Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Wieso verschiedene Finnengrößen?????

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #16
    Zitat von acidman Beitrag anzeigen
    man könnte eine kräftedreieck aufmalen, und an hand dieses auch die wirkenden kräfte ausrechnen. bei mir ist das abi aber zu lange her, als das ich das ausrechnen könnte.
    Richtig, die Vortriebskräfte entstehen aus der Kraft des Segels und der dagegen wirkenden Kraft des "Lateraldruckpunktes"
    windsurfen ist die teuerste Art, auf Wind zu warten

    Kommentar


      #17
      Moin,
      ich kann zwar nicht mit der technischen oder pysikalischen Begründung aufwarten, aber folgende Situation:

      1) Wind an der unteren Grenze (Segel und Board entsprechend): um das Baord gut freipressen zu können, eher den notwendigen Lift zu erreichen und verlorene Höhe leichter wieder wett zu machen (bei "leichtem" gleiten) hilft mir eine tendeziell größere (länger, mehr Fläche und/oder stärker profilierte Finne). Gerade der Auftrieb der Finne ist beim Angleiten nicht zu vernachlässigen.
      2) Wind nimmt leicht zu (gleiches Board und Segel - gleicher Trimm): eine kleinere (weniger Fläche, weniger Tiefgang, weniger Profilierung) Finne reicht nun, das die unter 1) genannten Vorteile der größeren Finne nicht mehr so ins Gesicht fallen; die Geschwindigkeit nimmt zu
      3) Wind nimmt noch mehr zu: noch kleinere Finne. Insbesondere durch den geringeren Lift bliebt die Kombi leichter zu kontrollieren. Noch höhere Geschwindigkeit.

      Diese Faktoren wirken auf Slalomboards (eine Abstimmung in 2-3cm Abstand (ansonsten gleiche Finne) kann jeder ambitionierte Fahrer rausbekommen und gelten - vielleicht etwas weniger stark auffallend da andere Faktoren mehr ins Gewicht fallen - auch bei Waveboards.

      Gruß

      p.s. ich kann den Tipp mit dem Ausprobieren nur unterstreichen

      Kommentar


        #18
        hier kann man sich schlau machen:
        http://www.blackdiamondfins.at/de/fi...s-ueber-finnen
        die coolen Jungs fahren Sinker

        Kommentar


          #19
          Die Finnengröße ist abhängig von der auf sie wirkenden Kräfte. Es stellt sich also die Frage, wie groß die Differenz aus den Fahrwiderständen (Adhäsion des Wassers, Strömungswiderstand -> Brettgröße, Gewichtskraft aus dem Gewicht des Fahrers) und der Vortriebskraft des Segels ist. Bei gleichem Wind steigt die Vortriebskraft vermutlich fast quadratisch mit Segelgröße, da der Vortrieb des Segels durch die Anströmung des Windes entsteht, dessen Windgeschwindigkeit quadratisch eingeht. Durch das größere Segel wandert der Druckpunkt nach hinten und der Hebel wird kleiner, weshalb die Finne nicht im gleichen Maße größer werden muss. Jedoch wird mit steigendem Wind die o.g. Kräftedifferenz geringer, da die Kräfte entgegen gerichtet sind. Theoretisch und auch praktisch gibt es irgendwo ein Minimum.
          Die Fläche der Finne bestimmt die Kraft, die sie ausüben kann, um das Surfbrett im Gleichgewicht zu halten. Eine Finne mit gleicher Fläche aber größerer Länge kann mehr Kräfte aufnehmen und hält das Heck länger im Wasser wodurch das Brett schneller angleitet. Allerdings verliert es dadurch an Agilität. Eine gekrümmte Finne (z.B. Freemove) verzögert das Angleiten und erhört die Agilität, da sich sowohl die Strömungsverhältnisse als auch der Schwerpunkt (der Kräfte) maßgeblich verändern.

          Halten wir also fest:
          1) Alle Kräfte müssen stets im Gleichgewicht sein.
          2) Mit steigender Brettgröße steigt der Strömungswiderstand in Abhängigkeit der Auflagefläche.
          3) Mit steigender Segelfläche steigen die Kräfte bei gleich bleibenden Wind.
          4) Eine größere Finne hat eine größere Fläche und kann mehr Kräfte aufnehmen.
          5) Relevant für die Finnengröße sind das Gewicht des Surfers, die Brettgröße und die aus dem Segel resultierende Vortriebskraft.
          6) Unterschiedliche Segeltypen haben verschiedene Druckpunkte und damit ebenfalls einen Einfluss auf die Finnengröße.
          __________________________
          Warum ist eigentlich immer dann Wind, wenn ich keine Zeit habe?

          Kommentar


            #20
            Zitat von anvis Beitrag anzeigen
            Die Finnengröße ist abhängig von der auf sie wirkenden Kräfte. Es stellt sich also die Frage, wie groß die Differenz aus den Fahrwiderständen (Adhäsion des Wassers, Strömungswiderstand -> Brettgröße, Gewichtskraft aus dem Gewicht des Fahrers) und der Vortriebskraft des Segels ist. Bei gleichem Wind steigt die Vortriebskraft vermutlich fast quadratisch mit Segelgröße, da der Vortrieb des Segels durch die Anströmung des Windes entsteht, dessen Windgeschwindigkeit quadratisch eingeht. Durch das größere Segel wandert der Druckpunkt nach hinten und der Hebel wird kleiner, weshalb die Finne nicht im gleichen Maße größer werden muss. Jedoch wird mit steigendem Wind die o.g. Kräftedifferenz geringer, da die Kräfte entgegen gerichtet sind. Theoretisch und auch praktisch gibt es irgendwo ein Minimum.
            Die Fläche der Finne bestimmt die Kraft, die sie ausüben kann, um das Surfbrett im Gleichgewicht zu halten. Eine Finne mit gleicher Fläche aber größerer Länge kann mehr Kräfte aufnehmen und hält das Heck länger im Wasser wodurch das Brett schneller angleitet. Allerdings verliert es dadurch an Agilität. Eine gekrümmte Finne (z.B. Freemove) verzögert das Angleiten und erhört die Agilität, da sich sowohl die Strömungsverhältnisse als auch der Schwerpunkt (der Kräfte) maßgeblich verändern.

            Halten wir also fest:
            1) Alle Kräfte müssen stets im Gleichgewicht sein.
            2) Mit steigender Brettgröße steigt der Strömungswiderstand in Abhängigkeit der Auflagefläche.
            3) Mit steigender Segelfläche steigen die Kräfte bei gleich bleibenden Wind.
            4) Eine größere Finne hat eine größere Fläche und kann mehr Kräfte aufnehmen.
            5) Relevant für die Finnengröße sind das Gewicht des Surfers, die Brettgröße und die aus dem Segel resultierende Vortriebskraft.
            6) Unterschiedliche Segeltypen haben verschiedene Druckpunkte und damit ebenfalls einen Einfluss auf die Finnengröße.
            Moin,
            eine sehr schöne Abhandlung. Gut beschrieben und so weiter....
            Nur, was ist da relevant für den täglichen Surfalltag?
            zu 2) steigende Brettgröße - was ist hier gemeint? Volumen, Gewicht? Wasserauflageflauffläche....
            zu 4) so was blödes - spielt der Tiefgang keine Rolle mehr? fahr mal eine Tidefinne
            Was ist mit der Profilierung?
            Ach - hatte ich ja ganz vergessen: Flex der Finne. Ist ja zum Erschrecken aller Finnenbauer kein Thema....
            Gruß

            Kommentar


              #21
              Zitat von anvis Beitrag anzeigen
              Durch das größere Segel wandert der Druckpunkt nach hinten und der Hebel wird kleiner, weshalb die Finne nicht im gleichen Maße größer werden muss. Jedoch wird mit steigendem Wind die o.g. Kräftedifferenz geringer, da die Kräfte entgegen gerichtet sind.
              da stocke ich ein bisschen, auch wenn ich jetzt vom thema abkomme. klar ist der druckpunkt bei grösseren segeln weiter hinten. aber du musst dir ja immer vorstellen, dass der lateraldruckpunkt und der segeldruckpunkt auf der gleichen höhe sein sollten, sich also entgegenwirken. wäre das nicht so, würde man abfallen oder anluven bzw. sehr komisch auf dem brett stehen in gleitfahrt.

              da nun in der gleitfahrt der LDP und der SDP genau da ist, wo dein trapezjhaken ist, ist es unwesentlich ob man nun 5 oder 6 qm fährt. wäre das nicht so, müsste man ja extrem verkrümmt auf dem board stehen, wenn man mal das segel wechselt...

              nur so meine überlegung...
              "Ich komme von einer Farm in der Wüste, wo es weit und breit keine Wellen gibt. Also, wenn ich Wave-Weltmeister werden kann, dann kannst du es auch, wenn du nur willst - Live your dream!!"

              surf-wiki.com

              Kommentar


                #22
                Zitat von Rosas-Fahrer Beitrag anzeigen
                Moin,
                eine sehr schöne Abhandlung. Gut beschrieben und so weiter....
                Vielen Dank für die Lorbeeren!

                Zitat von Rosas-Fahrer Beitrag anzeigen
                zu 2) steigende Brettgröße - was ist hier gemeint? Volumen, Gewicht? Wasserauflageflauffläche....
                Interessant ist nicht das Volumen, sondern die Auflagefläche. Ein Brett mit einem schmalen Heck braucht eine kleinere Finne und ein Brett mit einem breiten Heck eine größere. Die größere Finne hält das breite Heck im Wasser, sodass man letztlich schneller angleiten kann aber an Agilität verliert.


                Zitat von Rosas-Fahrer Beitrag anzeigen
                zu 4) so was blödes - spielt der Tiefgang keine Rolle mehr? fahr mal eine Tidefinne
                Eine Finne mit gleicher Fläche aber größerer Länge kann mehr Kräfte aufnehmen und hält das Heck länger im Wasser wodurch das Brett schneller angleitet. Aus diesem Grund haben Formulaboard sehr lange Finnen. Allerdings werden die Bretter damit richtungsstabiler und weniger drehfreudig.

                Zitat von Rosas-Fahrer Beitrag anzeigen
                Was ist mit der Profilierung?
                Ein asymmetrisches Profil sollte theoretisch Spinnouts reduzieren können, da die Strömungsverhältnisse auf beiden Seiten der Finne verschieden sind.
                Je stärker die Finne gebogen ist, je weiter wandert der Schwerpunkt nach hinten oben und lässt das Brett drehfreudiger und instabiler werden. Sie kann weniger Kräfte aufnehmen, wodurch das Brett weiter aus dem Wasser kommt und beim Gleiten schneller wird. Jedoch gleitet es später an.

                Zitat von Rosas-Fahrer Beitrag anzeigen
                Ach - hatte ich ja ganz vergessen: Flex der Finne. Ist ja zum Erschrecken aller Finnenbauer kein Thema....
                Eine weichere Finne (Verbundmaterial) verbiegt sich stärker, wodurch die Wirkfläche kleiner wird. In wie weit der Unterschied spürbar ist, vermag ich nicht zu beurteilen, weil mir die Erfahrung auf dem Gebiet fehlt. Fakt ist jedoch: G10-Finnen sind schmaler, was die Anströmung verändert und ihren eigenen Strömungswiderstand reduziert.
                __________________________
                Warum ist eigentlich immer dann Wind, wenn ich keine Zeit habe?

                Kommentar


                  #23
                  Zitat von sheshe Beitrag anzeigen
                  [...]da nun in der gleitfahrt der LDP und der SDP genau da ist, wo dein trapezhaken ist, ist es unwesentlich ob man nun 5 oder 6 qm fährt. [...]
                  Dann hast du's doch verstanden! Bei einem großen Segel steht man etwas weiter hinten auf dem Board und verkürzt so den Hebel zur Finne, weil die Strecke kleiner wird. Ein kürzerer Hebel führt wiederum zu einem kleineren Moment.
                  __________________________
                  Warum ist eigentlich immer dann Wind, wenn ich keine Zeit habe?

                  Kommentar


                    #24
                    Ich habe mit kleinen Finnen irgendwie meine Probleme. Da kommt es regelmäßig zu Spin Outs.

                    Kommentar


                      #25
                      ...dann ist die Finne zu klein. Sie kann nicht genügend Kraft entwickeln, um das Board auf Kurs zu halten. Versuch mal eine Finne mit größerer Fläche zu testen. Sie muss nicht zwingend länger sein aber breiter. Ich fahre bspw. am liebsten eine 35er Freemovefinne vom Mistral Synchro, die zwar deutlich kürzer ist als meine 39er Freeridefinne vom Mistral Screamer aber mehr Fläche bietet. Das Board gleitet dadurch etwas später an, ist aber drehfreudiger und kann sehr gut Höhe laufen.
                      Und dann gibt es noch die asymmetrischen Finnen von Lessacher (http://www.designlessacher.de/design....eu/index.html ), die dem Problem aufgrund unterschiedlicher Strömungsverhältnisse auf beiden Finnenseiten entgegenwirken sollen. Ich kann es mir zwar nur begrenzt vorstellen aber viele Surfer sind überzeugt - wenn vielleicht auch nur psychologisch!
                      __________________________
                      Warum ist eigentlich immer dann Wind, wenn ich keine Zeit habe?

                      Kommentar


                        #26
                        Zitat von anvis Beitrag anzeigen
                        Und dann gibt es noch die asymmetrischen Finnen von Lessacher (http://www.designlessacher.de/design....eu/index.html ), die dem Problem aufgrund unterschiedlicher Strömungsverhältnisse auf beiden Finnenseiten entgegenwirken sollen. Ich kann es mir zwar nur begrenzt vorstellen aber viele Surfer sind überzeugt - wenn vielleicht auch nur psychologisch!
                        Auch wenn du's dir nur begrenzt vorstellen kannst....aber diese Finnen vom Wolfgang funktionieren - hinsichtlich Spinout - auf jeden Fall.

                        Das ganze hat auch nix mit 'Psychologie' zu tun...sondern mit Physik bzw. mit den strömungstechnischen Gegebenheiten solcher (z.B. duo-konkaven) Finnen.

                        Ausgetestet habe ich das in der Vergangenheit auch schon zur Genüge.....damals vor drei-vier Jahren mit nem Starboard Carve und nem 7.6er Segelchen.
                        ....Auf Grund der geringen Wassertiefe ist an meinem Homespot eh fast immer Grasfinnenpflicht.

                        Dann... zum testen Board einmal mit 'normaler' 32er Grasfinne...einmal mit einer 32er duo-konkaven vom Wolfgang. Beide Finnen gleiche Länge.....und quasi flächenmäßig fast deckungsgleich.

                        Spinouts bekam ich nur mit einer Finne hin....ob bewußt provoziert oder zufällig....ab nem gewissen Druck schmierte die 'normale' heftigst weg....nur die Finne vom Wolfgang konnte ich 'treten' wie ich wollte....da passierte nix.

                        Besten Gruß
                        Stefan

                        Kommentar


                          #27
                          Zitat von stoho Beitrag anzeigen
                          Auch wenn du's dir nur begrenzt vorstellen kannst....aber diese Finnen vom Wolfgang funktionieren - hinsichtlich Spinout - auf jeden Fall.

                          Das ganze hat auch nix mit 'Psychologie' zu tun...sondern mit Physik bzw. mit den strömungstechnischen Gegebenheiten solcher (z.B. duo-konkaven) Finnen.

                          nur die Finne vom Wolfgang konnte ich 'treten' wie ich wollte....da passierte nix.

                          Stefan
                          Kann ich nur bestätigen!
                          windsurfen ist die teuerste Art, auf Wind zu warten

                          Kommentar


                            #28
                            Mit den Lessacher Duo Weed Finnen hatte ich persönlich immer das Gefühl, dass ich in eine Richtung mehr Höhe lauf und in die andere mehr Raum fahre. Spin Outs hatte ich damit genauso wenig wie mit meinen Select "Standard" Finnen Dank des Lessacher Hypes bin ich die Duo Weeds sehr gut los geworden.

                            Ansonsten ein paar Anmerkungen zu den Ausführungen von anvis:
                            Bei einer Wavesegelpalette z.B. von Pryde ist der Druckpunkt zwischen dem 5.7er und dem 4.7er an der gleichen Stelle, sodass weder die Tampenposition noch die Mastfußposition geändert werden müssen.

                            Auf meinen Boards fahre ich den Mastfuß meist an ein und derselben Stelle.
                            Zuletzt geändert von blinki-bill; 10.08.2011, 09:26.
                            check: www.surfshop-muenster.de

                            Kommentar


                              #29
                              Was in der Diskussion hier viel zu kurz kommt ist der Fahrstil (aufrecht <-> seitlich). Ich fahre unter meinem 100Ltr Freestyler eine auf ca. 20cm gestutzte und geschliffene Seegrasfinne (war mal 32cm) und habe keine ungewollten Spinouts. Das läßt sich allein durch Anpassung des Fahrstils erreichen (aufrecht fahren, Gewicht über dem Board, viel Luv-Kante im Wasser).
                              Was aber definitiv leidet unter einer kurzen Finne sind die Amwindeigenschaften. Auf dem Kurs sind die Lateralkräfte am größten, welcher aber von kleinen Finnen nicht so gut aufgenommen werden können. Daraus folgt ein schlechterer Winkel zum Wind (oder ein Spinout, wenn man das nicht wahrhaben möchte).
                              Ente fliegt, Fisch schwimmt, Mensch surft!

                              www.sus-stormarn.de (Surfclub mit Sitz auf Fehmarn)
                              ________________________________________________
                              Wie in Foren üblich ist dies nur meine persönliche Meinung

                              Kommentar


                                #30
                                Wenn ich eine 20er Finne reinschrauben würde, dann würde ich nur noch quer fahren ! Letzten Sonntag bin ich ein 4.7er Slalomsegel gefahren und habe bei der 31er Finne nur Spin Outs gehabt, denn ich gebe glaube ich sehr viel Druck auf die Finne. Bei der 34er habe ich das bislang noch nicht gehabt, die ich beim 5,5er Segel verwende. Vielleicht werde ich die 31er gar nicht mehr benutzen.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X