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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Surfcamps / Clinics für Erwachsene


Phillip Hommel
03.11.2018, 11:01
Hi Leute
Die "Kaliber" wie Jem Hall, Peter Heart, Collin Dixon oder Ben Profit veranstalten ja immer wieder ihre Clinics, genauso wie die Camps vom Surfmag.
Insgesamt finde ich aber jetzt nicht soo viele Anbieter, ist das Angebot da tatsächlich so überschaubar, oder gibt es andere, weniger bekannte Veranstalter? Habt ihr Erfahrungen mit der Qualität (Gruppengröße, Material, Spot...) oder tut es die "Sporadische Einzellektion" genauso. Mir geht es im Moment um so typische Aufsteigerthemen wie Hasen konsistent durchgleiten, vernünftig springen lernen...

Surfivorin
09.12.2018, 22:20
Hallo, ich war mal bei einem Camp von Windsurfing Hamburg. Die machen das auf Fehmarn am Wulfener Hals. Vormittags 2 bis 3 Std Kursus nach Level und nachmittags hast du bis zur Schließzeit der Station freie Materialauswahl. Gibt unterschiedliche Camps (Pfingstcamp, Wochenendcamp, Wochencamp). Alle schlafen zusammen in einem riesigen Ferienhaus. Normalerweise in Gruppenzimmern, aber du kannst gegen Aufpreis und nach Verfügbarkeit auch ein Einzelzimmer buchen. Jedes Alter ist vertreten und am ersten Abend wird man dem Level nach in einen Kurs eingeordnet. Erwachsene und (Klein-)Kinder werden getrennt. Habe das jetzt zwei Mal mitgemacht und war nicht enttäuscht. Die Abende im Haus sind auch immer lustig.

Ist natürlich auch immer windabhängig... Wollte Schlaufen fahren lernen aber dafür hat der Wind nicht gereicht. Den Lehrern fällt aber immer etwas ein was man bei jeder noch so leisesten Böe üben kann.

Nachtrag: An Material haben die eigentlich immer das aktuellste da! JP, Fanatic, Starboard, Tabou, RRD. Wüsste jetzt gar nicht, was die nicht haben :D

blinki-bill
10.12.2018, 11:47
Moin,
Vincent Langer macht im März im Soma Bay ein Race Weekend. TWS auf Teneriffa wäre vielleicht auch interessant. Da kann man eine Woche unter Anleitung mit den Stars trainieren.

wwwerner
10.12.2018, 13:29
Moin,
Vincent Langer macht im März im Soma Bay ein Race Weekend.
Für ein Surfwochende mal eben nach Ägypten/Soma Bay jetten, um ein Halsentraining zu absolvieren? :eek: Da freut sich die Fluggesellschaft, dem Klima ists wahrscheinlich eh egal :cool:


Aufsteiger-/Fortgeschrittenen-Kurse kann man an jeder Windsurfingschule buchen.

blinki-bill
10.12.2018, 14:02
Für ein Surfwochende mal eben nach Ägypten/Soma Bay jetten, um ein Halsentraining zu absolvieren? :eek: Da freut sich die Fluggesellschaft, dem Klima ists wahrscheinlich eh egal :cool:
Ups, vertan. Es ist eine Woche :o
https://www.surf-action.com/Surf/Events/events.php?learnival=25913
Aufsteiger-/Fortgeschrittenen-Kurse kann man an jeder Windsurfingschule buchen.
Glaube kaum, dass irgendeine deutsche Surfschule auch nur ansatzweise das Wissen und die Fahrtechnik vermitteln kann wie Vincent Langer oder die Jungs vom TWS das können.

Würde mal behaupten, dass in der Standard-Surfschule eben ehr der Fokus auf Anfänger und danach dann eben Powerhalse
oder eben Freestyle ist.

wwwerner
10.12.2018, 16:23
Die Powerhalse, darum gehts doch. Sollte eigentlich jede Surfschule vermitteln können. Was der Vinci macht richtet sich wohl eher an den raceorientierten Windsurfer, mit Regattaambitionen.
Davon ab, da kann die Lehrstunde noch so top sein, eine Racejibe lernt man nicht in 1 Woche.

paulchen
10.12.2018, 17:01
Das Shaka Surfcenter in Torbole am Gardasee veranstaltet immer verschiedene Camps, unter anderem auch das Jibe Guns (früher Old Guns), was sich explizit um die verschiedene Halsenvariationen dreht.


Gruß, Paul

blinki-bill
10.12.2018, 18:20
Die Powerhalse, darum gehts doch. Sollte eigentlich jede Surfschule vermitteln können. Was der Vinci macht richtet sich wohl eher an den raceorientierten Windsurfer, mit Regattaambitionen.
Davon ab, da kann die Lehrstunde noch so top sein, eine Racejibe lernt man nicht in 1 Woche.
Ah, Ok, hab ich nicht richtig gelesen. Ich hab den Phillip schon in die fortgeschrittene SL Ecke gesteckt :o

Phillip Hommel
11.12.2018, 07:01
. Ich hab den Phillip schon in die fortgeschrittene SL Ecke gesteckt
Gradeaus stimmt das auch durchaus, nur konstant mit Karacho um die Ecke fällt mir immernoch schwer. Rum komme och schon, aber selten im gleiten. Außerdem möchte ich eben auch endlich (nach fast 30 Jahren auf dem Brett) mal vernünftig und sicher und konstant springen lernen.

wwwerner
12.12.2018, 12:08
Gradeaus stimmt das auch durchaus, nur konstant mit Karacho um die Ecke fällt mir immernoch schwer. Rum komme och schon, aber selten im gleiten. Außerdem möchte ich eben auch endlich (nach fast 30 Jahren auf dem Brett) mal vernünftig und sicher und konstant springen lernen.
Ich kann Dir folgendes Buch plus App wärmstens empfehlen! Da braucht man nicht nach Ägypten oder zum Gardasee, das kann man gemütlich zu Hause studieren ;)

https://www.tricktionary.com/de/windsurfing

Rosas-Fahrer
12.12.2018, 16:42
Moin,
es gibt doch unzählige Vid´s im Netz.
Nach meinen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen ist dies zum lernen ganz gut.
Wichtig ist, sich die eigenen Fehler bewusst zu machen.
Beim Halsen sind die typischen Fehler:
- nicht nach vorne neigen, sondern Rückenlage
- zu wenig Geschwindigkeit
- zu "hart" in den Knien
- Board nicht genug auf die Kante gebracht
Gruß

Rosas-Fahrer
12.12.2018, 16:43
Vergessen

https://www.youtube.com/watch?v=1cIfarz8Amw

blinki-bill
13.12.2018, 08:22
Moinsen,
ehrlich gesagt Jungs, das ist nicht das Gleiche. Da kannste noch so sehr den Bewegungsablauf verinnerlichen, auf dem Teich wird doch eh wieder nur sinnfrei rumgeballert. Kenne das von meinen Snowboard Carving Ambitionen. Videos in Slomo werden vorab tagelang verinnerlicht... Kaum stehste auf der Piste ist der innere Schweinehund im Weg.

Also Phillip: Auf ins TWS oder nach Ägypten ;)

wwwerner
13.12.2018, 13:42
Moinsen,
ehrlich gesagt Jungs, das ist nicht das Gleiche. Da kannste noch so sehr den Bewegungsablauf verinnerlichen, auf dem Teich wird doch eh wieder nur sinnfrei rumgeballert. Kenne das von meinen Snowboard Carving Ambitionen. Videos in Slomo werden vorab tagelang verinnerlicht... Kaum stehste auf der Piste ist der innere Schweinehund im Weg.

Nicht von Dir auf andere schließen ;)

blinki-bill
13.12.2018, 14:22
Nicht von Dir auf andere schließen ;)

Dazu neigt man ja gern mal :o

Aber wenn du nur mit Video und Buch lernst, dann weißt du ja möglicherweise nicht mal wo deine Fehler sind, geschweige denn kennst du einen Trick wie du diese dann auch wieder loswirst. Von daher bleibe ich dabei: Mit Lehrer ist besser. Vor allem bei so komplexen Dingen wie Sprüngen oder Halsen.

Da ist sich die Gemeinde der Parallelwelt (Snowboard) übrigens einig: Man kann viel Video gucken, lesen, sinnieren, Geld ausgeben... Richtig lernen tust du auf der Piste von Leuten die es können.

BTW: Habe selber noch nie einen Kurs belegt :rolleyes:

Rosas-Fahrer
13.12.2018, 16:00
Moin,
lernen tut man schon am Besten, wenn
a) erläutert wird, worum es wie geht
b) es vorgemacht wird und anschließendes
c) nachmachen inkl. Fehlerkorrektur.

Von daher sehe ich auch die Vorteile eines "guten" Lehrers. Nur wie oft, hast du die Gelegenheit? Was ich immer (in anderen Sportarten) gut finde sind Videosequenzen, die von einem gemacht werden, die anschließend analysiert werden können.
Gruß

Phillip Hommel
14.12.2018, 08:21
Sehe ich genauso, trainieren und festigen auf dem Wasser, und Videos helfen auf jeden Fall. Aber ab und zu mit nem Coach ist einfach Gold wert. Und dazu kommt, dass an meinem Homespot sehr unregelmäßig und dann oft sehr ruppiger Wind ist, alles nicht so geil zum 20 Halsen konstant hintereinander zu üben ;)
Ich hatte mal mit Jem Hall geschrieben, evtl. buche ich Januar 20 das Camp in Tobago. TWS mach ich bestimmt auch mal, wenn ich mal ein paar Tage vom Hof komme (Flüge sind für mich berufsbedingt zum Glück kein Problem, falls jetzt jmd den Goldesel im Keller vermutet :D)

jojoo
14.12.2018, 11:17
Man kann nur schwer verallgemeinern, wie man neue Dinge am besten lernt. Schließlich gibt es unterschiedliche Lerntypen. Der eine muss ein Manöver theoretisch verstehen, der andere einfach selbst ausprobieren, der nächste lernt am besten durch Nachahmung. Medien können dabei unterschiedlich gut helfen, je nachdem wie gut sie (zufällig) auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Sind sie das nicht, kann man sich stundenlang Videos reinziehen und trotzdem nichts lernen.
Ein guter Windsurflehrer erkennt bei seinen Schülern die Lerntypen und geht dann individuell darauf ein: er fährt das Manöver vor, er erklärt genau den Ablauf (und was eigentlich passiert) oder jagt seinen Schüler sofort aufs Wasser und gibt ein paar Kommandos...

Edit:
Die oben zitierten Videos von TWS halte ich übrigens für ausgesprochen schlecht, da sie ausschließlich theoretische/zuhörende Lerntypen ansprechen. Visualisierung fällt komplett unter den Tisch, stattdessen steht der Typ auf seinem unbrauchbaren Simulator und labert (https://www.youtube.com/watch?v=V9kYtpe7XJs). Falls die Jungs dort ihre Kurse genauso wie ihre Videos aufziehen, würde ich vom TWS die Finger lassen.

Edit2:
Über die immensen Klickzahlen bin ich extrem verwundert. Das Video sieht zwar schön aus, aber der Inhalt ist offen gesagt ziemlicher Mist. Wenn man ein Manöver erklären will, kann man genauso einen Text schreiben. Das würde den theoretischen Lerntypen am meisten entgegenkommen.

blinki-bill
14.12.2018, 15:01
Ich seh im von Rosi zitierten Video eine sehr gute Anleitung zur Carving oder Lay down Jibe von Marco Lang, einem österreichischen Worldcupper. Der gemeinsam mit vielen anderen Worldcuppern und DWC Top Fahrern in den ersten 3 Monaten im Jahr auf Teneriffa beim TWS trainiert.

So falsch und schlecht kann das dann wohl dort nicht sein. Als normal sterblicher kann man da mitmachen.

Rosas-Fahrer
14.12.2018, 18:21
Moin,
klar gibt es unterschiedliche Lerntypen.
Aber:
1) erklären
2) vormachen
3) nachmachen
4) Fehler analysieren und korrigieren

zieht immer oder meistens.

BTW ich habe in DK mal einen kennengelernt, der eher Anfänger war und dann draußen einen beim Looping-Versuchen gesehen hat. Er hat sich 3-4 Sessions angeguckt und ist dann raus. NAch 4-5 Versuchen konnte er den Frontloop....

Phillip Hommel
18.12.2018, 09:21
Ich persönlich lerne am besten, wenn ich
a) gute Bedingungen am Spot habe, sprich relativ konstanten Wind und nicht zu kabbeliges Wasser, so dass ich mich auf das Fahren konzentrieren kann und nicht auf alle möglichen Störfaktoren.
b) mehrere Tage hintereinander aufs Wasser komme
und c) mir so ein- zweimal im Jahr nen Coach gönne, der sich das ganze anschaut, und dann ganz gezielt das eine oder andere Korrigieren kann.

So gings mir eben z.B. mit der verzwackten Halse, ich hab ewig rumgebastelt, und war mir sicher, ich bin schon tief, ich greife schon hinten, ich falle schon ab. Bis mir mal ein Surflehrer gesagt hat, von allem nicht viiiel mehr. Und auf einmal gings. Jetzt kam ich auf meinen Rockets super rum, allerdings beim ausleiten immer noch etwas wackelig und dadurch meistens nicht im Gleiten, und seit ich jetzt mit dem Slalom-Zeug rumfahre, und dazu noch am böigen Bodensee mit der kurzen Kabbelwelle klappt wieder gar nichts mehr :(
Dazu träume ich schon lange (dann natürlich nicht auf Slalomgear) vom Frontloop, und komme mit diversen Vorübungen (kontrollierter Schleudersturz, "Dümpelloop") auch super zurecht, aber ich kann einfach nicht springen, vor allem nicht rechts vorne, und das wäre die Richtung die hier bei West nötig wäre. Wie springen geht, weiss ich theoretisch genau, aber ich bekomme es nicht umgesetzt. Und diese beiden Sackgassen würde ich einfach gerne mal wieder mit ner intensiven Trainingswoche erschlagen.
Da ich inzwischen auch mit zwei zukünftigen Nachwuchs-Surfern von 2 und 4 Jahren gesegnet bin, kommt das surfen natürlich auch im Familienurlaub etwas kurz, und ganz alleine verreisen ist auch nicht so dolle. Daher dachte ich an ein Surfcamp, wie früher in der Jugend wo ich jeden Sommer mit Hinnemann in Spanien war.

heng_luhs
23.01.2019, 21:42
Wer eine Woche Zeit hat und nicht an Nord- oder Ostsee bleiben will, dem kann ich nur die Learnivals von Surf&Action empfehlen. Da hat man in relativ windsicheren Revieren ein sehr motiviertes Team von professionellen Surflehrern, die einem morgens und nachmittags für jeweils 2 - 3 h Unterricht erteilen, bei dem man wirklich richtig Fortschritte macht. Videoanalyse ist auch mit dabei, und jeder bekommt genau gesagt, wo der Fehler liegt und was verbessert werden muss. Auf die Art und Weise habe ich Gleiten, Trapez- und Schlaufenfahren, Wasserstart, Powerhalse, Duck Jibe und Waveriding gelernt - zugegeben, nicht alles in einem Learnival, aber mehr als drei hat es für das Meiste (ok, das vierte war dann fürs Waveriding in Brasilien) nicht gebraucht.
Und beim Rahmen- und Flautenprogramm geben sich die Teamer auch immer viel Mühe, so dass sich schnell eine gute Gemeinschaft bildet und man am Ende einen rundum gelungenen Urlaub hatte. Dabei entstehen auch Freundschaften fürs Leben, und meine Frau habe ich darüber auch kennengelernt.
Ach ja, ich bekomme übrigens kein Geld von denen, sondern bin tatsächlich einfach nur ein überzeugter Kunde!

David Büsken
21.02.2019, 12:35
Hi Phillip,

ich bin gerade den zweiten Tag aus Tobago zurück. Ich habe dort eine Woche Coaching mit Jem Hall absolviert und muss sagen: Es war echt der Hammer! Das Niveau der Teilnehmer war von bis, und trotzdem hat er es hinbekommen für jeden das passende Coaching zu geben. Mir (und einigen anderen) hat es so gut gefallen, dass ich für nächstes Jahr Rhodos mit Jem buchen werde. Und Tobago ist so entspannt (Hotel, Surf-Station...), da war ich nicht das letzte mal.

Gruß,

David

Phillip Hommel
01.03.2019, 21:47
Hi David
Ja das Jem Hall coaching hatte ich mir auch angeschaut, und es (leider) Urlaubstechnisch wieder verwerfen müssen. Darf man fragen was das am Ende ca gekostet hat? Lg

Boerni
02.03.2019, 08:02
Hi David,

Jem lehrt die Technik bei der Gleithalse ja so, dass nach dem Fußwechsel eine gewisse Zeit Achterliek voraus weitergefahren/weitergeglitten und erst dann geschiftet wird. Die Mehrheit der Windsurfer von Worldcup bis Baggersee (incl. Jem's Kollege Peter Hart, der in der gleichen englischen Zeitschrift publiziert wie er) halten es ja so, dass bei der Gleithalse Fußwechsel und Segelschiften eher gleichzeitig oder zumindest fast gleichzeitig stattfinden. ( - Ich hoffe, mit dieser Bemerkung jetzt keine Diskussion hier losgetreten zu haben, was nun besser ist oder ob wirklich die Mehrheit es nun so macht oder anders. Ich weiß auch, dass es situativ, besonders in der Welle, mal so und mal so sinnvoller sein kann und auch umgekehrt, erst schiften und dann Fußwechsel, gern genommen wird - )

Was mich interessiert: Akzeptiert Jem Hall das bei den Teilnehmern seiner Clinics oder versucht er, die Leute "umzupolen", wenn sie die andere Technik fahren?

David Büsken
05.03.2019, 11:50
Hi Boerni!

Was heisst akzeptieren? Am Ende ist jeder für sich und seinen Lernerfolg selber verantwortlich. Jem hat seine Philosophie und unterrichtet mittlerweile seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Er kann auch erklären, warum bestimmte Dinge besser funktionieren und bestimmte schlechter. Und wenn Du dann bei zwei, drei Manövern feststellst, dass es tatsächlich funktioniert, dann probierst Du es vielleicht bei der Halse auch mal anders. Fakt ist: wer sich eine solche Woche "Training" leistet und darauf besteht, dass er alles besser weiß, ist vielleicht woanders besser aufgehoben. Vielleicht ist das mal so mal bei der Halse und Fußwechsel und schiften gleichzeitig auch bei vielen das Problem, dass eben die meisten Halsen nicht funktionieren. Es gibt auch viele, die 26" Trapez-Tampen für lang halten. Im Coaching bei Jem geht es vor allem darum, sich selber coachen zu lernen. Fehler zu erkennen, bei jedem mal auf dem Wasser an sich zu arbeiten, nur dann gibt es dauerhaften Erfolg. Einige der Teilnehmer waren Wiederholungstäter, das hat sicherlich seinen Grund. Wie gesagt, er vertritt eine Philosophie, aber sicherlich nicht die einzig wahre.

Peter Hart vertritt eine andere Philosophie, aber ob das dann die richtige ist? Nur Kollegen sind die zwei nicht wirklich :-). Zumindest kann der eine den anderen nicht leiden...

Zum Thema "Umpolen": Viele Teilnehmer kommen genau deshalb zu den Clinics. Da gibt es einige Beispiele, und die Leute kommen immer wieder, weil sie an sich und ihrer Technik arbeiten wollen. Viele "alte" Windsurfer haben beim Wasserstart beide Füße auf dem Board. Die kommen auch auf's Board, aber nur weil es klappt, muss ich es ja nicht genauso machen.

aurum
05.03.2019, 15:42
ich habe mir diese Halsentechnik jetzt mal angeschaut
https://www.youtube.com/watch?v=d5bzk1deiVM ab 0:55
scheint mir die schwierigstmögliche Art zu halsen zu sein, erstmal ein Weilchen in dem strömungstechnisch extrem ungünstigen Zustand Achterliek voraus zu verweilen, was ja definitiv ein ziemlicher Krampf ist, was man an seinem großen Griffabstand sehen kann und der Gabelbaum einen unguten Winkel hat, wegen dem man vorne höher greift als hinten (STandbild 1:02)
jeder der Achterliek voraus wasserstarten kann, weiß, was ich meine

blinki-bill
05.03.2019, 16:47
Seh ich auch so. Ganz am Anfang macht er es auch anders. Fußwechsel und Shiften quasi in einem Ablauf.
Besser so:
https://www.youtube.com/watch?v=RpmIoAq2KWk

Boerni
05.03.2019, 16:48
Hi David,

auf eine kurze Frage eine so lange Antwort? Ui, da muss ich ja in ein Wespennetz gestochen haben ;) Trotzdem: Danke!

Es gibt - in jeder Sportart - Trainer, die ihre eigene Philosophie durchziehen. Es gibt aber auch Trainer, die unterschiedliche Techniken je nach individuellen Vorkenntnissen, Können, körperlichen Voraussetzungen, persönlichen Zielen usw. usw. lehren können und/oder dabei helfen, diese zu perfektionieren. Meine ganz neutrale Frage war, zu welcher Art Jem bei der Halse gehört. Das weiß ich jetzt.

Klar sieht man immer wieder auf dem Wasser (wie auch in anderen Sportarten) sehr exotisch anmutende Bewegungsmuster. Die Gleithalse mit fast gleichzeitigem Fußwechsel/Schiften ist ja nun kein sooooo abartiges Manöver. Im Freizeitbereich gern genommen und i.d.R. bei jeder PWA-Slalom-Boje zu sehen - und die Jungs werden sich auch überlegt haben, was sie da tun, denn da geht's um Geld. Auch das sage ich ganz neutral, ohne Jem auf die Füße treten zu wollen.

Gruß

Boerni

Boerni
05.03.2019, 16:59
Seh ich auch so. Ganz am Anfang macht er es auch anders. Fußwechsel und Shiften quasi in einem Ablauf.
Besser so:
https://www.youtube.com/watch?v=RpmIoAq2KWk

Ich habe auf Rhodos/Prasonisi Jem Hall mal kurz "live" beim Demonstrieren einer Halse auf dem Wasser gesehen. Er ist tatsächlich sehr lang Achterliek voraus gefahren. War aber nur ein kurzer Eindruck, ich wollt's mal wissen von jemanden, der einen ganzen Kurs mitgemacht hat.

blinki-bill
05.03.2019, 17:04
Möglicherweise geht es ihm im Wesentlichen darum, seinen Kursteilnehmern das Shiften vor dem Fußwechsel abzugewöhnen und er übertreibt es daher ein wenig mit dem Schothorn voraus zu fahren. Er macht es weil er es kann ;)

David Büsken
05.03.2019, 19:41
N'Abend,

Sicherlich kein Wespennest, alles gut :D. Bei allem was er demonstriert hat, hat er sicherlich etwas übertrieben. Beobachtest Du Dich und die Kollegen nachher, stellst Du fest, dass fast alle es nur sehr abgeschwächt nachmachen :). Bei so einem Training ist es wie im Beruf und bei der Kindererziehung, Konsequenz ist der Weg zum Erfolg. Ich habe bei einem Surfurlaub in Fuerteventura von drei verschiedenen Surf-Lehrern drei verschiedene Ansätze beim Beachstart beigebracht bekommen. Am Ende war die Verwirrung größer als der Erfolg. Und sicher hatte jeder Recht, und ich stand vor der Wahl mich für einen Weg zu entscheiden...

Gruß,

David

Boerni
06.03.2019, 11:59
Möglicherweise geht es ihm im Wesentlichen darum, seinen Kursteilnehmern das Shiften vor dem Fußwechsel abzugewöhnen und er übertreibt es daher ein wenig mit dem Schothorn voraus zu fahren. Er macht es weil er es kann ;)

Die Halsen, die ich mir angesehen habe, waren keine Fehlerkorrektur für jemanden, der zu früh geschiftet hat, sondern die "Erst"-Demonstrationen zum Thema Halse für die ganze Gruppe.

Es ist leider verboten (Copyright), aber ich würde sonst die Seite 114 der aktuellen März-Ausgabe von windsurf.uk mal hier reinstellen. Entsprechende Fotos sind auch dabei. Es ist halt "seine" Art, die Gleithalse zu lehren. Erst "switch feet", dann "take some power clew first and keep looking out of the turn", also ganz bewusst mit Power im Segel ein Stück Achterliek voraus fahren, und erst dann "rotate the rig".

Dass er gut windsurfen kann, steht außer Frage.

blinki-bill
06.03.2019, 12:10
Die Halsen, die ich mir angesehen habe, waren keine Fehlerkorrektur für jemanden, der zu früh geschiftet hat, sondern die "Erst"-Demonstrationen zum Thema Halse für die ganze Gruppe.
:rolleyes: Das wollte ich damit gesagt haben. Es ist ein Demo zum Lernen.

Im wirklichen Leben bist du mit Fußwechsel / Segelshiften zeitgleich bzw. so kurz wie möglich Schothorn voraus nach dem Fußwechsel schneller. Denn das Segel funktioniert definitiv besser wenn der Mast vorn ist ;)

Boerni
06.03.2019, 14:16
:
Denn das Segel funktioniert definitiv besser wenn der Mast vorn ist ;)

Ach was ;)

Trotzdem finde ich es gut, wenn man mehrere Manövervarianten beherrscht (bzw. von einem Trainer/Coach auf Varianten, die man situativ anwenden kann, hingewiesen wird). Erst Fußwechsel, dann Achterliek voraus und dann schiften finde ich z.B. sehr passend, wenn ich sehr eng "snappy" in eine Welle hinheinhalse. Da kann ich mich wirklich auf den snap konzentrieren ohne Gefuchtel am Segel und dann, wenn ich die Welle herunterfahre und durch den Schub kaum Segeldruck Achterliek voraus habe, das Segel bequem schiften.

Phillip Hommel
06.03.2019, 14:19
Ich denke, wer bei Jem Hall bucht, der will auch von Jem Hall lernen. Wenn du deine Hasen sauber und konsistent fährst, wird dir sicher keiner was abgewöhnen wollen, sondern sich auf andere Themen konzentrieren. Wenn du hingegen Schwierigkeiten hast, wird er sicher seine Lehrmethode anwenden, für die du auch bezahlt hast...

Smeagle
08.03.2019, 09:48
...und bloss weil man lernt die Phase Achterliek voraus eine Weile zu halten heißt ja nicht, dass man das dann später immer so machen muss - nur bringt einen der kurze Moment nicht mehr so sehr aus der Fassung, kann ich mir vorstellen?