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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit Ach und Krach auf kleinere Boards


Surfivorin
03.09.2019, 14:04
Moin Leute,

ich wollte dieses Jahr eigentlich auf ein kleineres Board umsteigen und das gestaltet sich doch als schwieriger als vermutet.

Was bedeutet "kleiner" in diesem Fall?

Mein bisheriges Board - mein erstes eigenes Board nach dem Schulungsmaterial - ist ein JP Magic Ride 119 l von 2016. Ich komme damit super klar. Zuletzt glückte auch endlich der Schritt in die Schlaufen. Wasserstart klappt auch einigermaßen, manchmal brauche ich vielleicht ein, zwei Anläufe.

Das Problem ist, dass ich mit meinen 55kg Kampfgewicht bei stärkerem Wind mit dem Board echt fliegen gehe. Und mit meinen kleineren Segeln funktioniert das dann auch nicht mehr so gut. Ein kleineres Brett würde mehr Kontrolle bedeuten, war meine Theorie.

Deswegen habe ich mir ein JP Freestyle Wave mit 93 l zugelegt. Gebraucht von 2011. Viele meinten "Das ist gut, das fährst du nachher nur noch, dann kannst du das große Brett einmotten."

Tjaaaaa Pustekuchen :( Ich komme auf dem Brett kaum zurecht. Sehr schwierig ist das bloße Anfahren (super kippelig) und Manöver jedweder Art. das einzige, was gut klappt, ist das bloße Geradeausfahren. Das fühlt sich gut an. Aber der Rest ist bis jetzt mit vielen Wassergängen verbunden und etwas frustrierend. Dachte, vielleicht liegt es am FSW-Shape, aber ich möchte mir jetzt ungern ein anderes Brett zulegen, ginge finanziell auch nicht zurzeit.

Tipps für den Umstieg auf kleinere Bretter? Wäre echt cool, wenn ich das große Schiff bald zu Hause lassen könnte...……..

Falls es noch was bringt, meine Segelrange: 3.7, 4.5, 5.0 und 5.6.

aurum
03.09.2019, 15:01
75 breit bei 55kg ist schon noch eher Richtung Floß anzusehen ;-)
wenn damit jetzt grade erst der Schritt zum Schlaufenfahren erfolgt ist, ist eben das Fahrkönnen für deutlich kleinere Boards noch nicht da
bzw. es reicht nur fürs Geradeausfahren
und wenn der Umstieg erfolgen soll, dann sollte der in (Flachwasser)Revieren erfolgen, wo man nach dem anfangs unvermeidlichen Sturz beim Richtungswechsel kraftsparend Beachstart machen kann

es liegt ganz sicher nicht am shape des JP FSW, sondern am aktuellen Fahrkönnen in Verbindung mit dieser Boardbreite/Volumenklasse

manche Surfer zelebrieren ihr Leben lang die Straßenbahnhalse: zum Ufer heizen
abspringen
Beachstart in Gegenrichtung
manchmal zur Tarnung der Halsenunfähigkeit etwas an Schlaufen oder Trapeztampen fummeln

ein kleines Sturm-Board für dich mit 3,7qm wäre im Bereich 65l..70l zu sehen.
hat jemand behauptet, Windsurfen wäre leicht?

Rosas-Fahrer
03.09.2019, 17:20
Moin,
nur nicht entmutigen lassen!
Vielleicht mal jemanden am Strand "prüfen lassen", ob der Trimm stimmt - nur um eine Fehlerquelle auszuschließen.

Ansonsten wäre wirklich ein Stehrevier sinnvoll.

Gruß

Spacecowboy
03.09.2019, 18:01
Hallo Surfivorin

Mir hat es geholfen, bei Flachwasser und absolut Schwachwind - also wirklich nur 1-2 Bft und man eigentlich das grosse Brett nehmen bzw. am am Strand bleiben würde - mit meinem neuen kleineren herumzudümpeln und mich an die geringere Breite und das Volumen zu gewöhnen und ein Gefühl für das Board zu entwickeln. Bei mir war das (bei knappen zwanzig Kilo mehr als bei dir) von 120 auf 106 Liter, und diese Differenz fand ich schon ziemlich heftig. Von daher verstehe ich deine Mühe bei dem noch viel grösseren Sprung!

Ich hatte mich damals vor dem Kauf etwas über die Boards eingelesen und für mich den JP FSW ausgeschlossen, da er (angeblich) zwar zu den agileren, aber dadurch auch schwieriger zu surfenden Boards zählt.
Aus einem Testbericht 2011 (https://www.surf-magazin.de/boards/freemove/jp-australia-freestyle-wave-93-pro): "Aber auch dem normalen Manöversurfer mitordentlichem Fahrkönnen bietet das Board rasantes Fahrfeeling und beste Halsenqualitäten. Wer in der Halse noch nicht ganz so fit ist, greift besser zum Fehler verzeihenden All Ride."
Bei mir wurde es dann ein Tabou 3s.

Aber ich denke auch, dass du in einem geeigneten Revier schnell Fortschritte machen wirst :)

Viel Erfolg!
Phil

Murphy
03.09.2019, 21:22
Kann Aurum + Space nur 100% zustimmen.
Speziell wenn ich das lese
Zuletzt glückte auch endlich der Schritt in die Schlaufen. Wasserstart klappt auch einigermaßen, manchmal brauche ich vielleicht ein, zwei Anläufe.

Das Schlaufenfahren lernt man am einfachsten auf großen Brettern. Das muß sitzen, sonst brauchst Du mit nem kleineren Board gar nicht erst anzufangen.
Zum Board: Dein überbreiter 119er ist ja so komfortabel wie ein klassischer 130er. D.h. Du machst fast einen 40L Schritt und dazu noch auf ein anderes Boardkonzept. Da ist zuviel. Wie heißt es so schön: Allein der Kauf eines kleineren Boards, bringt einen leider keine Könnensstufe weiter.
Ich kann ein Lied davon singen. Ich hab damals den Sprung von 130 auf 80L gewagt. Es ging mir damals ungefähr so wie Dir. 100m Fahrt und Crashhhhh, usw..
Mein Tip: Kauf Dir lieber einen Freemover mit ca 105L, normale Breite z.B. Tabou Rocket, JP Allride usw. Wichtig: Hinten Einzelschlaufen Option. Und Finger weg von den Größeren FSW oder 3S. Die sind eher für schwerere Leute gedacht.
Der JP kannste gleich wieder verkaufen oder für später (sehr viel später) als größtes Board nutzen.

PS vielleicht beim nächsten Boardkauf vorher mal HIER fragen.

aurum
03.09.2019, 22:26
sie hat ja wohl Tips bekommen, die aus unserer Sicht halt nicht optimal waren habe ich mir ein JP Freestyle Wave mit 93 l zugelegt. .....Viele meinten "Das ist gut, das fährst du nachher nur noch, dann kannst du das große Brett einmotten."

Murphy
04.09.2019, 00:17
ist editiert.

jojoo
04.09.2019, 09:43
Mein bisheriges Board - mein erstes eigenes Board nach dem Schulungsmaterial - ist ein JP Magic Ride 119 l von 2016. Ich komme damit super klar. Zuletzt glückte auch endlich der Schritt in die Schlaufen. Wasserstart klappt auch einigermaßen, manchmal brauche ich vielleicht ein, zwei Anläufe.



Bevor auf dem 119er nicht die Shortboard-Basics sitzen, verbaut man sich mit einem zu frühen Umstieg auf kleine Boards den Lernerfolg. Dein Schritt ist deutlich zu groß! Da würde ich mir an deiner Stelle einen breiten Freerider mit ca. 100 Litern mal ausleihen!
Zumindest die ersten Powerhalsen sollten gestanden - wenn auch nicht durchgeglitten - sein, bevor man sich auf kleinere Boards wagt. Denn Powerhalsen sind ein technisch sehr anspruchsvolles Manöver: Wenn man sie übt lernt man viel über den Boardtrimm auf unterschiedlichen Kursen, die Fußsteuerung. Kurse oder Privatstunden lohnen sich dazu!

Ich bin von 160 Liter auf 130 Liter auf 109 Liter ca. innerhalb eines Jahres gegangen (in dreimal 2 Wochen Surfurlaub, als junger Bursche mit 70kg und jedesmal bei einem kurzen Kurs zum Wunschmanöver Input geholt, danach selbst geübt).
Auf dem 160er Gleiten bis zu ersten Powerhalsenversuchen, dafür aber zu groß. Der 130er war dann für zwei Wochen mein Leihbrett an einem Center, da stand ich meine ersten Powerhalsen drauf. Dann auf den 109er: 2 Wochen an Powerhalse, schneller Wende und Wasserstart geübt. An kleinere Boards habe ich mich nach einem negativen Erlebnis mit einem 93er JP Freestylewave die nächsten 2 Jahre nicht dran gewagt, allerdings war ich auch nicht in Stehrevieren unterwegs.

Surfivorin
04.09.2019, 12:06
Moin nochmal, danke für die Tipps und insbesondere für das "Nicht den Mut verlieren!"

Also ich sehe schon, vielleicht war der Sprung von 120l auf 93l etwas zu früh, bzw. zu weit. Ich hatte mich durchaus vor dem Brettkauf erkundigt. Habe dann oft den Rat bekommen, dass bei einem Gewicht von 55kg ein 95l Brett eigentlich noch gut passen müsste. Dann sucht man ein Brett in dieser Klasse zu einem studentenfreundlichen Preis und wenn man dann auch tatsächlich eines findet, freut man sich ziemlich ;) Der FSW hatte einen Schaden am Rail, deswegen war er auch ziemlich günstig. Ich habe den aber ziemlich gut und sauber reparieren können, weswegen ich ihn jetzt auch ungern wieder verkaufen möchte ;)


Vielleicht sollte ich ihn aber doch für's Erste wieder in den Keller packen und einfach noch mehr wieder mit dem großen Brett üben.

Wir haben hier ein halbes Stehrevier mit vielen Straßenbahnsurfern und Tampenprüfern, zu denen ich nicht werden möchte.

Deswegen heißt es wohl erstmal: üben, üben, üben! Durchbeißen, hinfallen, aufstehen, weitermachen. Ich habe gelesen, dass ich jetzt wohl gerade an einem Punkt in der Lernkurve des Windsurfens bin, der sehr anstrengend ist und an dem auch viele Leute aufgeben oder zum Kiten wechseln, weil da alles "schneller und viel leichter" geht. Keine Sorge, das kommt für mich nicht infrage. ;)


Noch eine Frage: Was meint ihr mit Boardtrimm?

aurum
04.09.2019, 12:55
da fehlt was. ich habs mal ergänzt hinfallen, aufstehen,Krone richten,weitermachen.
;-)

Murphy
04.09.2019, 22:10
Zumindest die ersten Powerhalsen sollten gestanden - wenn auch nicht durchgeglitten - sein,

Es gibt - wie der Name schon sagt - keine nicht durchgeglittene Powerhalse. Denn dann ist es keine Powerhalse. Du meinst sicher die oft gesehene Power- into Dümpelhalse.:D

Murphy
04.09.2019, 22:20
Vielleicht sollte ich ihn aber doch für's Erste wieder in den Keller packen und einfach noch mehr wieder mit dem großen Brett üben.

Das verschiebt Dein Problem, löst es aber nicht. Da kannst Du noch jahrelang auf dem Großen üben, der Sprung wird immer noch zu groß sein. Wenn Du Dich nicht davon trennen kannst, hänge es als Deko an die Wand (und lass es da). Wenn ich mich recht erinnere, liefen die JPs dieser Jahrgänge ohnehin übermässig hart im Kabbelwasser, und scheiden schon von daher als Shortboards für Einsteiger aus.

Ich habe gelesen, dass ich jetzt wohl gerade an einem Punkt in der Lernkurve des Windsurfens bin, der sehr anstrengend ist

Nein, solange man Aufsteiger ist, bzw. weiterkommen will ist das ein Dauerzustand. Aber das macht ja auch gerade den Reiz am Surfen aus. Es geht immer weiter und man lernt nie aus.

Man kann sich natürlich vieles einfacher machen, indem man z.B. unpassendes Material sofort aussortiert.
Surfzeit ist viel zu wertvoll, als das man sich mit unpassenden Material rumärgert.

BoardStar
04.09.2019, 23:09
Ich halte es absolut nicht für ausgeschlossen, dass Du mit dem Board sehr bald gut zurecht kommst. Mein Junior ist 12 Jahre alt und wiegt 45kg. Er hat auf 102 Liter fahren und erstes Gleiten gelernt, dann ne Weile 95L (darauf Wasserstart). Jetzt fährt er 63L in Teneriffa (bei bis zu 30Knoten Wind) und 76 Liter auf dem See, bei starkem Wind auch 60L.
Das ganze (s.o.) hat ein Jahr gedauert.

Was ich sagen will: Durchbeißen ist super und kann auch in unserem Sport schnelle Erfolge bringen.
Zu den o.g. Brettvolumina kannst Du für Dich ca. 15 Liter addieren, so dass die 93L für Dich perspektivisch durchaus als Zwischengröße und langfristig als Schwachwindboard gut sind.
Du kannst es aber jetzt schon bei starkem Wind mal ausprobieren, es wird sich sofort viel „leichter“ anfühlen, weil das Board Segeldruck viel schneller in Bewegung umsetzt.

Murphy
05.09.2019, 00:12
Du kannst es aber jetzt schon bei starkem Wind mal ausprobieren, es wird sich sofort viel „leichter“ anfühlen, weil das Board Segeldruck viel schneller in Bewegung umsetzt.
Hat sie ja schon, da war ja nix. Kinder lernen eh schneller, das kannst Du nicht mit Erwachsenen vergleichen.

BoardStar
05.09.2019, 07:42
Ein einmaliger Test ist aus meiner Sicht nicht aussagekräftig. Es würde jedem von uns beim Umstieg auf ein völlig unbekanntes Setup genauso gehen.
Ich habe neulich zum ersten Mal ein Segel über 7qm auf einem 130L Fanatic Blast ausprobiert, 25 Liter größer als mein größtes Board. Am Anfang war es der totale Horror..!
Und uns alte Säcke kann man auch nicht mit einer ambitionierten Studentin vergleichen... ;)
Ich habe auch erst nach dem Abi auf dem Meer richtig Wasserstart und Schlaufen-Surfen gelernt, damals auf nem 268er Tiga B&J aus PE. Das Teil war schmaler und vermutlich doppelt so schwer wie das o.g. Brett und ich hatte knapp 20kg mehr Körpergewicht.

Allerdings teile ich ja die Meinung, dass ein Board mit ca. 105-110 Liter als „Übergangsbrett“ gut wäre. Ein Fanatic Skate aus 2008-2009 fänd ich perfekt, schön leicht, breites und flaches Deck, nicht radikal, gleitstark und super zum Höhelaufen. Mit etwas Glück findet man sowas für 250€.

Was ich nicht teile: Dass das 93er FSW eine Fehlinvestition sein soll. Das Brett wird in den nächsten 2 Jahren ja nicht schlechter und kann in idealen Bedingungen schon jetzt gut funktionieren.
Und vielleicht kann und will die TE ja auch mal in kleiner Nord- oder Ostseewelle fahren..? Aber auch auf Flachwasser ist das Teil gut, sowas hatte und habe ich (80kg) schon immer als Schwachwind-Board mit 105-107Liter.

jojoo
05.09.2019, 09:03
Ich habe neulich zum ersten Mal ein Segel über 7qm auf einem 130L Fanatic Blast ausprobiert, 25 Liter größer als mein größtes Board. Am Anfang war es der totale Horror..!


Das liegt nicht am Gesamtsetup, sondern am extrem gewöhnungsbedürftigen Brett namens Blast, das beim Trimm sehr empfindlich ist.

Begriff Boardtrimm:
Darunter verstehe ich das Zusammenspiel aus Mastfuß- und Fußschlaufenposition, Finne und der Gewichtsbelastung entlang Quer und Längsachse des Boards.
Prinzipiell gilt: Ein großes Board tendiert dazu von selbst einen stabilen Trimm zu finden, kleinere Boards sind anspruchsvoller (kippeliger, leichter aus der stabilen Position zu bringen).
Auch in der gleichen Größe gibt es Unterschiede (Wave vs. Freemove oder Slalom vs. Freeride). Dein Magicride ist quasi der "Trimm Master", entwickelt um den Einstieg ins Shortboard so einfach wie möglich zu machen und dem Surfer wenig Technik abzuverlangen. Mit breitem Heck und langer Finne gleitet das Board sehr stabil.

Der JP FSW ist erstens kleiner und zweitens erfordert er beim Trimm Input vom Surfer, weder auf der Geraden noch im Turn stabilisiert er sich von selbst. Das können andere Boards gleicher Größe deutlich besser, wie z.B. der genannte Tabou 3S. Darunter leidet halt die maximal herausfahrbare Performance.

Ich teile die Meinung der Vorredner, dass du erstmal kleinere Schritte Richtung 95 Liter Klasse machen solltest. Ein 105 bis 110 Liter Brett sollte ja an jeder Verleihstation herumliegen.

paulchen
05.09.2019, 09:39
Hi Surfivorin,

Ein Kumpel von mir kam im Surfurlaub mit dem JP FSW überhaupt nicht zurecht, mit dem Starboard Kode FSW im selben Volumen jedoch super. Ich glaube das lag daran, dass der JP um einiges agiler und waviger ist...

Ich glaube aber du musst dich nur daran gewöhnen, dann passt das schon. Auch die ca. 40 Liter Überschussvolumen müssten bei deinem Könnenstand ausreichen...

Wenn dein Budget knapp ist, würde ich nicht in ein weiteres Board mit mehr Volumen investieren...

Um mich für einen Wave-Surfurlaub (Board mit 84l) vor zu bereiten, bin ich auch eine zeitlang immer bei schwachem Wind mit einem 100l Board (bei 75-80kg) raus, obwohl ich kaum eine Wende oder Dümpelhalse darauf gestanden habe... Wichtig dabei ist nur, dass du noch gerade so den Shotstart auf dem Board schaffst und sicher zurückdümpeln kannst... (klappt das beim JP FSW 93l?)
Ich habe mich dann bald an das Board (100l) gewöhnt und habe dann sogar mein großes Brett (120l) verkauft und nutze jetzt mein 100l Board mit 5,3 Segel als Schwachwind-Kombi.


Gruß, Paul

Surfivorin
05.09.2019, 12:52
Der JP FSW ist erstens kleiner und zweitens erfordert er beim Trimm Input vom Surfer, weder auf der Geraden noch im Turn stabilisiert er sich von selbst. Das können andere Boards gleicher Größe deutlich besser, wie z.B. der genannte Tabou 3S. Darunter leidet halt die maximal herausfahrbare Performance.

Ich teile die Meinung der Vorredner, dass du erstmal kleinere Schritte Richtung 95 Liter Klasse machen solltest. Ein 105 bis 110 Liter Brett sollte ja an jeder Verleihstation herumliegen.


In unmittelbarer Nähe haben wir hier leider keine Surfstation mit entsprechendem Testmaterial. Dass der Tabou 3s oder der aktuelle Tabou 3s Classic gut sein soll, habe ich inzwischen auch schon öfters gehört. Sollte ich diesen Herbst noch mal nach Fehmarn kommen, werde ich gucken, dass ich den da vielleicht noch mal testen kann.




Wenn dein Budget knapp ist, würde ich nicht in ein weiteres Board mit mehr Volumen investieren...

Um mich für einen Wave-Surfurlaub (Board mit 84l) vor zu bereiten, bin ich auch eine zeitlang immer bei schwachem Wind mit einem 100l Board (bei 75-80kg) raus, obwohl ich kaum eine Wende oder Dümpelhalse darauf gestanden habe... Wichtig dabei ist nur, dass du noch gerade so den Shotstart auf dem Board schaffst und sicher zurückdümpeln kannst... (klappt das beim JP FSW 93l?)



Das ist die andere Seite der Medaille. Ich kann mir jetzt andere Bretter anschauen, aber mangels Budget halt momentan nicht kaufen.

Deswegen werde ich mich diesen Herbst einfach noch mal an dem JP FSW 93 l versuchen. Aber vielleicht ist es ja wirklich nur Übungssache.

Abgesehen von den Hinweisen, den JP FSW 93 l zu verscherbeln und sich ein anderes Brett zuzulegen, nehme ich folgende Hinweise in übungs- und fahrtechnischer Art mit:

- bei schwachem Wind im Dümpeln ein Gefühl für das kleine Board entwickeln
- mit dem kleinen Board vor allem im Stehrevier üben
- mit dem großen Board (JP Magic Ride 119 l) noch mehr Manöver üben (vor allem Powerhalse und wenn die sitzt, diese auf dem kleinen Board üben)
- Schotstart auf dem kleinen Board probieren (bis jetzt gelingt selbst das nicht, da zu kippelig; Wasserstart klappt, wenn der Wind reicht)
- Boardtrimm: nach optimaler Mastfuß- und Schlaufenposition suchen, da das kleine Board empfindlich auf Trimmfehler reagiert.... ich glaube, hier kann ich echt noch mehr herumprobieren.

Bin für weitere Ratschläge gerne offen :)

mariachi76
05.09.2019, 13:53
Hallo Surfivorin,
ich habe vor kurzem ähnlichen Schritt gemacht und habe den Umstieg von 130L JP Magic Ride auf ein Severne Fox 105L hinter mir. Also von 50L auf 25L Überschussvolumen.
Wiege 80kg und stehe vom Fahrkönnen her seit 1 Jahr und ca. 30 sessions sicher in beiden Schlaufen und übe Powerhalse (welche dann immer im dümpeln endet.)

Ich habe mich aber nach einer Stunde fahren auf dem neuen 105er Board schon ziemlich Wohl gefühlt, und in der 2. Session dann das Fahrniveau erreicht, das ich zuvor am 130L board hatte. Wobei ich im Urlaub 3 Tage mit 112-115L Leihboards als Zwischenstufe hatte.

Jetzt nach 4-5 sessions mit meinem 105er Board ist es jedenfalls mein liebstes Board.

Den Tip, mal bei Leichtwind das 93L Board kennenzulernen kann ich zwar nachvollziehen, aber schlussendlich ist dein 93L Board für dein Gewicht eher ab 14-15kn zu gebrauchen - und ich nehme an es geht dir ja darum, beim gleiten wieder sicher zu sein.
Da heissts einfach nur dranbleiben, nach 2-3 sessions fährst du wieder gleich gut wie am grösseren Board.

Generell verzeihen größere Boards eher Fehler in der Beinarbeit, da reagieren kleine Boards viel agiler (oder anfälliger) auf Fehlbelastung.

Anders gesagt: das kleine Board macht Fahr-/Belastungsfehler, welche sich bei dir auf deinem grösseren Board eingeschlichen haben, sichtbarer bzw. umgekehrt hilft dir das kleine Board, diese Fehler dann entsprechend auszumerzen.

Stehrevier macht in der Phase Sinn bzw. erzeugt weniger Frust und Energieverlust nach einer unfreiwilligen Wasserlandung :).

Was ich immer empfehlen kann: Mal die 50€ für eine Stunde für nen guten Surflehrer hinzulegen, der wird dir Fahrfehler viel rascher bewusst machen und du weisst dann, woran du arbeiten musst. Das bringt bedeutend mehr als jetzt nochmal über anderes Equipment nachzudenken.
Und lass bei der Gelegenheit auch mal deinen Segel-/Boardtrimm checken.

Und dann einfach durch und sich über die Fortschritte freuen!

lg
mariachi76

BoardStar
05.09.2019, 15:02
Perfekt erklärt, das sehe ich zu 100% genauso.

Spacecowboy
05.09.2019, 16:16
Es freut mich sehr, dass Du dran bleibst! :)

Ob dieser 93er JP jemals dein grösstes Brett werden wird, hängt von einigen Faktoren ab, vor allem in welchen Revieren, ab welchem Wind und in welcher "Sparte" (Freestyle, Freeride etc.) du surfst und wieviele Boards du im Fuhrpark hast. Viele haben halt als Grosses eher einen Freerider oder Freemover, ausser man hat immer Wellen oder will freestylen. Aber der Schotstart muss unbedingt darauf klappen, deshalb auch im stehtiefen Wasser:
Schotstart auf dem kleinen Board probieren (bis jetzt gelingt selbst das nicht, da zu kippelig
(das Problem ist ja übrigens nicht das Volumen von 93 Liter sondern die Breite von 60.5cm...)

Das ist die andere Seite der Medaille. Ich kann mir jetzt andere Bretter anschauen, aber mangels Budget halt momentan nicht kaufen.
Würde dir eine Tausch-Anzeige vorschlagen. Vielleicht meldet sich jemand, der/die von einem 100-105L Board auf ein kleineres umsteigen möchte. Wäre dann investitions- und risikolos, und falls nichts draus wird ist auch nichts verloren.

BoardStar
05.09.2019, 19:22
Die TE fährt wohl Nord- und Ostsee. Da würde ich das Brett unbedingt behalten. Das sind fast 40(!) Liter Volumenplus, reicht definitiv..!

Surfivorin
09.09.2019, 23:38
So, war am Wochenende noch mal auf der Nordsee bei auflaufend Wasser.

Mit dem 93 l Board. Und der Wind reichte gerade so für's 3,7er Segel. Bin Leichtgewicht, deswegen ging das. Alle anderen fuhren so 4,7 bis 5,5.

Ich komme zu dem Schluss, dass ich das Board tatsächlich erstmal nicht verkaufen möchte. Es ist wirklich eine riesen Umstellung von 119 l auf 93 l, aber wenn ich damit tatsächlich mal fahre, fühlt es sich seeehr gut an. Manöver stehe ich keines und auch mit dem Kabbel komme ich noch nicht zu recht. Dann mache ich eine Wasserlandung und frage mich "Wozu mache ich das eigentlich?" Aber dann fahre ich wieder und denke mir "Ach ja, dafür :cool::cool::cool: "

Dass das Board suuuper empfindlich auf Steuerungsfehler reagiert, ist mir auch klar geworden. Fehler, die ich mir beim Fahren mit dem 119er angewöhnt haben, rächen sich sofort. Auch machen die unterschiedlichen Kurse (Raum, Halb, Am) sich viel deutlicher bemerkbar. Auf Raumwind zischt das Ding los wie ne Rakete, das ist echt krass. Wirklich. Hui! An die Geschwindigkeit muss ich mich auch erstmal gewöhnen. Aber macht Lust auf mehr :)

Also ich übe einfach weiter. Vielleicht wird es irgendwann im Herbst zu kalt, wenn man halt immer wieder im Wasser landet, aber wurscht, dann nehme ich halt wieder das große Board (safety first) und nächsten Sommer wird weiter auf dem lütten Teil geübt. Vielleicht dauert es einfach, bis man richtig gut ist.


Mir fällt auf, dass es wahnsinnig viele Tutorials zu Manövern gibt. Aber zu Materialumstiegen habe ich bis jetzt noch keine Videos gefunden. Wäre vielleicht mal interessant!

Murphy
10.09.2019, 00:26
Manöver stehe ich keines und auch mit dem Kabbel komme ich noch nicht zu recht. Dann mache ich eine Wasserlandung und frage mich "Wozu mache ich das eigentlich?" Aber dann fahre ich wieder und denke mir "Ach ja, dafür :cool::cool::cool: "

Beratungs resistente Menschen sollte man nicht aufhalten. :D

BoardStar
10.09.2019, 14:08
Quatsch, sie hört halt nur nicht auf jeden - was bei 100% kontroversen Empfehlungen ja auch gar nicht möglich wäre.
:D

sheshe
11.09.2019, 09:53
Auf Raumwind zischt das Ding los wie ne Rakete, das ist echt krass. Wirklich. Hui! An die Geschwindigkeit muss ich mich auch erstmal gewöhnen. Aber macht Lust auf mehr :)



Ich hoffe, du bist dann eingehängt und in beiden Schlaufen. Generell sehe ich viel zu oft, dass die Leute ab einer gewissen Geschwindigkeit Angst haben, in beide Schlaufen zu gehen, oder sich einzuhängen. Deshalb ist es wichtig, immer erst in die Schlaufen und erst danach Geschwindigkeit zu erhöhen:-) Und Wasser ist weich, einfach immer die Hände am Gabelbaum lassen.

Zum Board, ich glaube du schaffst das schon. Es wurden ja schon viele Sachen genannt. Wir haben damals auf Uraltbrettern angefangen und es auch geschafft.

Was ich dir noch ans Herz legen will: Dümpeln mit dem kleinen Board ist super! Aber geh auch bei 1-2 bft mit dem grossen Board dümpeln, übe Backwindfahren, Helitack, Stall Tack etc. Dadurch verbesserst du deine Balance und dein Segelgefühl enorm, was deiner weiteren Surfkarriere einen richtigen Schub gibt. Dies empfehle ich übrigens allen Urlaubs- und bei der powerhalse feststeckenden Surfer. Ausserdem kannst du dann auch bei mehr Wind mal eine Helitack einbauen, die eigentlich einfacher und stabiler ist, als eine normale Wende. Und es gibt dir auch zwischendurch mal kleine Erfolgserlebnisse.

Robby (Munich)
11.09.2019, 10:37
An einer Verleihstation sagte mir der Inhaber, dass die JP (z.B. Magic Ride) eher für etwas geübtere Surfer was sind, dann kommen die Tabou und am einfachsten lassen sich die Fanatic Geckos fahren.
Das war das Feedback seiner Kunden.
Viel häng natürlich auch vom Trimm und Größe des Segels, und wie hier oft erwähnt vom eigenen Fahrkönnen ab.

BoardStar
11.09.2019, 11:42
Das hat aber mit dem Thema hier mal überhaupt gar nichts zu tun.
Und ein pauschaler Vergleich von konkreten Modellen und einer anderen Marke (generell) macht überhaupt keinen Sinn.

Boerni
11.09.2019, 12:38
Hi Surfivorin,

zunächst einmal ganz große Anerkennung von mir, wie Du mit Deiner neuen Leidenschaft Windsurfen umgehst. Engagiert, entschlossen, begeistert - und trotzdem reflektiert, hinterfragend, auch bei Rückschlägen am Ball bleibend. Super! Das merkt man an allen Deinen Beiträgen hier (auch zu anderen Themen), und vor allem daran, dass Du auch was MACHST! Und nicht nur theoretisierst. Willkommen in der "Real World"! Aus Dir wird mal eine ganz tolle Windsurferin!

Ich find es super, wie Du aus den ganzen z.T. widersprüchlichen Beiträgen hier genau die richtigen Erkenntnisse für Dich herausfilterst. Deine Zusammenfassung am Ende des Beitrags #18 haut absolut hin!

Als ehemaliger VDWS-Surfschulinhaber und mit über 30 Jahren Surferfahrung hier noch mein Senf zu ein paar Deiner Fragen:

Sicher ist der Schritt von einem 119-Liter-Board (mit gefühlten 130 Litern) zu einem reelen 93-Liter Board recht groß, zumal es sicher fehlerverzeihendere Boards in der 95-Liter-Klasse gibt als die JP FSW aus diesen Jahren. Aber egal, das Budget war entscheidend, vollkommen o.k. Und mit etwas gehobenem Fahrkönnen macht der JP auf Nord- oder Ostsee richtig Spaß. Das wird schon noch! Bei deinem Gewicht (und im Salzwasser) solltest Du allerdings einen normalen Schotstart locker hinbekommen, selbst bei kleinen Wellen. Üb den erstmal (auch bei Leichtwind), dann fühlst Du Dich auch insgesamt etwas sicherer und bekommst mehr Gefühl für das Board. Aber lass erstmal die "Trimm"-Versuche! Mastfuß in die Mitte, max 1 cm nach hinten bei kleinem Segel, und gut ist!!! Bei Deinem noch nicht so ausgeprägtem Fahrempfinden ist die Gefahr zu groß, dass Du Dir was falsches einbildest. Der Hersteller wird sich schon was gedacht haben mit der Mastschienen- und Fußschlaufenanordnung, also lass das erstmal gut sein.

Klar macht es Spaß, mit dem 3,7er zu fetzen. Zum Lernen sollte es aber gemütlicher sein. Gehe viel bei Bedingungen für Deine großen Segel raus. Übe auf dem JP Wenden und Halsen bei wenig Wind, auch im Dümpeln. Zwischendurch mal wieder aufs große Brett - perfekt. Bei Deinem Engagement bin ich sicher: Der Rest kommt von selbst, wenn man Robby Naish's Rat befolgt: "Time on water"!

Und nimm mal sobald es geht bei einem erfahrenen Surflehrer für Fortgeschrittene eine Privatstunde, damit der mal einen generellen Blick über Deine derzeitige Fahrtechnik wirft und auf Deine vielen Fragen ein paar Tipps bereithält, die konkret auf Dich zugeschnitten sind. Das Geld ist immer gut angelegt und erspart Dir manch mühsame Erfahrung, die Du "im Selbstversuch" machst. Das Internet, Foren usw. sind da nur begrenzt hilfreich.

Weiterhin viel Spaß!

Bernd

Surfivorin
11.09.2019, 16:16
Danke, Bernd :-)

Ja, Robby hatte Recht - TIME ON WATER ist das wichtigste :-)

BoardStar
12.09.2019, 17:40
So schön wie Bernd hätte ich es nicht ausdrücken können, da merkt man die Surflehrer-Routine... ;)

Einen Punkt habe ich bei mir selbst bemerkt: Wenn man mal bei heftigem Wind mit einem zu großen Brett unterwegs ist, wird Kabbelwasser schnell zum Rodeo-Ritt. Spätestens bei 30knt und mehr fühle ich mich auf nem Board in der 100L-Klasse (Wave, FSW) nicht mehr wohl, selbst mit meinen 80kg. Die Kontrolle leidet extrem, weil dann der Wind auch mal unters Brett greift und man schlimmstenfalls heftig verkantet oder das breitere Board mal abrupt von einer steileren Windwelle oder plötzlich brechendem Wellenkamm abgebremst wird.
Und auf Nord- und Ostsee ist starker Wind ja zum Glück auch nicht mega selten...

Ein kleines Brett mag zwar empfindlicher auf Steuerpulse reagieren, bleibt mE aber generell eher unter Kontrolle.
Und dann ist es auch nicht so schlimm, wenn die Halse nicht 100%ig klappt - erstens lernt man Fehler zu vermeiden und außerdem übst Du dann eben weiter den Wasserstart... :D