter war auch, dass beginnend mit meiner Abreise über 3 Tage hinweg toller Wind vorhergagt wurde. Und die Prognosen waren recht zuverlässig.

Hätte mir mehr Platz gewünscht. Schätzungsweise etwas über Kilometer habe ich auch bald bei mir auf dem See.

Gruß
Andreas

blinki-bill
11.04.2017, 11:31
Netter Bericht. Ich sehe das übrigens ganz ähnlich und gebe mich ebenfalls weitgehend mit dem mit dem Auto erreichbaren zufrieden. Wobei es für mich ja auch nur mal eben 90 km bis zum Homespot ist. Ich hab außerdem keinen Bock auf Leihmaterial. Grad für Wind um die 13 kn, wo es mit vernünftigem Material echt Spaß macht, fehlt es in den Stationen.

Wenn man über den Tellerrand sieht ist das was wir hier so leben schon dekadent. Andererseits leben die Menschen in Dahab etc. ja auch vom Tourismus. Also alles mit Maß...

sheshe
11.04.2017, 12:24
Also ich war mal für zwei Jahre an einer Station in Dahab. Wind gibt es im April praktisch immer nur bis zum Mittag, maximal bis 13, 14uhr.

In der Lagune ist er wechselhaft, aber nicht wirklich böig. Es gibt Felder mit konstant viel Wind und Felder mit konstant wenig. Dazwischen gibt es noch ein paar Felder, wo es wirklich böig ist. Dies ist aber meist nur beim Zurückfahren ein Problem, wenn man näher an den Hotels fährt. Ist natürlich für "Kurztouristen" schwierig abzuschätzen, aber irgendwann weiss man, wo's kracht und wo man lieber etwas aufrechter stehen muss, um nicht nach hinten zu fallen. In Speedy und Kamikaze ist es dann sowieso kein Problem mehr.

Was ich aber nicht verstehe, ist weshalb man sich bewusst kein Stehrevier aussucht und dann nach Stehrevier ruft. Meiner Meinung nach ist kein Stehrevier sogar besser für Aufsteiger, weil man nebst der Halse auch gleich noch den Wasserstart verbessern kann.

Weshalb ich dir eigentlich schreiben möchte: Danke, dass es immernoch Europäer gibt, die sich auf den Sinai trauen und dann auch noch einen (mehr oder weniger) positiven Bericht darüber verfassen. Ich fliege am Freitag wieder, geh allerdings nur drei Tage nach Dahab um meine Freunde wieder zu sehen und danach ne Woche nach Sharm auf Bootsafari.

PS: Warst du per Zufall im neuen Dahabeya? Falls ja, wie ist das so?

Spreetech
11.04.2017, 14:53
Hallo sheshe,

ich hatte schon erwartet, dass es in der Lagune zumindest in Strandnähe größere Stehbereiche gibt, so dass man von einem Stehbereich zum gegenüberliegenden fahren kann. In dem einen größeren Stehbereich ist es auch schwierig die Tiefe abzuschätzen. Mal denkt man, da ist noch genug Wasser unter dem Kiel und setzt mit nächsten Moment mit der Finne auf, das andere Mal erwartet man hühfttiefes Wasser und versinkt Kopf unter. Sind vielleicht auch die Augen, die mit dem Alter schlechter werden.
Apropos Alter, als Schreibtischtäter mit Ende 40 wird man halt bequem und muss etwas mit seinen Kräften haushalten.
Alles keine Kritik am Revier, würde ich wieder hinfahren (bin im Ibis Styles gewesen).
Aber wie gesagt, ich bin da etwas zwiegespalten. Um die Sicherheit mache ich mir keine Sorgen. Sightseeing in Kairo oder Alexandria würde ich nicht unbedingt machen. So lange aber jeder 7. Deutsche an den Folgen von Rauchen stirbt (gerade irgendwo gelesen) finde ich die Diskussion heuchlerisch.
Auf der einen Seite lebt Ägypten natürlich vom Tourismus, anderseites was macht der Tourismus aus diesem stolzen Volk?

sheshe
11.04.2017, 15:26
Ja, es ist in der Tat etwas schwierig abzuschätzen. Ich bin da wahrscheinlich auch etwas voreingenommen, weil ich jeden Stein, jedes Loch im Riff kenne und weiss, bei welchem Wasserstand man wo fahren kann :-)

Das Revier an sich ist aber echt (fast) perfekt! Allerdings eher für Fortgeschrittenere, welche sicher in Speedy fahren können. Denn Dahab ist für mich nur Speedy oder Kamikaze, in der Lagune fahr ich nur zum "Ausfahren".

Ein kleiner Geheimtipp: Wenn man vom Dahabeya direkt raus schaut, hats eine etwas grössere "Betonboje". Da ist es super zum Freeriden oder Racen, man hat genug Platz und eine gute Düse mit konstantem Wind. Allerdings muss man danach wieder Höhe knüppeln.

Ich mache mir um die Sicherheit auch keine Sorge. Am ehesten wird es am Flughafen Kairo brenzlig. Der Transfer Sharm-Dahab ist gut abgesichert und wird unter Umständen auch in (etwas mühsamen) Konvois gefahren. Und wir sind danach sowieso 7 Tage auf dem Boot in Ras Mohammed und Tiran.
Die Locals sind ein anderes Thema. Ich habe einige ägyptische Freunde, welche während der Satten Jahren viel Geld verdienen konnten, Häuser gebaut haben und Familien aufgezogen haben. Mittlerweile arbeiten sie wieder beim Vater in Monsoura auf der Farm und können sich keinen Sack Reis mehr leisten. Bei den Bedouinen sieht es aber etwas anders aus. Die kommen schon zurecht, weil sie halt auch in Clans organisiert sind.

Anyways, ich lass deinen Thread mal wieder Tagebuch sein. Vielleicht bis ein ander Mal in Dahab :-)

acidman
11.04.2017, 18:51
@Spreetech: Ostern sollte genug Wind 🍃 rund um Berlin sein

:D

Spreetech
11.04.2017, 19:00
Wäre Heute schon fast zum See gefahren, wenn hier im Forum nicht so viel Verkehr gewesen wäre:)
Bei ausreichend Wind bin ich auf jedem Fall Ostern auf dem Rangsdorfer See.

Gruß
Andreas

Zeckel
12.04.2017, 09:49
Wäre Heute schon fast zum See gefahren, wenn hier im Forum nicht so viel Verkehr gewesen wäre:)
Bei ausreichend Wind bin ich auf jedem Fall Ostern auf dem Rangsdorfer See.

Gruß
Andreas

Moin,

ich find´s gut das hier mal wieder ein bisschen mehr los ist. Ist manchmal viel zu ruhig.
Ich verfolge deine Storry auch mit großem Interesse. Bin auch Wiedereinsteiger, einiges an Leergeld beim kauf von neuen Material bezahlt, eine Woche Ägypten (Soma Bay) hinter mir, an der Halse rumdoktern usw. Und natürlich am Speed arbeiten (hab´s bisher nur auf 45km/h geschafft).
Also weiter so, freue mich schon auf deinen neusten Bericht.

Gruß Andreas

Spreetech
18.04.2017, 19:45
Samstag zum 1. Mal in diesem Jahr wieder am Homespot gewesen.
Bei 8° und Regenwetter natürlich kein Vergleich zu Dahab.
Diesmal das Windfenster gut erwischt. Trotz Warnungen habe ich die übliche Kombi mit iSonic155, 9er Warp und 48er Finne aufgebaut. Ist auf Binnenseen halt meistens ein Kompromiss zwischen Kontrolle und Gleitzeit. In der ersten Stunde zwar nur hin und wieder kurzzeitig im Gleiten gewesen, dann gab es aber ordentlich Wind, um mehrmals über den kompletten See zu heizen:D
Bis ca. 25kn-Böen komme ich damit inzwischen zurecht. Habe mich aber dieses Jahr auch gut vorbereitet und schon Ende Februar begonnen, fast täglich was für die Kondi und Athletik zu machen.
Ein PB konnte ich nicht knacken. In der Euphorie habe ich wohl immer zu viel an Höhe vernichtet und bin dabei auf der kabbeligen Lee-Seeseite hängen geblieben.
Schritt für Schritt geht es voran. Das Angleiten in "überpowerten" Bedingungen klappt immer besser, da ist der Knoten geplatzt.
Wo ich mich sonst ängstlich hart am Wind gegen die Finne gestemmt und mit dem Wind gekämpft habe, überwinde ich mich jetzt und versuche, so wie es in jedem Lehrbuch steht, etwas abzufallen und, satt im Trapez hängend, Druck auf den Mastfuß auszuüben. Was sich widersprüchlich anhört ist der Schlüssel. Je schneller desto kontrollierbarer wird es auch, da der Druck im Segel abnimmt. Sobald dann genügend Geschwindigkeit aufgebaut ist, geht es ab auf die Kante und nach Luv.
Mein Stand wird auch immer sicherer und entspannter. Ungewolltes Aushaken bei Kabbelwelle kommt nur noch selten vor.

Habe Gestern noch einen gebrauchten Rocket mit 145l gekauft und bin ganz gespannt wie der Unterschied zum iSonic sein wird was das frühe Angleiten und Kontrolle in Kabbelwelle betrifft. Mehr dazu beim nächsten Mal.

Gruß
Andreas

acidman
19.04.2017, 16:47
am Wochenende geht es wohl weiter mit ausreichendem Wind

hoffentlich hört bis dahin der Schneefall auf :D

Spreetech
19.04.2017, 19:38
Wenn einen nicht immer irgendwelche blöden Verpflichtungen wie Arbeit oder am Sonntag der 50. des besten Freundes vom Surfen abhalten würden.
Samstag ist aber geblockt!

Spreetech
22.04.2017, 21:12
Die Vorhersagen haben gehalten was sie versprachen.
Könnte den Bericht vom letzten Samstag fast per „Copy & Paste“ hier einfügen. Der Wind blies sogar noch etwas stärker, sodass ich gleich auf 8m2 gegangen bin und auch die waren in den Böen zu viel.
Das hat mir dann auch einen Schleudersturz und einen Abflug bescheert.
Das was ich letztens über das Angleiten in überpowerten Bedingungen geschrieben habe, scheint sich auch auf das Gleiten in heftigen Böen zu übertragen. Habe versucht, nicht gegen die Böen durch Anluven anzukämpfen, sondern den Kurs zu halten oder sogar noch etwas abzufallen. Sobald die Böe in Geschwindigkeit umgesetzt war, wurde es auch wieder kontrollierbarer.
Zurück an Land, ich wollte gerade abbauen, hat sich ein Holländer, der zum ersten Mal an dem See war, fachsimpelnd zu mir gesellt. Der ist, oder vielmehr hatte versucht, mit ganz ähnlichen Material (Ultrasonic 147 und Gaastra 8,6m2) zu fahren, musste aber nach einem Stich aufgegeben.
So, wie gefühlt jeder 2. Kanadier Eishockey spielt, scheint in Holland Windsurfen Volkssport zu sein (siehe Tages-Rangliste Strand Horst von Heute!). Wenn man sich dann den Respekt von einem Holländer verdient hat, ist das wie ein kleiner Ritterschlag:cool:
Bei diesen Bedingungen mit Spaß zurecht zu kommen, ist wieder ein kleiner Schritt vorwärts.
An allen PB´s dicht dran gewesen. Da hat wahrscheinlich nur die richtige Böe an der richtigen Stelle gefehlt.

Spreetech
02.05.2017, 21:55
Gestern ging es bei tollem Ost-Wind nach langer Zeit wieder zum Wolziger See.
Keine guten Erfahrungen dort bisher gehabt. Ist deutlich größer und tiefer als der Rangsdorfer See mit entsprechend unangenehmer Kabbelwelle.
Meine Tochter war auch mit dabei, so dass ich für Sie unseren „neuen“ Rocket 145 aus 2008 und für mich die Viper 75 aufgebaut habe. Dann kann man schnell auch mal die Boards tauschen.
Die Viper war für diese Bedingungen definitiv ungeeignet. Ständig schlug der Bug auf den Wellen auf und drohte abzuheben.
Mangels Erfahrung war es auch für meine Tochter mit dem Rocket schwierig. Trotzdem ist sie immer zurück zum Startpunkt und nach missglückter Wende schnell wieder auf das Board gekommen. Den Ehrgeiz hat sie von mir, das wird schon noch werden.
Nach einer Stunde konnte ich dann endlich das Rocket ausprobieren und habe mich von Beginn an darauf wohlgefühlt. Rekorde sind bei diesen Bedingungen nicht gefallen, bin aber immerhin mit bis zu 35km/h bei fieser Kabbelwelle in extremster Schräglage über den Acker gepflügt.
Die Standard-Freeridefinne mit 48cm habe ich gleich nach dem ersten Stich gegen eine 30cm Seegrasfinne getauscht - besser! Die nächste Anschaffung wird eine ordentliche Slalomfinne mit 44cm sein. Um den Bug freier zu bekommen, den Mastfuß 2cm zurückschieben (so die Theorie), hat subjektiv auch etwas mehr Kontrolle gebracht. Schothorn mehr gespannt und Tampenposition zur hinteren Hand versetzt und die Böen wurden immer besser beherrschbar.
Jetzt bin ich gespannt, wie sich das Board bei Leichtwind mit 9m2 fährt.
Einen Bruchtest hat der Mastfuß übrigens nicht überlebt. Beim Versuch aus voller Fahrt abzubremsen, um dann in Ruhe zu Wenden (Halsen klappen bei diesen Bedingungen noch nicht), bin ich mit dem Bug einige Male heftig auf den Wellen aufgeschlagen. Dabei ist wohl der Pin abgebrochen. War zwar in Strandnähe, leider aber auf der falschen Seeseite. Glücklicherweise konnte mir ein hilfsbereiter Surfer einen Ersatz-Mastfuß besorgen.
Hätte schlimmer kommen können, alleine mitten auf dem See und dann zu Fuß zurück um den halben See. Oder wie ich gerade Heute gelesen habe, ein Surfer, der nach 30h 20km vor der schottischen Küste gerettet worden ist.
Mit der neuen GPS-Uhr bin ich recht zufrieden, aber in der Notfallsituation habe ich mein Handy vermisst.

Smeagle
03.05.2017, 12:21
Hallo,

lese Deine Berichte gerne, Danke.

Nur eine Anmerkung: "Normalerweise" wird die Kontrolle bei Starkwind SCHLECHTER wenn Du mit dem Mastfuß nach hinten gehts. Bug geht höher, Board wird freier -> Aber damit auch schwerer zu kontrollieren. Wenn Dir das Board abfliegt, musst Du mit dem Mastfuß nach vorne.

Gruß,
- Oliver

Spreetech
03.05.2017, 18:42
Hallo Smeagle,

danke für die Richtigstellung.
Kurz vorm Abflug stand ich andauernd mit der Viper.
Mit dem Rocket hat es ja gleich von Anfang an gut funktioniert.
Ich meine, durch die veränderte Mastposition ist das Board freier und etwas stabiler über die Kabbelwelle gekommen. Dadurch empfand ich es als kontrollierbarer.
Bei nächster Gelegenheit werde ich auch mal in die andere Richtung verstellen, um den Unterschied zu fühlen.

Gruß
Andreas

Smeagle
03.05.2017, 21:48
Ich meine, durch die veränderte Mastposition ist das Board freier und etwas stabiler über die Kabbelwelle gekommen. Dadurch empfand ich es als kontrollierbarer.

Frei ist eben das Gegenteil von stabil ;) Probiers mal aus...

Gruß,
- Oliver

Rosas-Fahrer
04.05.2017, 09:34
Moin,
die Aussage "Mastfuss nach vorne sorgt für mehr Kontrolle" ist zwar schon meist richtig.
Aber: wenn das Board klebt, der Bug gegen die Wellen geht - dann ist "Kontrolle" eben nicht alles. Frei über die Wellen (gerade bei Kabbel) zu gleiten sorgt hier schon für deutlich mehr Kontrolle. Es gibt kaum was unangenehmeres, als mit 50km/h gegen eine Welle zu klatschen, weil der Bug zu tief liegt.
Bei einer Seegrasfinne wird zusätzlich der Lateraldruckpunkt nach hinten verschoben - daher sollte auch der Mastfuss zurückgenommen werden.
Gruß

Smeagle
08.05.2017, 08:57
Aber: wenn das Board klebt, der Bug gegen die Wellen geht - dann ist "Kontrolle" eben nicht alles. Frei über die Wellen (gerade bei Kabbel) zu gleiten sorgt hier schon für deutlich mehr Kontrolle. Es gibt kaum was unangenehmeres, als mit 50km/h gegen eine Welle zu klatschen, weil der Bug zu tief liegt.
Bei einer Seegrasfinne wird zusätzlich der Lateraldruckpunkt nach hinten verschoben - daher sollte auch der Mastfuss zurückgenommen werden.


Hallo Rosas,

Danke für den Hinweis - an die Seegrasfinne hatte ich nicht gedacht. Ansonsten komme ich bei meinen bisherigen Versuchen mit Mastfuß ganz vorne nichtmal in die Nähe von einem Zustand, wie Du ihn beschreibst. Ich schiebe bei viel Welle am Meer, was ich nicht gewohnt bin, den Mastfuß nach vorne und dann geht es besser. Halte ich aber durchaus für möglich, das man an einen Punkt kommt, wo die Nase zu sehr nach unten geht. Also ich will Dir da nicht wiedersprechen, ist nur nicht mein Eindruck gewesen bisher.

Gruß,
- Oliver

Rosas-Fahrer
08.05.2017, 10:40
Moin Oliver,
alles gut - war auch nur als Hinweis gedacht, dass der Mastfuss nach vorne halt nicht immer die beste Wahl sein muss.
Kommt eben wie so oft drauf an....
Wellen, Windstärke, Board (ein Sl´er z.B. kann schnell unangenehm auf die falsche Mastfussposition reagieren...) Körpergewicht, Fahrstil....
Gruß

Smeagle
08.05.2017, 11:58
alles gut - war auch nur als Hinweis gedacht, dass der Mastfuss nach vorne halt nicht immer die beste Wahl sein muss.


Auch hier alles gut ;) Wollte nur die Gedanken hinter meiner Aussage erklären. Ich persönlich finde es zum Lernen immer gut, einschätzen zu können, woher eine Aussage kommt. Es gibt halt nicht nur Schwarz und Weiß ;)

- Oliver

Spreetech
14.06.2017, 09:29
Letzte Woche hat alles gepasst. Meine Tochter hatte Schulferien, einen Bungalow auf Rügen konnte ich noch mieten und die Windvorhersagen waren auch so gut, dass ich die großen Segel gar nicht mitnehmen brauchte und anstelle des großen iSonic 155 endlich mal meinen Falcon 124 ausprobieren konnte.
In Suhrendorf angekommen, haben wir einen schönen sauberen Campingplatz vorgefunden. Die Bungalows waren recht neu und modern eingerichtet. Das Material kann man am Haus ablegen und von dort bequem zum Wasser tragen.
Vor der ersten Session war ich ziemlich nervös, da ich nicht wusste wie ich mit dem "kleinen Falcon" zurecht kommen würde. Die Anspannung wurde aber sofort von einem breiten Grinsen vertrieben. Mit 6,7 Rapid und 28er Seegrasfinne beschleunigte der Rennhobel ohne viel zutun und war auf der Geraden gut kontrollierbar. Viel Änderungen am Setup waren nicht notwendig, um relativ entspannt über den Chop zu brettern, wenn am Ende nicht noch ein Manöver notwendig wäre.
Mit ca. 40 Sachen in die Halse zu jagen ist gewöhnungsbedürftig. Immerhin bin ich hin und wieder irgendwie rumgekommen. Aber bei einem Alpha-Racing-Wert von 13,3kn kann man wohl noch nicht von "Durchgeglitten" sprechen.
Zwischendurch konnte ich auch mal den Rocket 145 von meiner Tochter fahren. Der ist auf der Geraden unruhiger, kein Wunder bei 5-6 Windstärken, dafür deutlich gutmütiger in der Halse.
Das macht mir Hoffnung, die Gleithalse irgendwann mit entsprechendem Material hinzubekommen. Ich liebäugele da mit einem Dolphin. Mit seinen 3 Finnen hätte man am zweiten Tag auch keine Probleme mit dem niedrigen Wasserstand gehabt. Meine 28er Seegrasfinne war da nämlich eigentlich schon zu lang.
Schade nur, dass der Wind von der Seite kam und man den Stehbereich gar nicht richtig ausnutzen konnte.
Unterm Strich 2 tolle Tage gehabt, Wasserstart sitzt wieder, kleinere Bretter verlieren langsam ihren Schrecken und Wind bis 25kn ist gut beherrschbar.
Freue mich auf die nächste Session am Homespot. Freitag soll es ja wieder Wind geben.
Die nächste größere Tour soll dann mal zur Müritz gehen, da war ich noch nicht und ist in 2,5 Stunden zu erreichen.

Gruß
Andreas

Boerni
14.06.2017, 17:26
Hallo Andreas,

kannst Du bitte mal das Fabrikat von dem am 1.5. gebrochenen Teil nennen? Kurzer Pin oder langer Pin?

Danke

Bernd

Spreetech
14.06.2017, 19:06
Hallo Bernd,
müsste von Gunsail mit langem Pin gewesen sein.
Hatte ihn nur wenige Tage zuvor mit einem Rocket gekauft. Hat häufiger Salzwasser gesehen.
Vieleicht mit ein Grund.
Gruß Andreas

Boerni
15.06.2017, 11:18
Hi Andreas,

Danke für die schnelle Antwort.

Wenn, wie du schreibst, der PIN gebrochen ist, kann das imho nicht mit Salzwasser zusammenhängen. Das ist schlicht und einfach ein Materialfehler. Und zwar ein lebensgefährlicher. Sowas darf nicht vorkommen, denn da hilft auch kein Sicherheitsband oder -tampen um den Powerjoint oder die Sehne.

Ich habe das in den letzten zwei Jahren schon zweimal (allerdings bei anderen Surfern) am offenen Meer erlebt, hier waren es aber immer die kurzen Pins, von zwei verschiedenen Marken, allerdings dem gleichen Produzenten.

Da ich mir jetzt wieder neue Bases zulegen möchte, hat mich das interessiert, da ich bisher immer die langen Pins gefahren bin (passen leider nicht in alle Mastverlängerungen), aber noch nie Probleme hatte und auch noch keine Havarien damit gesehen oder davon gehört habe. Dein Bericht beunruhigt mich.

Gruß

Bernd

blinki-bill
15.06.2017, 16:57
Wenn du komplett umstellen willst und auch gute Verlängerungen suchst: NP MXT. Da geht nix kaputt und du hast ne super Verlängerung in der der Tampen verschwindet.

Boerni
15.06.2017, 19:41
Ja, habe ich vorletztes Jahr in Prasonisi an der Surfstation benutzt. Von der Auslösetaste her sicher etwas komfortabler als viele Pin-Systeme. Von der Sandanfälligkeit her imho vergleichbar mit UXT bzw. Pin.

Sicherheitsaspekt: Den nicht vorhanden Pin erkaufst du dir mit der obligatorischen Sehne. Ich weiß, da gibt es Glaubenskriege - aber mir ist ein Powerjoint, bei dem ich sich anbahnende Katastrophen mit einem kurzen Blick jederzeit lange im Voraus sehen kann, lieber als ein Mastfuß, den ich vorsichtshalber alle zwei Monate auseinandernehmen muss, um die Bohrlöcher der Sehne zu kontrollieren. Aber der ohne Vorwarnung brechende Pin ist schon ein Risiko, ganz klar. Muss ich noch mal nachdenken. Wie gesagt: Mit den langen Pins habe ich mich bisher auf der sicheren Seite gefühlt.

Ökonomischer Aspekt: Ich bin mit 3 Carbon- und einer Alu-Verlängerung unterwegs. Da wird man vor dem Umstieg auf ein neues System nachdenklich ...

Gruß

Bernd

blinki-bill
15.06.2017, 20:41
Klar. MXT sind keine Schnäppchen. Meine ältesten sind 9 Jahre im Einsatz. Die Sehne wird durch Dynema Tampen gesichert.

aurum
15.06.2017, 21:20
ob langer oder kurzer Pin ist doch unerheblich, denn die brechen doch normal dann, wenn sich die Schraubverbindung etwas löst und der gewindebolzen dann auf Biegung beansprucht wird statt nur auf Zug und Scherung

und einen Bruch hatte ich, als sich Gammel/Rost zwischen Gummi und anvulkanisierter Gewindehalteplatte gezogen hat
das war unabhängig von Gewindegröße und Pinlänge

Boerni
16.06.2017, 19:54
Richtig. Es ist eine Frage der sorgfältigen Fertigung. Bei einer qualitativ hochstehenden Fertigung löst sich eben die Schraubverbindung nicht.

Bisher war ich der Meinung, dass die oder der Hersteller von Boge-PJ mit langem Pin (gibt's ja nicht mehr so oft, die kurzen Pins sind inzwischen Standard, das war früher anders, als noch F2 - alt - und Mistral im PJ-Markt mitmischten) eben besser fertigen als die Masse der Kurzpin-PJ-Hersteller. Mir waren Probleme mit Langpin-PJ's unbekannt.

Die Auskunft von Andreas hat mich deshalb sozusagen aufgeschreckt.

Es gibt Hersteller (meines Wissens z. B. bei Surfline Munich), die drehen Pin und Grundplatte aus einem Stück. Dadurch entfällt das von dir angeführte Problem.

Gruß

Bernd

Spreetech
08.08.2017, 19:05
Nach langer Durststrecke war die Hoffnung auf ein paar windreiche Tage während des jährlichen Schweden-Urlaubs groß und wurde mit nahezu perfekten Bedingungen erfüllt.
Haga Park, der angeblich beste Spot Schwedens, präsentierte sich 3 Tage hintereinander von seiner besten Seite. Bei Westwind konnte man lange Stiche im Stehbereich fahren und mit max. 7,5m2/124l war sogar ich immer im Gleiten.
Meine Tochter kam auch auf ihre Kosten. Da hatte ich mal ein gutes Händchen beim Kauf eines gebrauchten Rocket 145 mit 4,7er Einsteigersegel (incl. RDM-Mast).
Nachdem ich zuletzt gut mit dem Falcon124 klar gekommen bin, habe ich dann auch kein weiteres Board mitgenommen und bin den mit 6,7er Nocam- oder 7,5er 3Cam-Segel gefahren, beide haben gut funktioniert.
Einziger Wehrmutstropfen waren die Wellen, die bei auffrischendem Wind schon unangenehm waren. Wenn man das nicht gewohnt ist, verkrampft man instinktiv und verlagert das Gewicht nach hinten. Ich habe dann trotzdem versucht, möglichst entspannt im Trapez zu hängen und das Gewicht mehr nach vorn zu verlagern, ein bisschen so, als ob man am Mast vorbeischauen will. Das war der Schlüssel! Mit mehr Druck auf den Mastfuß bleibt die Nase unten und das Board durchschneidet deutlich kontrollierbarer die Wellen. Inzwischen fahre ich auch etwas vorausschauender an Wellen vorbei und nicht blind drüber.
Am 3. Tag konnte ich mit den Schnellsten bis zur Halse mithalten. Eine neue Erfahrung und Riesenspaß, sich im direkten Vergleich zu messen.
Hintere Fußschlaufe und Powerhalse sind nach wie vor größere Baustellen. Wenn es zu schnell schnell wird, ist die Überwindung noch zu groß, sich aus einem sicheren Stand in die hintere Schlaufe zu wagen. Bei der Powerhalse sehe ich Licht am Horizont. Habe bewusst den Mastarm gestreckt und mich mehr nach vorn gebeugt. Bis zum Scheitelpunkt geht es dann ganz gut. Das Timing für den Fußwechsel stimmt noch nicht. Daran werde ich das nächste Mal feilen.
Ich überlege schon, ob es Sinn macht, für den Falcon124 noch ein 6er Slalomsegel anzuschaffen. Ich befürchte nur, dass ab Windstärke 6 mehr Kontrolle nur über kleinere Boards möglich ist.
Bei kleiner als 124l funktioniert bei meinen 95kg aber kein Schotstart mehr. Dann stellt sich mir die Frage, ob man erst auf 115l oder gleich auf 100l gehen sollte.

@Smeagle

Nur eine Anmerkung: "Normalerweise" wird die Kontrolle bei Starkwind SCHLECHTER wenn Du mit dem Mastfuß nach hinten gehts. Bug geht höher, Board wird freier -> Aber damit auch schwerer zu kontrollieren. Wenn Dir das Board abfliegt, musst Du mit dem Mastfuß nach vorne.

Hattest Recht, habe mal den Mastfuß etwas nach vorn geschoben, was etwas mehr an Kontrolle brachte.

Habe noch eine Woche in Schweden, vielleicht gibt es nochmal ordentliche Bedingungen.

Gruß
Andreas

blinki-bill
09.08.2017, 07:32
Hi,
schön zu Lesen. Es geht voran!
Ich persönlich bin ja immer noch der Meinung, dass du dir mit den SL Boards die Sache unnötig schwer machst. Vor allem mit dem Falcon, der M.E. wirklich extreme Schlaufenpositionen hat. Nimm dir einen sportlichen Freerider (Firestorm, Blast, Rocket etc.), da hast du die Option, die hinteren Schlaufen erstmal innen zu fahren, dann ist das mit dem in die Schlaufe schlüpfen leichter und die Boards sind annähernd gleichschnell.
Für die angepeilte Segelgröße und Gewicht genügen 100 bis 110 Liter oder ca. 65 cm Breite. Wenn du unsicher bist, Rocket 115 oder Blast 115. Der 112er Firestorm ist etwas breiter und damit vielleicht zu dicht am Falcon. Über den Schotstart solltest du dir wenn du mit einem 6er rausgehst keine Gedanken mehr machen müssen.

Für ein 6er Slalomsegel brauchst du ein SL Board <100 Liter. Solche Boards gehören auf den Speedstrip oder zum sehr sportlich ambitionierten Fahrer, der sehr deutlich über das Stadium "Halselernen" oder "wie komme ich in die Schlaufe" hinaus ist. Da gibt es nur einhaken und los. Und zwar volles Rohr.

Lass da bitte die Finger von. Ich selber habe ein 6.4er Slalomsegel für den 100er Blast, welches in ständiger Konkurrenz mit meinen beiden Freeride Segeln in 5.5 und 6m² steht. Bei entsprechendem Wind ist das Wasser dermaßen unruhig, dass die Freeride Segel die bessere Wahl sind. Am meisten Spaß auf dem 100er Board hab ich mit dem Ryde in 6m². Genug Zug von unten und sehr gutes Handling. Einfach einfach.

Spreetech
09.08.2017, 16:38
Hallo blinki-bill,

du hast schon Recht, dass ich manchmal über das Ziel hinausschieße.
Ich bin aber froh, bisher mit gebrauchtem Material ausgekommen zu sein, und schon das ist ganz schön kostspielig wenn man mal die Kosten auf die Nutzungszeit umrechnet. Da muss man die Gelegenheiten nutzen, die sich bieten. Einen Rocket und Co. mit 120l - 130l sieht man ganz selten mal bei Dailydose. Der Falcon war recht günstig und ein Versuch wert. Der macht richtig Spaß, gleitet einfach an und man kann recht entspannt im Trapez hängen. Ich habe aber kaum Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Boards. Wahrscheinlich trennt sich die Spreu vom Weizen dann in der Halse. Hatte letztens auf Rügen mal den Rocket145 von meiner Tochter ausprobiert. Der war schon etwas weicher und kontrollierbarer in der Halse. Allerdings bin ich den Falcon bisher nur mir einer 28er-Seegrasfinne gefahren. Habe für meinen Homespot aber schon gebrauchte! Slalomfinnen in 40 ,44 und 48 parat, mal sehen wie sich das anfühlt.
Bin jetzt seit 2 Jahren mit ungebrochener Begeisterung dabei und mache mir keine Illusionen, noch das Hüpfen oder irgendwelche Tricks zu lernen.
Über den See heizen, mit einer schönen Halse am Ende reicht mir vollkommen aus. Dafür bin ich gut ausgerüstet.
Für Leichtwind behalte ich erstmal meinen iSonic155 mit 8,6er Cannonball und, ganz frisch, ein S-Type mit 9,4m2. Das Warp9,0 wird ausgemustert.
Bis 6Bft nehme jetzt den Falcon mit 6,7er Rapid und 7,5er Cannonball.
Bei >6Bft bräuchte ich irgendwann noch was mit 100l - 115l (wie lange fährst Du den Blast noch?) und 2 Segel mit ca. 5m2 und 6m2. Wobei man sich fragen muss, ob das für 2-3x im Jahr Sinn macht. Hängt auch davon ab, wie weit der Falcon nach oben raus Spass macht.
Wenn jetzt Material ersetzt werden muss, würde ich anfangen Neuware zu kaufen. Und dann Segel bis 7m2 als Nocam (interessant finde ich Point7-ACX, jemand Erfahrung damit?) wegen Wasserstart und Handling. Segel über 7m2 als 2- oder 3Cam für max. Angleitpower.
Neue Slalomboards sind kein Thema, ich liebäugele da eher mit DroppInn-M/S. Da könnte man mit 2 Boards den kompletten Bereich von Leicht- bis Starkwind abdecken.


Gruß
Andreas

blinki-bill
10.08.2017, 10:24
Hehe, den Blast werde ich noch lange fahren ;)

Ansonsten bist du mit deiner Motivation natürlich genau auf dem richtigen Weg. Das du nicht unbedingt viel Geld für neues ausgeben möchtest ist auch klar. Nur sollte man sich die Sache nicht unbedingt schwerer machen als sie ist. Habe das hier in meinem direkten Umfeld auch erlebt. Ein Wiedereinsteiger (60 Jahre jung, das letzte mal vor 25 Jahren auf dem Board) findet das ganz prima was wir da so auf dem Wasser zeigen und ist insbesondere vom Tempo etc. angetan. Nach genauester Inaugenscheinname meines Materials (Race) auf und am Wasser hat er sich einen 112er Falcon und ein Gun Freeracesegel mit 2 o.3 Cambern gekauft. Vollkommen beratungsresistent. Mit dem Board ist er kaum ins Fahren gekommen. Entweder zuviel oder zuwenig Wind. Wenns denn geht kommt er nicht in die Schlaufen und schon gar nicht ums Eck. Seit nunmehr 2 Jahren liegt der Kram da. Mit dem von mir empfohlenen Firemove oder Rocket würden die Halsen und das Fahren sitzen.

aurum
10.08.2017, 12:02
auch beim Rocket gibts keinen Schlaufenautomatismus
Freeracesegel ist doch ok, denn sie haben nur einen Trimm für eine große Windrange
Nocamsegel haben oft die gleiche Windrange, aber man muß sie umtrimmen bei sich veränderndem Wind, was bei böigen bedingungen einigermaßen unmöglich ist

mit 60 Jahren etwas weiterzumachen, für das man 25 Jahre zuvor schon nicht wirklich begeistert war (weil man es sonst kaum ohne ausgehalten hätte), ist halt nicht ohne
manche haben einfach kein gefühl für Gewichtsverteilung auf dem Board und da ist das Alter auch nicht grad hilfreich, um von vorne anzufangen

(auch wenn ein gemäßigteres Board vielleicht besser wäre)

Essener
13.08.2017, 19:48
Was dir bestimmt helfen würde wäre, wenn du mal ein paar Filme von deinen Sessions hier rein stellen würdest. Dann könnten die Slalompros sehen, wo das Problem liegt, wenn überhaupt vorhanden.

Du hast doch deinen ganzen Geleitzug dabei.
Also gib denen scharfe Befehle und präzise Anweisungen, wie sie dich aufs Filmmaterial bannen sollen.

Davon ab: Könnte man bei dem Slalomhobel nicht einfach eine innere Plugreihe setzen? Dann hätte man so ne Art Wave-Slalom, wie früher - zumindest dem Namen nach. :D

Spreetech
14.08.2017, 19:46
Hallo Essener,

wenn ich nicht mehr in die hintere Schlaufe komme, stelle ich mich direkt drauf.
Da wo die Schlaufe ist, macht sie ja auch Sinn.
Ich kann mich erinnern, dass man beim Ski-Anfängerkurs in einer Übung ein Knie anheben sollte, so dass nur noch die Schaufel aufliegt. So etwas werde ich das nächste probieren. Den hinteren Fuß etwas anheben und schauen, wie man das ausgleichen muss.
Mein Sohn hat eine Gopro, mit der werde ich bei Gelegenheit ein paar "So-nicht-Videos" drehen.
Um das Tagebuch irgendwann mal zu beenden, ist sowieso noch ein "Respekt-für-das-Alter-Beweisvideo" geplant.

Gruß
Andreas

sepplist
14.09.2017, 10:20
Was ist los bei Dir Andreas???
Bist Du krank?

ich bin selbst fast 4 Monate ausgefallen nach Krankheit + OP... Habe vorige Woche wieder angefangen, brauche jetzt Surfpraxis :)
War jetzt das zweite mal auf dem Wasser und habe mich von 27 Kn auf 28,9 Kn verbessert, aber die 30 Kn-Marke noch nicht geknackt.

HG aus dem Erzgebirge nach Berlin
Sepp

Spreetech
14.09.2017, 15:40
Hallo Sepp,

alles gut, seit dem Urlaub gab es einfach keinen Wind hier.
Letzte Woche war ich wieder auf dem See. Hat aber nur ein paar Mal für kurze Gleitpassagen gereicht, trotz 9er Segel.
Ich merke auch, dass ich immer weniger Spaß am Böenhopping habe.
Ich will in Zukunft lieber mal über das Wochenende an die Küste fahren.
Dieses Jahr war ich schon eine Woche in Ägypten, ein Wochenende auf Rügen und hatte 4 Surftage in Schweden. Das ist schon was anderes als auf dem heimischen See, wo man nie genau weiß welche Bedingungen man vorfindet.

Wer war Gestern eigentlich nicht auf dem Wasser?
So heftig habe ich es noch nicht erlebt.
Bin mit Rapid 6,7 und Falcon 124 hoffnungslos überpowert gestart. Kleiner bin ich aber noch nie gefahren. Konnte das nur hart am Wind kontrollieren und habe mich auf der anderen Seeseite wiedergefunden. Downwind zurück, war unmöglich zu fahren. Ca. 500m vom Ausgangspunkt entfernt, hatte ich das rettende Ufer wieder erreicht und mich von dort zu Fuß zurück gemacht.

Zum Glück hatte ich ein noch nie benutztes 5,2er Segel dabei. In Verbindung mit dem Rocket145 und einer 38er Finne war das dann fahrbar.
Wieder eine neue Erfahrung, wie rasant man bei solchen Böen beschleunigen kann. Nach der Böe habe ich mit dem kleinen Segel aber wieder geparkt, eigentlich wie sonst auch immer.
Die Windprognosen für Heute gingen immer weiter runter, jedoch ein Blick aus dem Fenster zeigt, da wäre ab dem Nachmittag bestimmt gut was gegangen.
Die gestrige Session steckt mir aber noch so in den Knochen, dass ich mich nicht aufraffen konnte.

Habt Ihr schon gehört: Gunnar Asmussen hat Gestern die 100km/h-Schallmauer geknackt. Nicht in Lüderitz oder Franqui, sondern vor Büsum!
Bei mir hat es Gestern für 42km/h gereicht. Über 50km/h will ich dieses Jahr aber noch kommen.

Gruß
Andreas

Spreetech
10.10.2017, 17:08
Vorweg, ich habe mir das nicht angetan, zum See zu fahren. Andere mussten einsehen, sogar mit 3,7m2 überfordert gewesen zu sein, auch ein Mastbruch war dabei. Gab jedoch drumrum windreiche Tage.
Den Tag vor Xavier blies es schon ganz gut. Habe mich aber bei wechselnden Bedingungen 2x verzockt. Erst zu groß aufgebaut, danach zu klein.
Am Samstag hat dann alles gepasst. Gutes Wetter für Leichtwindmaterial bei ca. 13kn mit moderaten Böen. Habe dazu nach langer Zeit den iSonic155 mit 48er Finne und mein neues gebrauchtes Sunray9,6 mitgenommen.
War bei jedem Stich je nach Böe auch länger im Gleiten.
Kein Wunder, das Sunray9,6 ist ein sehr kraftvolles Segel und zieht dich bei der kleinsten Böe über die Gleitschwelle.
Leider sind die Böen auf dem Binnensee auch mal kräftiger, dann hat man ein Problem. Beim Anfahren, baut sich so viel Druck auf der Finne auf, dass die schon mal wegschmiert. Hat man es geschafft ins Gleiten zu kommen, ist man hoffnungslos überpowert.
20km in 2h ist wahrscheinlich persönlicher Rekord an dem Spot. Gut, letztens habe ich auf GPS-Speedsurfing gesehen, dass auch 150km in 5h möglich sind! Das war aber in Soma Bay. Liebäugele Anfang November da mal hinzufahren, entscheide ich diese Woche noch.
Übermorgen ist hier vielleicht wieder 9,6er-Wetter.

Bis dahin
Andreas

blinki-bill
11.10.2017, 06:47
Sehr gut Andreas. Dran bleiben. In 2 Stunden kannst du zwischen 60 und 80 km Windsurfen. Das liegt natürlich im Wesentlichen am Spot. Wie lang ist die surfbare Distanz? Wie gleichmäßig weht der Wind?
In gp3s kannst du das gut sehen wenn du im Ranking nach der one Hour sortierst, dann filtert er dir raus was so gefahren wird. Richtig gut ist ~50 km in Deutschland bist du aber mit 40 schon in der Jahres Top 5. Ganz gut geht das z.B. in Surendorf, da kannste weit surfen und der Wind ist konstant. Leider geht da nur Grasfinne.
An einem böigen Binnenspot ist es schwer. Immer wenn ich mir das vornehme, dann fahr ich irgendwann in ein Windloch, oder der Wind dreht auf. Ist mir grad am 3. Okrober noch passiert. Schön angefönt mit 8.6 gestartet, 20 Minuten durchgeheizt, dann nach der 5. Halse ZACK, windloch, ein paar Sekunden Dümpelfahrt. Die gute One Hour Distanz damit kaputt. GRRR.

Klick: 108 km, 2 Stunden 55 Minuten (https://www.gps-speedsurfing.com/default.aspx?mnu=user&val=254034&uid=1144) ;)

Spreetech
13.10.2017, 08:26
[QUOTE=blinki-bill;376700]20 Minuten durchgeheizt, dann nach der 5. Halse ZACK, windloch, ein paar Sekunden Dümpelfahrt. Die gute One Hour Distanz damit kaputt. GRRR.

Das sind aber Luxusprobleme!
Gestern am Homespot war alles dabei, nur mal wieder kein konstanter Gleitwind.
Erst 7,5 aufgebaut und bei 22kn (Böen bis 34kn) 2 Stiche am Limit gekämpft. Dann noch 6,7 aufgebaut und prompt flaute es ab. In den Windlöchern geparkt und in den Böen grenzwertig, bis der Wind nochmehr einschlief.
Also wieder das 7,5-Rigg geholt (da macht es sich bezahlt eine 2. Variante parat zu haben) aber auch damit war man nur kurzzeitig im Gleiten. Also nochmal zurück und auf 8m2 umgebaut.
Immerhin sind bei dem ganzen hin und her in 3h noch knapp 30km mit 44km/h in der Spitze rausgekommen.

Respekt zu den 108km. Das ist ja schon richtig sportlich.
Da bin ich körperlich, technisch und vom Revier her ganz weit weg.
Hier kann man max. 1,5km am Stück surfen, wenn der Wind es zulässt.
Oft sind es aber nur 500m - 1000m.

Mit dem 8er hatte ich in kräftigen Böen beim Angleiten zu kämpfen, dass mir das Board nicht an Luv reindreht (Rocket145, Finne 44cm), obwohl ich den vorderen Fuß schon vor den Mast gesetzt habe und das ganze Gewicht auf den Mastfuß verlagert habe. Zu starker Leichtwindtrimm? Zu kleine Finne?

Das muss ich noch erzählen:
Zwischendurch kam ein Surfer mit holländischem Akzent (schon im Neo) vom Parkplatz angerannt und hat sich nach den Bedingungen erkundigt.
Er hatte nur 2h Zeit und wollte nicht ein falsches Segel aufbauen.
Das nenne ich Leidenschaft. Der hat wahrscheinlich das Surfen noch vor dem Fahrradfahren gelernt und versucht immernoch jede Böe zu erwischen und sei es nur kurz in der Mittagspause.

Mal sehen was der Oktober noch bereit hält.

Gruß
Andreas

blinki-bill
13.10.2017, 09:37
Mit dem 8er hatte ich in kräftigen Böen beim Angleiten zu kämpfen, dass mir das Board nicht an Luv reindreht (Rocket145, Finne 44cm), obwohl ich den vorderen Fuß schon vor den Mast gesetzt habe und das ganze Gewicht auf den Mastfuß verlagert habe. Zu starker Leichtwindtrimm? Zu kleine Finne?

Möglicherweise bist du nicht weit genug auf Raum abgefallen um Anzugleiten. Das Board rutscht zwar schon los, aber die Finne wird noch nicht richtig angeströmt und daher schmiert sie weg. Da hilft nur besser werden oder größere / dickere Finne einbauen ;)

Wenn du schon pumpen kannst um anzugleiten, ziehe dabei gleichzeitig mit den Armen beide Beine etwas an, gehe auf Raumwind, nimm Geschwindigkeit auf und luv dann wieder an.

Spreetech
13.10.2017, 10:15
Hallo Blinki-Bill,

danke für die schnelle Antwort.
Das Problem ist nicht das Angleiten an sich.
Sobald genug Gleitwind vorhanden ist, schaffe ich es auch mich aktiv über die Gleitschwelle zu hieven.
Das Problem tritt auf, wenn der Wind zu stark für das Segel wird. Ich will abfallen, das Board aber nach Luv. Da muss man trotz ausreichend Wind ganz schön kämpfen, um in Fahrt zu kommen.
Wahrscheinlich ist das auch Board einfach zu groß dann.

Gruß
Andreas

blinki-bill
13.10.2017, 11:27
Hi,
da kommt einiges zusammen. Hast du denn das Segel dann dicht und willst abfallen oder hast du gefiert und fährst mit viel Zug auf der hinteren Hand und willst abfallen?

Spreetech
13.10.2017, 11:49
Segel dicht, Kraft geht voll über das Trapez auf den Mastfuß.
Erst wenn das Board etwas an Fahrt aufnimmt wird es besser.

Gruß
Andreas

aurum
13.10.2017, 13:43
und wie kommst du zu der Situation, bei Überpower stehend von 0 angleiten zu müssen? Schotstart oder Wasserstart?
ich kann mir das beschriebene Problem schwer vorstellen
mein Fuß kommt in so einer Situation nichtmal in die Nähe des Mastfußes, meine ich

Spreetech
13.10.2017, 14:24
und wie kommst du zu der Situation, bei Überpower stehend von 0 angleiten zu müssen? Schotstart oder Wasserstart?
ich kann mir das beschriebene Problem schwer vorstellen
mein Fuß kommt in so einer Situation nichtmal in die Nähe des Mastfußes, meine ich

Die Bedingungen Gerstern waren schon extrem, sogar für einen Binnensee.
Ohne Böe war Dümpeln angesagt und mit Böe war man überpowert unterwegs.
Problem war, vom Dümpeln in das überpowerte Gleiten zu kommen.
Man sieht die Böe kommen, bereitet sich vor und muss dann irgenwie versuchen, die Windkraft in Bewegung umzusetzen.
Ich möchte das Problem jetzt nicht überbewerten. War wahrscheinlich nur zu großes Material für zu starke Böen.

Gruß
Andreas

blinki-bill
13.10.2017, 15:23
Ne, das hab ich eigentlich weiter oben schon geschrieben. Die Finne hat noch nicht genügend Tempo um Stabilität zu produzieren. Das Board schmiert seitlich im Halbgleiten übers Wasser und reagiert nicht auf Fußsteuerung.
Da hilft nur Abfallen und Speed aufnehmen. Abfallen, wobei du das Board indem du die Beine anziehst unter deinen Körper ziehst, das Heck entlastest und das Board über den Mastfuß Richtung Lee presst. Das sollte in einem Bewegungsablauf passieren.

In dem großen Board kannst du aber auch ruhig mal ne 48er Finne fahren. Am Besten eine Freeride Finne, die weniger sensibel ist.
So eine meine ich (https://surfshop-muenster.de/shop/media/image/product/8419/lg/windsurffinne-select-trimmbox-powertrimm.jpg)

sepplist
26.10.2017, 12:16
Hallo Andreas,

ich muß blinki-bill komplett recht geben- ich fahre den 138 Rocket seit Okt. 2016, mit Finnen zw. 47 - 49 cm, bei Segel zw. 7,8 - 9,2 qm..., wiege 81 kg.
Mit der richtigen Finne kann ich die Segel auch stark überpowert fahren. Habe für den Rocket diese 3 Cambersegel, die eine große Windrange abdecken! D.h. während andere mit 5,5 - 7 qm gleiten, kann ich meine 9,2 dicht halten, auch bei Grundwind 4-5 mit Böen 6 & 7 Bf. War vor 12 Monaten übrigens auch ein Tip von blinki-bill u.a. :) ... Ich wollte das voriges Jahr nicht glauben, jetzt profitiere ich von diesen Ratschlägen im Forum... Dafür kosten diese Cambersegel beim Wasserstart mehr Kraft, wenn dieser nicht sofort gelingt! Da ca. 30 l ganz schnell in die Masttasche strömen.
Abfallen + Speed aufnehmen sind aber so auch bei diesen Böen dadurch bei meinem Rocket mit diesen Finnen + den Cambersegeln kein Problem! Nur die 60 km/h konnte ich noch nicht knacken, da muß ich auf Ostwind warten, da Wellen mit Schaumkronen noch höheren Speed bei meinem Fahrkönnen behindern.

HG + Ski heil
aus dem Erzgebirge an Euch

Sepp

Ne, das hab ich eigentlich weiter oben schon geschrieben. Die Finne hat noch nicht genügend Tempo um Stabilität zu produzieren. Das Board schmiert seitlich im Halbgleiten übers Wasser und reagiert nicht auf Fußsteuerung.
Da hilft nur Cambersegel Das sollte in einem Bewegungsablauf passieren.

In dem großen Board kannst du aber auch ruhig mal ne 48er Finne fahren. Am Besten eine Freeride Finne, die weniger sensibel ist.
So eine meine ich (https://surfshop-muenster.de/shop/media/image/product/8419/lg/windsurffinne-select-trimmbox-powertrimm.jpg)

Spreetech
18.11.2017, 16:56
Noch vor einer Woche war ich bei 5°C am Homespot und habe mir dabei bald die Finger abgefroren. Die Vorfreude auf 5 Surftage in Hurghada hat die Schmerzen aber gelindert. In Gedanken habe ich mich schon in Lee des dortigen Riffes entlangheizen gesehen.
Nun, nach 5 möglichen Surftagen muss ich ein ganz bitteres Fazit ziehen. Trotz Leichtwindmaterial („Super Light Wind Pro“ mit 165l und neue V8 mit 8,7m2), war ich an den ersten 3 Tagen max. 20km im Gleiten. Tag 4 und 5 ging gar nichts.
Schon seit Wochen habe ich den Wind in Hurghada beobachtet, so schlecht wie diese Woche war es noch nicht. Sobald der Windmesser 10kn überschritten hatte, ist man raus aufs Wasser, in der Hoffnung, eine Böe zu erwischen.
Dabei hätte es so schön werden können. Wasser- und Lufttemperaturen sind zu dieser Jahreszeit sehr angenehm. Material hätte man auch gut testen können. X-Cite Ride, Magic Ride und Supersport waren in leichter Bauweise und gutem Zustand vorhanden und Segel teilweise nagelneu. Nur die berühmten 1-2kn haben gefehlt.
Schluss jetzt mit dem Gejammere, es gab auch Positives zu verbuchen.
Der „Super Light Wind“ hat mir gut gefallen. Obwohl der mehr Volumen und ein noch breiteres Heck als mein iSonic155 hat, lief der in unruhigem Wasser, sowohl am Wind gegen die Wellen, als auch Downwind mit den Wellen, erstaunlich stabil. Auch das Angleiten funktioniert passiv und aktiv ganz gut. Der könnte meinen iSonic irgendwann mal ersetzen.
Nachdem ich mich mit den schlechten Bedingungen abgefunden hatte, bin ich mit einem Anfängerbrett aufs Wasser und habe Manöver geübt. Für die Powerhalse gab es ja deutlich zu wenig Wind, dafür klappt jetzt der Helitack.
In Deutschland ist windtechnisch gerade ganz schön was los. Der Flieger landet Morgen um kurz vor 12, da wäre noch Zeit zum See zu fahren.

aurum
19.11.2017, 10:28
das ist schade, aber nur 5 Tage ist nicht nur, aber gerade im November echt Wind-Lotterie mit nur mittelprächtiger Gewinnchance
bei so kurzem Urlaub kann man sogar in Wind"garantie"zeiten eine windarme Phase erwischen, also z.B. im Sommer in Ägypten oder Kanaren
mir ist es zu kalt
bei max 6Grad laß ich heute den Wind gut sein
und per webcam sehe ich, daß es auf meinem Hausrevier trotz 20kn aufwärts alle so machen

FZ66
20.11.2017, 18:07
...war ich an den ersten 3 Tagen max. 20km im Gleiten. Tag 4 und 5 ging gar nichts...


So viel kannst du an der AI-Bar gar nicht an alkoholischen Getränken zu dir nehmen, um das Ganze erträglich zu machen, oder?

Spaß beiseite :)

Ich war einmal 2 Wochen in Dahab und einmal 2 Wochen in Hurghada. Der Wind in Dahab war okay, wenn er auch in der 2. Woche öfter mal geweht hat - leider woanders ;).

Hurghada war dagegen gar nicht so toll. Ich hatte in 2 Wochen max. 3- 4 Tage mühsamen Gleitwind und davon nur einen Tag komplett.

Reisezeit war Frühsommer - Sommer.

Viele Grüße!

Smeagle
20.11.2017, 18:57
Hurghada war dagegen gar nicht so toll. Ich hatte in 2 Wochen max. 3- 4 Tage mühsamen Gleitwind und davon nur einen Tag komplett.

Reisezeit war Frühsommer - Sommer.


Ich war Anfang Juni da. Mercure Hurghada, Magawish bei Harry Nass. Von 10 Tagen 8 Tage guter Gleitwind, davon 3 Tage "stark" (um die 20-25Knoten) und zusätzlich noch ein durchwachsener Tag wo ich nur in Böen mal kurz im Rutschen war. Eigentlich hatte ich nur 7 aus 10 Tage Surfen gebucht, aber dann noch 2 dazu genommen vor Ort.

Ist immer ein bisschen Glücksache. Aber speziell die Station ist besonders gut finde ich, weil es da eben den schon erwähnten "Super Lightwind" gibt, wo man auch mit 10-12 Knoten schon gut mit gleiten kann, wenn man mal mit einer kleinen Böe im Rutsche ist gehts endlos weiter. Leider sind aber die größten Segel etwas klein nach meinem Geschmack, sonst wäre es noch besser...

Gruß,
- Oliver

Spreetech
20.11.2017, 21:05
Schaut mal die Windprognose für Hurghada an.
Seit ich Gestern früh um 5:00 aus dem Zimmer raus zum Flughafentransfer bin bläst es durchgehend.
Ich könnte heulen.

acidman
21.11.2017, 10:42
War auch gerade eine Woche in Teneriffa, fürs super Light Wind Pro hätte es 2-3 Tage gereicht, aber wenn ich das gewollt hätte, dann hätte ich auch zum Wandlitzsee fahren können.

Im Winter sind halt Ägypten oder Canaren nur so 50% Spots, entweder man erwischt die 50% oder halt nicht. Mit längerem Aufenthalt erhöht man seine WAhrscheinlichkeit, aber Garantie ist das natürlich nicht.

Um die Jahreszeit muss man näher an den Äquator um stabile Passatwinde zu erwischen, leider :(

Da hilft dann nur suppen oder Manöver üben, so wie du es gemacht hast.
In Hurgada hat man ja wenigstens noch die Option schnorcheln zu gehen, das hätte ich dann ausgiebig getan.

Fazit "shit happens"
Eventuell reicht es ja am Donnerstag bei erträglichen Temeperaturen für eine Runde Böen haschen am Homespot. ick muss leider arbeiten

Spreetech
25.11.2017, 21:39
Gestern gab es im Angebot Temperaturen über 10°, etwas Sonne und guten SW-Wind. Das konnte man nicht ablehnen. Also hatte ich mich am Vormittag auf zum See gemacht.

Noch beim Aufbauen habe ich überlegt, das große 9,6er-Segel aufzuziehen, dann aber doch der Windprognose vertraut und mich für das 8er entschieden. Diesmal alles richtig gemacht. Kaum fertig, zeigten sich die ersten Schaumkronen.

Viel besser hätte der Saisonabschluss nicht sein können. Bei der doch ungewöhnlichen SW-Ausrichtung blieb der See erstaunlich ruhig. So konnte ich meinen großen iSonic155 bei 16kn noch gut im Zaum halten. In einigen Böen hatte ich zwar ganz schön zu tun, aber ich merke, wie ich in solchen Situationen immer besser zurecht komme. Satt im Trapez hängen, dabei Körperspannung aufbauen, Segel etwas nach hinten kippen, Oberkörper Richtung Mast lehnen und die Geschwindigkeit auch zulassen, so würde ich es beschreiben.

Bei meinem letzten Stich, Downwind zurück zum Strand, hatte ich es übertrieben. Der Versuch, die 50km/h Grenze zu knacken, wurde sehr abrupt mit einem Schleudersturz beendet. Damit muss ich meine Ziele: >50km/h und Powerhalse auf das nächste Jahr vertagen.
Den Schleudersturz hatte ich ohne Verletzung überstanden, allerdings nicht das Segel. Zwischen 7,5 und 9,6 hat das eh nicht reingepasst. Als Ersatz werde ich nach 8,4-8,6 mit 2-3 Camber ausschau halten.

Übrigens, vielen Dank für die Info´s zu eurer Surf-Urlaubsausbeute. Anscheinend ist eine Quote von 50% nicht unüblich.
Frei nach Eckart von Hirschhausen, der da sagt:
"Wenn etwas gut ist, ist mehr davon nicht unbedingt besser. Genuss wird durch Intensität gesteigert, nicht durch Menge. Ein Glas Rotwein am Abend ist herrlich, drei Tetrapak über den Tag nicht. Ein Stück Schokolade genossen ist schöner als eine ganze Torte verschlungen. Ein Wellness-Wochenende ist besser als drei Wochen nur Massage. Nichts gegen Sex, aber 24 Stunden am Tag?",
reift in mir die Einsicht, dass das Streben nach Surfsessions bei möglichst konstantem Wind und glattem kristallklaren Wasser, in endlosen Stehbereichen, bei 30°, zwischen zwei schattigen all inclusive Strandbars, zu stressig ist und nicht glücklich macht.
Nach dem Motto: "zu Hause ist es am schönsten", werde ich für das nächste Jahr umdenken, denn eine Woche Hurghada (1 Person) kostet in etwa soviel wie 3-4 Wochenenden Ostsee mit der ganzen Familie. Da fährt man bei entsprechender Windprognose hin und hat dann sicher 6-8 Surftage!

Gruß
Andreas

blinki-bill
26.11.2017, 18:25
Moin,
freut mich, dass du noch einen guten Saisonabschluss hattest. Ist bei mir heut leider völlig in die Hose gegangen. Erst Schneeschauer, dann Flaute. Manchmal verliert man eben und manchmal gewinnen die anderen.

Genau wie du es oben geschildert hast mach ich das seit Jahren. Materialmäßig auf den Homespot eingeschossen kommt man schon auf seine Kosten. Andere gehen genau den umgekehrten Weg, haben kein eigenes Material und leihen nur an Stationen im Urlaub. Aber du siehst es an dir selber: So ein guter Tag am Homespot ist mit wenig Aufwand zum greifen nah und die positive Energie hält auch recht lang an. Reflektiere ich meinen heutigen "Surftag" so bin ich leider zwar nur ein paarmal hin und hergeeiert, hab mich aber den ganzen Hinweg gefreut wie bolle das es gleich aufs Wasser geht :p

Sodele in diesem Sinne: Entspannten Tatort.

FZ66
27.11.2017, 13:11
Ist immer ein bisschen Glücksache. Aber speziell die Station ist besonders gut finde ich, weil es da eben den schon erwähnten "Super Lightwind" gibt, wo man auch mit 10-12 Knoten schon gut mit gleiten kann, wenn man mal mit einer kleinen Böe im Rutsche ist gehts endlos weiter. Leider sind aber die größten Segel etwas klein nach meinem Geschmack, sonst wäre es noch besser...

Gruß,
- Oliver

Da hast du natürlich recht. Wir hatten wohl wirklich Pech. Die Station ist allerdings wirklich gut. Das war auch unser Urteil. Den Leiter kannte ich noch aus Dahab :D.
Aber Ägypten kommt für uns gerade wegen dem Flauten-/ Alternativprogramm nicht mehr so schnell in Frage. Wir waren auch schon ein paar Mal in Griechenland. Hat uns besser gefallen. Gerade Rhodos fand' ich persönlich richtig klasse - nicht zuletzt von den Leuten her.

Smeagle
27.11.2017, 19:38
Aber Ägypten kommt für uns gerade wegen dem Flauten-/ Alternativprogramm nicht mehr so schnell in Frage.

Was kann es denn für ein besseres Alternativprogramm bei Flaute geben als Schnorcheln und Tauchen??? Einfach genial! Aber für "Party" und "Stadtbummel"-Freunde ist Ägypten nix, stimmt schon ;) Ich bin aber mit Wassersport voll ausgelastet!

- Oliver

Spreetech
03.04.2018, 21:56
4 Monate Durststrecke sind endlich vorüber. Der Start in die Saison 2018 ist dank guter Vorbereitung, sowohl materialtechnisch, als auch körperlich, gelungen.
Nach viel Arbeit in den letzten Monaten habe ich mir zum Saisonstart einen Osterurlaub auf Rügen gegönnt.
Wenn man 4 Wochen im voraus bucht, sind die Erwartungen bezüglich Wind und Wetter nicht sonderlich hoch. Irgendwas wird schon gehen, schließlich wurde die Segelpalette unten rum mit 6m2 ergänzt und nach oben mit 9,5 erweitert.
War dann doch bitter, wenn man sich 2 Tage lang von früh bis spät einen Wolf hätte surfen können, hätten das Schneegestöber und Temperaturen um 0° nicht verhindert.
Am Samstag war das Problem gar nicht mal die Kälte, sondern der böige ablandige Wind in Ufernähe. Den Stehbereich wollte ich bei diesen Bedingungen nicht verlassen, schließlich war ich zeitweise ganz alleine auf dem Bodden.
Am Ostersonntag gab es dann perfekten Wind für mein neues 6er-Nocam-Segel. Der Spaß wurde jedoch vom Schneefall getrübt. Dar hatte über Nacht schon 10cm Neuschnee gebracht und wollte auch den Tag über nicht aufhören. Bei Geschwindigkeiten um 40 km/h fühlen sich die Schnneflocken in den Augen wie Nadelstiche an. Nach einer knappen Stunde war mein Wille dann gebrochen.
Der Urlaub wird aber trotzdem positiv als Surfabenteuer in Erinnerung bleiben und das nächste lange Wochenende Anfang Mai ist ja auch schon gebucht.

blinki-bill
04.04.2018, 07:39
Ui, Surfen bei Schneefall. Respekt.
Die Ostsee-Urlauber hat es diese Ostern hart getroffen. Auf Fehmarn hats auch geschneit. Ostsee ist um diese Zeit ein Risiko was den Ostwind angeht. Der ist meist so richtig arschkalt. Da kannste besser nach NL fahren. Oder zum Dümmer ;)

Spreetech
08.04.2018, 19:42
Innerhalb einer Woche 4x auf dem Wasser gewesen. Nach dem winterlichen Osterwochenende gab es Wiedergutmachung mit entspanntem Cruisen bei Leichtwind und Sonne. Das nenne ich mal einen Saisonstart!
Über den Winter hatte ich 3 Segel und ein paar Finnen bei Dailydose gekauft. Das Torro in 6,0 konnte ich ja schon Ostern fahren. Nun kamen auch die beiden Vapor in 8,4 und 9,5 zum Einsatz.
Gestern war ich mit iSonic155, 9,5er Vapor und 58er Finne unterwegs. Die ein oder andere Böe war schon grenzwertig, die Gleitschwelle ist aber deutlich gefallen und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich bis zur nächsten Böe durch ein Windloch durchmogelt, ist auch merklich höher. Irgendwie wird der See immer kleiner.
In drei Wochen geht es wieder nach Rügen, dann will ich endlich mit der Powerhalse weiterkommen.

Spreetech
02.05.2018, 20:42
Dieses Wochenende ging es mit Sack und Pack wieder nach Rügen. Mittlerweile hat sich so viel Equipment angesammelt (3 Boards, 7 Segel…), dass wir (4 Personen) mit zwei PKW anreisen mussten.
Erste Windprognosen sahen vielversprechend aus. Je näher der Kurzurlaub rückte, desto schlechter wurden aber die Vorhersagen. Sollte der Surftripp schon wieder ein Reinfall werden?
Hatte gehofft, schon am Freitag Nachmittag mit einer lockeren Session starten zu können, ordentlichen Wind gab es aber erst am Montag.
Musste meine Tochter am Samstag Nachmittag überreden mit auf´s Wasser zu kommen, um zumindest Manöver zu üben. Als Auftakt gar nicht so schlecht. Man wird lockerer und schult den Gleichgewichtssinn. Ein toller Vater-Tochter-Augenblick.
In den Bereichen, die nicht so abgeschattet von ufernahen Baumreihen waren, erreichten uns einige Böen, die mich unruhig werden ließen.
Tagsüber hatte ich sicherheitshalber schon meinen Flautenkiller (iSonic155, Vapor 9,5, Select Weed 36cm) vorbereitet und nach der Übungssession noch einen Versuch gewagt. Musste lange dümpeln bis ich eine Böe erwischte, die mich, nach etwas anpumpen, ca. 1km weit trug. Bei Sonne, ablandigem Wind und nur leicht gekräuselter Wasseroberfläche bin ich, total entspannt im Trapez hängend, fast lautlos und wie auf Schienen über den Bodden geglitten. Das war schon der zweite in Erinnerung bleibende Augenblick an diesem Tag.
So ließ sich der surffreie Sonntag ertragen. Für den Montag wurden die Prognosen immer besser. Ab 5:00 sollte es mit 15kn losgehen und mindestens bis 10:00 anhalten. Also haben wir den Wecker auf kurz vor sechs gestellt und waren um 7:30 auf dem Wasser. Bis um 11:00 habe ich, bei Böen bis 30kn, durchgehalten den Rest des Tages aber wehleidig auf dem Sofa verbracht.
Dienstag war Abreisetag. Ab 7:00 sollte es windtechnisch langsam losgehen. Wegen Rückreiseverkehr wollte man aber auch nicht zu spät abreisen wegen. Also wieder um 7:30 mit meinem iSonic155 und Cannonbal 7,5 auf dem Wasser gewesen. Bei immer stärker werdenden Wind bin ich auf den schmaleren Rocket 145 und dann noch auf Rapid 6,7 gewechselt. Surfen ist schon eine Materialschlacht und ein Ende ist nicht in Sicht (kleineres Board, verschlissene Segel,…). Gegen 9:00 war der Wind dann auch für diese Kombi zu stark. Mit dem letzten Stich zurück ans Ufer hatte ich nochmal in eine schöne Böe reingehalten. Der Blick auf die Uhr bestätigte die Hoffnung. 52km/h! Nebenbei noch 10s-Durchschnitt und 250m verbessert. Ein weiterer toller Augenblick zum Abschluss.

Endlich habe ich die 50km/h-Grenze geknackt. Eigentlich müsste das den selbst auferlegten Druck von mir nehmen, wenn da die 30kn-Marke nicht so nah wäre…

aurum
02.05.2018, 21:46
hehe, du hast erst 3 Boards?
insgesamt für mehr als eine Person?
naja, jeder hat mal klein angefangen ;-)
man braucht für jeden: kleines und großes Freeride
kleines und großes Wave,
SUP
Foil
macht pro also PKW nur ein Surfer und maximal eine nichtsurfende Begleitperson:eek: :D

aber ok, mit sehr unterschiedlich schweren Surfern im Team ergeben sich Synergieeffekte/Überschneidungen

Spreetech
21.05.2018, 16:55
Endlich hat man sich abgewöhnt, den Euro in D-Mark umzurechen , da ertappt man sich, ihn mit einer neuen Vergleichswährung zu bewerten.
1.200€ musste ich letztens für eine Autoreparatur berappen, da hätte ich bei Dailydose ein schönes Board mit Segel und Mast bekommen:mad:
Apropos PKW: Auch hier verschieben sich Bewertungskriterien. Was interessiert mich Lackfarbe, Fahrassistenten, Hubraum,... . Ne Dachreling und innen Platz für 250cm-Boards muss er haben.

Heute wieder zu einer kurzen aber intensiven Session auf dem Wolziger See gewesen. Bei Vorhersagen von max. 13kn im Mittel hatte ich nur großes Zeug (9,5m2) eingeladen und mich verzockt. Die 13kn waren relativ stabil mit Böen bis ca. 20kn.
Mit der Kombi ließ sich zwar der komplette See (3km) auch durch Windlöcher abfahren, die Böen waren aber richtiger Sport. Nach 2h bin ich während einer Pause in meiner "Ringecke" sitzen geblieben.
Mit PB in "Seemeile" und "1 Stunde" sowie neuen "Aha"-Erlebnissen bin ich nicht unzufrieden nach Hause gefahren.
In letzter Zeit habe ich mit der Mastfußposition rumexperimentiert. Heute war der Unterschied deutlich zu spüren. Nach dem ersten Stich habe ich den Mastfuß aus der mittleren Position 2cm zurückgeschoben. Danach fuhr das Board freier und ruhiger über den Chop.
Ich meine, man kann mit einer hinteren Mastfußposition auch besser mit der Körperposition spielen. Mehr nach vorne beugen (hinteres Bein strecken) mit Druck auf Mastfuß, um die Böen zu bändigen. Nach hinten lehnen (vorderes Bein strecken), um Gas zu geben und freier zu gleiten.
Jetzt wo das System aus Gabelbaumhöhe, Tampenposition, Mastfussposition und Körperhaltung einigermaßen passt, will ich mit der Finnegröße spielen.
Mal schauen wann es wieder Wind gibt.

blinki-bill
23.05.2018, 10:27
Haha, in die böse Vorhersage Falle tappt jeder mal. Und immer wieder. Daher: Immer das nächst größere / kleinere Setup mit rein ins Auto. Ist 3 mal mehr laufen aber du hast am See was du brauchst.

Der Mastfuß ist genau da richtig, wo das Board zwischen frei Gleiten/Fliegen und Abflug die Balance hält. Die Taktik da mal cm weise ran zu gehen ist genau richtig.

Spreetech
23.05.2018, 19:23
Habe gerade in aufgeregter Vorfreude den Wagen gepackt.
Für Morgen sind stabile 14-15kn im Mittel mit Böen bis 20kn bei Sonne und 23°vorhergesagt!
Bei Segeln von 6-7,5m2 und Finnen von 38 - 48cm müsste diesmal etwas passendes dabei sein.

blinki-bill
24.05.2018, 06:43
7,5 passt. Bei uns am Homespot würd ich da noch das 8.6er mit aufladen und das 6er zuhause lassen.
Ist von Spot zu Spot ja auch sehr unterschiedlich.

acidman
24.05.2018, 10:19
@spreetech: wo gehts hin bei der ostlage?

Spreetech
24.05.2018, 11:33
@acidman
Wolziger See
Stehe schon in den Startlöchern.
Warte noch das nächste Update um 13:00 bei Windfinder ab und bin dann wahrscheinlich ab 15:00 auf dem Wasser.

acidman
24.05.2018, 12:27
viel Erfolg, ich würde bei der Vorhersage auch noch größer als 7,5 einpacken

acidman
25.05.2018, 11:37
wie war es? in der innenstadt war gefühlt kein Wind:confused:

Spreetech
25.05.2018, 13:36
Extrem böig war es.
Die Böen haben mit meinem 7,5er für max. 500m Gleitstrecken gereicht. Leider ist mir letztens bei meinem Vapor 8,6 die oberste Latte gebrochen, damit wäre deutlich mehr gegangen.
Wenn man es positiv sieht, war es eine gute Übungssession mit den Schwerpunkten: Aktiv Angleiten und möglichst lange im Gleiten. bleiben.

Spreetech
08.06.2018, 10:12
Latte des 8,6er ist repariert. Habe im Bauhmarkt ein passendes Alurohr besorgt und mit 2k-Kleber in die Tubelatte geklebt. Die oberste Latte ist ja nicht so sehr belastet, das sollte eine Weile halten.
Die letzten beiden Sessions war aber 9,5er-Wetter. In Kombination mit meinem iSonic155 und einer 58cm-Finne habe ich meine persönliche Material-Obergrenze gefunden. Das Zeug ballert dermaßen Höhe, dass ich Probleme habe, zurück nach Lee zu kommen. Da wird jedes Windloch genutzt, um die Höhe wieder zu vernichten.
Ich schätze, dass ich 13-14kn zum Angleiten brauche und dann Windlöcher bis 10kn kurzzeitig halten kann. So bei 20kn dürfte Schluss sein, wobei sich der Wohlfühlbereich immer weiter nach oben schiebt, je freier ich das Board kriege.
Bei stärkeren Böen habe ich ordentlich Druck auf dem hinteren Fuß. Mit leicht gebeugten Knie ist das auf Dauer ganz schön anstrengend. Vielleicht mal die Tampen oder vorderen Fußschlaufen weiter nach hinten setzen?!

Reicht langsam mit dem Ostwind. Wann gibt es endlich wieder Westwind?

stg
16.06.2018, 09:26
:cool:
https://picload.org/image/dopaaola/suchewind.jpg
dieses gesuch grad im daily dose entdeckt:
ps: würd mich ja morgen auch mit 'weniger' zufrieden geben aber etwas muss die sonntagsprognose noch hoch damit es überhaupt sinn macht.

Spreetech
16.06.2018, 09:48
Hallo Stephan,

bin Morgen auf dem Rangsdorfer dabei, wenn es noch 13kn werden.
Der berüchtigte eine Knoten fehlt aber noch.


Gruß
Andreas

Spreetech
16.07.2018, 21:08
Ist schon eine Woche, aber immer noch in lebhafter Erinnerung, als sich die Gelegenheit bot, nach einem Kundentreffen einen Umweg über das Salzhaff zu fahren. Die Windvorhersage hat auch gepasst und durch den früh angesetzten Termin war ich tatsächlich um 12:00 mit dem ersten Schwung Material am Wasser.
Hatte mich diesmal entschieden, einen anderen Campingplatz auszuprobieren, in der Hoffnung auf kürzere Wege. Leider durften Tagesgäste mit dem Wagen nicht auf das Gelände, so dass es dann doch gute 200m zum Strand waren.
Die Windprognosen waren so gut, dass ich mich von der einsetzenden Flaute nicht hab beirren lassen und mit 8,6m2 losgedümpelt bin. Da hatte ich schon gut einen Kilometer zu Fuß zurückgelegt.
Wie bei Reifenpannen, die einen meistens am Scheitelpunkt der Tour ereilen, so schien der Wind nur darauf gewartet zu haben, bis ich am Ende des Salzhaffs angekommen war und fing dann so vehement an zu blasen, dass ich mit letzter Kraft auf Downwindkurs zurück zum Ausgangsort geschafft habe. Also wieder zum Auto und das 6,7er geholt aber mit falschem Mast. Dann zwar den richtigen Mast gegriffen, aber die Gabelbaumreduzierung für RDM vergessen. In Summe hatte ich zu diesem Zeitpunkt bald mehr Kilometer zu Fuß als auf dem Wasser zurückgelegt.
Endlich war das Material wieder vorbereitet, verhieß der Blick auf´s Wasser nichts Gutes. Ob das für 6,7m2 reichen wird? Dazu wollten die Beine auch immer mehr in die Sofastellung: Frust machte sich breit! Aber wenn man schon mal hier ist, kann man es ja wenigstens versuchen.
Unverhofft kommt oft: Es wurde die beste Session meines bisherigen Surferdaseins!
2km-Schläge in knietiefen Wasser, bei einem Grundwind, der immer gereicht hat, um nach der Halse wieder ins Gleiten zu kommen und moderate Böen, bei denen man angepowert noch gut reinhalten konnte.
Am Ende hatte ich 47km auf der Uhr, soviel wie nie zuvor. Zählt man die Lauferei dazu, komme ich auf über 50km. Ich glaube, das kann man gelten lassen.
Bei der Distanz kommen auch einige Halsen zusammen. Da wundert es nicht, dass ich meine Alpha-Racing-PB auf knapp 16kn steigern konnte. Mein Ziel sind 20kn. Dann müssen die Halsen aber durchgeglitten sein und ich kann diesen Thread als anerkannter Halsenhetzer beenden.

Für diejenigen die es interessiert:
Materialtechnisch war ich mit einem Rocket 145, Rapid 6,7 und 30cm Seegras unterwegs.
Mastfuß habe ich immer weiter bis ganz nach hinten geschoben. Dadurch wurde das Board freier und laufruhiger.
Die Variotampen habe ich probeweise von ca. 28“ auf maximale 30“ gestellt. Dadurch stand das Segel aufrechter und hatte etwas mehr Power. Allerdings fing das Trapez dann an seitlich in den Rippen zu drücken. Habe dann wieder zurück auf ca. 28“ gestellt.
Hatte ein paar mal Spinout und war bestimmt 20m im Driften bis ich das Board wieder einfangen konnte. Ich schiebe das mal auf die Finne (billiges Noname) und besorge was anständiges.

Übermorgen geht es in den Urlaub nach Schweden. Der Spot „Haga Park“ auf Öland ist nicht weit weg. Drückt die Daumen, dass es den ein oder anderen Windtag gibt.

acidman
17.07.2018, 14:56
Auf welchem Campingplatz warst du denn?

Tagesgaste machen doch alle drei?

Spreetech
17.07.2018, 20:27
Ich war 2x auf San Pepelone. Da ist es umständlich als Tagesgast das Material ans Wasser zu bekommen. Deshalb habe ich den angrenzenden Campingplatz Ostseecamping ausprobiert.
Mit einem Trolli, meine nächste Anschaffung, kommt man gut ans Wasser.
Der Startplatz liegt zentral. Man muss nur ca. 100m raus laufen, um hinter die Kiter zu kommen.

blinki-bill
18.07.2018, 06:39
Moin.
Immer wieder erfrischend über deine Fortschritte zu lesen. Schade, dass es dem Ende zugeht, vielleicht denkst du über eine Serie "Vom Halsenheizer zum Lay Downer" nach ;)

Zum Salzhaff:
Wie lang dürfen die Grasfinnen werden und darf man auch am Möwe Campingplatz Windsurfen?

acidman
18.07.2018, 06:50
Eigentlich kommt man doch von dem Cp gut ans Wasser. In den Ferien ist es natürlich voll da können dann die Wege länger werden.

Die anderen beiden Cp bzw. Womostellplatz am haff weymann in pepelow bzw. Boinsdorf sind doch deutlich kleiner und funktionieren nicht bei allen Windrichtungen.

@blinki Finnen Länge kann man nicht pauschal beantworten. Ist von Wasserstand und Windrichtung abhängig. Im westlichen Teil ist es sehr flach, da geht teilweise nur 28-32
Wenn man etwas läuft dann geht auch deutlich mehr

Spreetech
20.07.2018, 13:41
Finnenlänge am Salzhaff mit 28-32cm kann ich bestätigen.
Ich bin letztens eine 30cm Seegrasfinne gefahren.
Mit fast 100kg kam ich im Gleiten bis 50m ans Ufer ran.
Nach der Halse hatte ich dann aber Bodenkontakt.
Ich hatte aber auch schon erlebt, dass das Wasser am Ufer nur knöcheltief war.
Da musste man ganz schön laufen, bis man genug Wasser unterm Kiel hat.
Generell scheint der Stehbereich eine Ebene mit gleicher Wassertiefe zu sein.
Das wird weiter draußen nur unwesentlich tiefer bis es an einer Art Kante schnell abfällt.

Spreetech
20.07.2018, 15:07
Der alljährlich Trip nach Schweden führte diesmal ohne nörgelnde Kinder außen rum über die Öresundbrücke.
Fehmarn lag auf dem Weg und fehlte noch in meiner Spotliste. Wind war ausreichend vorhergesagt und meine Frau wohl noch zu müde von der nächtlichen Packerei, um zu intervenieren. Also ab zum allseits bekannten „Wulfender Hals“.
Mein Surfzeug hatte ich auf dem Dach gelassen, nur den Neo und Trapez gegriffen und mir Vorort einen Blast 145 mit Speedster 6,7 ausgeliehen.
Leider war die Finne mit 27cm zu klein und bescherte mir etliche Spinnouts. Das hat das Vergnügen doch etwas getrübt, wenn man nicht so kann wie man gerne würde. Mal ordentlich Höhe laufen und dann schön Downwind ballern, daran war nicht zu denken.
Durch die sehr kleine Finne hinkt der Vergleich zu meinem Rocket145. Angleiten, Halsen und Laufruhe sind ähnlich. Erst die GPS-Auswertung hat gezeigt, dass der Blast mehr Potential nach hinten raus hat. Der Durchschnitt jenseits der 40km/h war jederzeit kontrollierbar und kam mir langsamer vor.
Deutlich fühlbar war die Veränderung der Mastfußposition. 2cm weiter nach hinten und das Board wurde laufruhiger über den Chop aber auch sensibler auf Fußbelastungen.
Mit ordentlicher Finne und Carbongabel macht der Blast bestimmt richtig Spaß und ist die sportliche Alternative zum Rocket.
@Blinki: Sag Bescheid wenn Du Deinen austauschst!

blinki-bill
22.07.2018, 10:28
Haha, ja, das ist ein feines Board. Fahre den 100er mit 5.5 Freeride bis 7.0 Race. Macht alles enorm Spaß (https://photos.app.goo.gl/ZqWk8L3d6o3Y131CA)!
Grundsätzlich würd mich dagegen der Super Ride von JP auch reizen. Von daher: Was zahlste ;)

BTW: Am Wulfener Hals läuft eigentlich alles laufruhig mangels Kabbelwelle. Da sollte man sich die Mühe machen und mal über die Düne rüber zum Ostsee tragen.

acidman
22.07.2018, 17:36
Super ride auch ein netter board bin ich in fuerte gefahren super easy und einfach schnell zu machen, aber ich fand es auch etwas langweilig 💤

Bin jedoch das Setup von nem Kumpel gefahren quasi ohne Fußschlaufen, aber die braucht e man nicht :eek:

Spreetech
22.07.2018, 19:26
@ Blinki: Für mich war das schon eine ordentliche Kabbelwelle am Wulfener Hals. Bei Westwind, sobald man aus dem Stehbereich raus ist.

Aber das was für Dich Kabbelwelle ist habe ich Heute an dem schwedischen Ostseespot "Haga Park" auf Öland erlebt. Bei Sideshore-Wind bin ich mit einem 6,0-Segel aufs Wasser. Bei Wellen jenseits 0,5m (laut Windfinder 0,6m) habe mich aber nicht aus dem Stehbereich gewagt. Ist zwar eine gute Übung, bei solchen Bedingungen die Kontrolle zu bewahren, aber auf Dauer brauche ich das nicht. Zurück ins Flache habe ich Halsen geübt, raus ins tiefe Sprünge (ungewollt).

Morgen könnte es nochmal Wind für 7,5m2 geben. Das wird dann hoffentlich etwas entspannter.

acidman
23.07.2018, 15:31
0.6 m klingt eher nach dünungswellen als nach kabbel.
Kabbel sind für mich kleine Wellen mit geringem Abstand. Quasi Kopfsteinpflaster

Viel Spaß in Schweden

Essener
24.07.2018, 06:09
@ TE:
Wolltest du nicht im letzten Jahr in SWE schon ein Video von dir drehen?
Das hätte man doch nach diesem Urlaub vergleichen können, wenn es ein zweites Video geben würde.
Es scheint bei dir einige Fortschritte gegeben zu haben.

acidman
28.07.2018, 10:06
Gestern salzhaff bei NO wären auch 36 er Finnen gegangen. Elendig viel Platz aufm Wasser :D

Spreetech
29.07.2018, 13:44
Gestern und Vorgestern zum Surfen nach Haga Park gefahren.
Nach 2 Wellentagen zeigte sich der Spot von seiner sanften Seite bei ablandigen Wind, Sonne und angenehmer Wassertemperatur.
Leider hatte ich das große Zeug zu Hause gelassen. Mit 8,6 wäre man sicher einige km im Gleiten gewesen. So hat es mit 7,5 nur für ein paar Böen gereicht.
Mit kleinem Segel konnten meine Tochter und ich aber gut Manöver üben.
Für die verbleibenden 1,5 Wochen sieht es schlecht mit dem Wind aus.
Das Video muss ich wohl vertagen.

Spreetech
06.08.2018, 21:53
Der Urlaub neigt sich dem Ende entgegen. Gestern die letzte Gelegenheit für einen netten Surftag genutzt und endlich das erste Youtube-Video erstellt:
https://youtu.be/E6LoMh62eXc

Hat leider etwas an Wind gefehlt und damit am Ende des Radius der Druck im Segel.
Komme inzwischen gut um den Scheitelpunkt bis "Schothorn voraus" rum.
Beim Timing zum "Segel shiften" tue ich mich noch schwer. Mal bin ich zu weit rum und stehe oder zu wenig und habe beim Shiften zu viel Druck im Segel.
Wenn ich mir das Video so betrachte, würde ich sagen, dass der Fußwechsel etwas früher kommen müsste, um eher den Bug zu belasten.
Ich bin offen für Ratschläge.

blinki-bill
07.08.2018, 06:44
Moin,
sieht gar nicht so schlecht aus. Du bist in den Knien zum abfedern, verlierst aber dann Tempo, weil du das Segel hinten zu weit auf machst und das Board hinten zu weit runter drückst. Das Gewicht muss also mehr nach vorn, dazu folgende Tipps:

Weniger Eng halsen,
breiter greifen, vor allem Segelhand weiter nach hinten,
beim Einleiten einmal kurz über Gabel und Schothorn nach hinten sehen, das bringt den Drehimpuls, Der Körper geht dabei nach vorn mit dem Rigg, der Druck kommt auf den Mastfuß,
Halse zwischen Raum- und Raum beenden, also 90°, nicht 180°,
weiter üben

aurum
07.08.2018, 08:14
ich finde zudem, daß Spreetech die Segelhand beim Shiften eher loslassen müßte statt festzuhalten bis das Segel Schothorn voraus ist

Brigge
07.08.2018, 08:46
Moin,
sieht gar nicht so schlecht aus. Du bist in den Knien zum abfedern, verlierst aber dann Tempo, weil du das Segel hinten zu weit auf machst und das Board hinten zu weit runter drückst. Das Gewicht muss also mehr nach vorn, dazu folgende Tipps:

Weniger Eng halsen,
breiter greifen, vor allem Segelhand weiter nach hinten,
beim Einleiten einmal kurz über Gabel und Schothorn nach hinten sehen, das bringt den Drehimpuls, Der Körper geht dabei nach vorn mit dem Rigg, der Druck kommt auf den Mastfuß,
Halse zwischen Raum- und Raum beenden, also 90°, nicht 180°,
weiter üben



Das ist auch meine Kritik: Das zu frühe Segelaufmachen vermindert die Geschwindigkeit.

Essener
07.08.2018, 11:18
Ich muss sagen, dass ich mir deine Technik schlechter vorgestellt hätte.
Im Video sieht es viel besser aus, als vermutet.
Für mich machst du beim Halsen schon sehr viel richtig.
Schau dir mal die Halsen von den WC Profis an. Da funktioniert meist auch nichts richtig.
Natürlich gibt es immer irgendwelche Verbesserungsmöglichkeiten. Das macht Surfen nie langweilig.
Dein Board hinterlässt bei mir allerdings den Eindruck, dass es viel zu groß ist.

Spreetech
07.08.2018, 11:48
Ich muss sagen, dass ich mir deine Technik schlechter vorgestellt hätte.
Im Video sieht es viel besser aus, als vermutet.
Für mich machst du beim Halsen schon sehr viel richtig.
Schau dir mal die Halsen von den WC Profis an. Da funktioniert meist auch nichts richtig.
Natürlich gibt es immer irgendwelche Verbesserungsmöglichkeiten. Das macht Surfen nie langweilig.
Dein Board hinterlässt bei mir allerdings den Eindruck, dass es viel zu groß ist.

Danke für das Lob.
Definitiv muss da bald zu meinem Rocket145 und iSonic155 ein kleineres Board her. Allerdings hat man im Berliner Raum nur 10% Wasserstartbedingungen und für den Rest komme ich mit den Boards gut klar. Ich hadere noch, ob es ein Leichtwindboard wird oder halt etwas kleineres.

rob1111
07.08.2018, 12:11
Dein Board hinterlässt bei mir allerdings den Eindruck, dass es viel zu groß ist.

Kleiner macht bei dem Wind mMn keinen Sinn. Er ist ja nicht überpowert oder es mangelt an Kontrolle über das Brett.
Fraglich ist, ob er bei den Bedingungen mit dem relativ kleinen Segel überhaupt so viel Geschwindigkeit aufbauen könnte, um die Halsen ansatzweise durchzugleiten.

Meine Tipps wären:
-vorher Raumkurs für mehr Geschwindigkeit
-Segel länger dicht halten und dann auf etwa Vorwindkurs Fußwechsel und dann shiften

rob1111
07.08.2018, 12:34
... iSonic155....
Ich hadere noch, ob es ein Leichtwindboard wird oder halt etwas kleineres.

Der iSonic ist doch ein Leichtwindboard.
Oder willst du mit Formula anfangen?

blinki-bill
07.08.2018, 14:15
Der Fuß und Segelwechsel erfolgt M.E idealerweise in einer Bewegung zwischen Vor- und neuem Raumwindkurs. Wer sehen will wie es richtig geht: PWA Videos ansehen, denn die Profis können das richtig gut.
Oder hier:
https://www.youtube.com/watch?v=ZP4h_Ix6ZhU

Spreetech
07.08.2018, 19:04
Der iSonic ist doch ein Leichtwindboard.
Oder willst du mit Formula anfangen?

Der iSonic hat seine besten Jahre hinter sich, einige Macken und bestimmt auch schon Wasser gezogen. Mit dem Board bin ich zu 50% unterwegs. Daher soll der ersetzt werden.

Danke für die Tipps. Werde ich bei nächster Gelegenheit ausprobieren.

Spreetech
13.08.2018, 12:56
Nach dem Urlaub das erste Mal wieder am Homespot gewesen.
Der hat in den letzten Wochen 1/2m an Wassertiefe verloren. Entweder war dadurch die Kabbelwelle kleiner als üblich, oder es lag am Umstieg von den verschärften Ostsee-Flachwasserbedingungen im Urlaub. Auf jeden Fall war während der Böen entspanntes Cruisen angesagt. Die Windlöcher waren leider zu groß, um sich zur nächsten Böe zu retten. Trotzdem am Ende über 30km auf der Uhr gehabt.
War mit Rocket145, 7,5er-3Cam und 44er Slalomfinne unterwegs.
Nachdem ich in zwei Böen dann doch Probleme bekam, die Nase unten zu halten, hatte ich überlegt, eine 40er Finne einzubauen. Die Entscheidung nahm mir ein Grundkontakt ab. Das erste Mal, dass ich eine Fimme verloren habe.
Durch die schlechten Erfahrungen mit zu kurzen Seegrasfinnen war ich unsicher, ob die 40er Finne bei 76cm, 7,5m2 und 100kg dagegenhalten könne.
Sie hat!
Nur ein kleiner Spinout, ansonsten mehr Kontrolle und ruhigere Gleitfahrt.
Musste mich bei starken Böen nicht so sehr nach Luv retten und konnte den Kurs länger halten. Allerdings konnte ich weniger Höhe machen und das Angleiten bei kräftigen Böen war anstrengender, da das Board mehr anluvte.
Ehe ich mir dieses Jahr noch ein neues Board zulege, probiere ich vielleicht erst noch kleinere Finnen aus. Z.B. eine 38er mit meinem 6er Segel, um den nutzbaren Windbereich nach oben zu erweitern.
Meine spinoutanfällige Seegrasfinne (30cm) sollte ich auch durch höherwertige Finnen (z.B. 30cm+28cm) ersetzten.
Ich schaue gleich mal bei Dailydose rein.

funsurfer61
13.08.2018, 15:29
Hallo,
Ich habe auch einen 145er Rocket LTD und fahre häufig Stehgewässer mit Seegras. Bei mir haben sich die Leasacher DuoWeed und noch besser Bullweed mit Überstand nach vorne bewährt. Für Deine Kombi mit 7,5 müsste eine 32er reichen. Dann nimmst Du für das 6er noch eine 28er. Die gibt es bei Wolfgang direkt in G10 oder Karbon und er schleift die Konkaven auch noch persönlich nach.
Ich hab mir für mein 8,8er s-Type SL auch noch eine 36 und 40er geholt.
HG

Spreetech
12.09.2018, 12:41
Nach 4 Wochen endlich wieder auf dem Wasser gewesen.
Ich war doppelt aufgeregt. Einmal ist die Vorfreude nach so langer Zeit groß und zum anderen habe ich eine Neuanschaffung das erste Mal fahren können.
Es handelt sich dabei um einen neuwertigen Lorch Bird 164. Der war auch gebraucht nicht billig, Testberichte und Forenbeiträge aber sehr vielversprechend. Zusammengefasst: gut kontrollierbares Frühgleitboard.

Gestern gab es genau die Bedingungen, um die untere Gleitgrenze testen zu können. Habe erst vorsichtig mit Vapor 8,6 begonnen. Die Wasseroberfläche war nur leicht gekräuselt, aber die kleinste Böe hat ausgereicht, um an der Gleitschwelle zu kratzen. Bei etwas kräftigeren Böen ging es fließend und kinderleicht in die Gleitfahrt über. Sobald der Druck im Segel nachlässt, ist die Gleitfahrt allerdings schnell wieder beendet.
Nachdem ich auf Vapor 9,5 gewechselt bin, waren auch längere Gleitfahrten möglich. Dabei lag das Brett sehr laufruhig auf dem Wasser. Gut, es war fast keine Kabbelwelle vorhanden, aber das Board machte den Eindruck, dass es nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen wäre. Die angepriesene gute Kontrollierbarkeit hat sich in einer kräftigen Böe bestätigt. Nur allmählich begann das Board zu fliegen. Man hatte genug Zeit, um das Gewicht auf den Mastfuss zu verlagern oder mehr auf Amwindkurs zu gehen.
Die außen liegenden Schlaufen sind noch gut zu erreichen. Ist man da erst mal drinn, lässt es sich gemütlich cruisen. Und wird die Böe mal stärker, kann man sich wunderbar an der hohen runden Heckkante mit der Ferse gegenstemmen.
Auch wenn sich das anhört als hätte ich einen Deal mit Lorch: Das ist pure Begeisterung!

Parallel zum Kauf des Bird habe ich entrümpelt. 3 Boards, 2 Segel und ein Mast wurden über Dailydose verkauft. Das hat etwas Geld in die Kasse gespült. Allerdings ist wieder soviel Platz vorhanden, dass Neuanschaffungen drohen.

Ich bin jetzt gespannt, was die nächsten Sessions bringen. Wie verhält sich das Board bei mehr Wind mit kleineren Finnen.


Gruß
Andreas