Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Freerace VS. Race Segel

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Freerace VS. Race Segel

    Ich frage mich schon eine Weile, ob es für Hobbysurfer mit schnellen Boards überhaupt Sinn macht, sich ein Segel mit 4 Cambern hinzulegen oder ob es ein Freeracesegel mit 2 oder 3 Cambern auch tut?

    Ich fahre seit Jahren nur 2-3 Camber in schnellen Freeracesegeln (Phantom, GTX Race, Vector) in verschiedenen Größen, die Vorteile liegen für mich auf der Hand: Eignung für 75% Masten, vermeintlich mehr Power im unteren Windbereich, vermeintlich besseres Handling, mehr Komfort, weniger Krafteinsatz. Aber stimmt das alles überhaupt noch im Vergleich zu modernen Racesegeln?

    Point 7 startet 2020 mit drei unterschiedlichen Segellinien für Slalom- und Freeraceboards, Duotone dagegen hatte jahrelang eigentlich kein richtiges Freeracesegel im Programm, da gibt es gleich das Warp. Die Brands sind sich also alles andere als einig...
    die coolen Jungs fahren Sinker

    #2
    Moin,
    bei Duotone gibts doch aktuell ein S-Pace, welches genau die Designmerkmale vom Point 7 aufweißt. Das S-Pace hat das S-Type SL abgelöst. Neilpryde hat kein LT1 oder Slalom mehr im Programm. Das Freerace Segel heißt V8. Neben der wesentlich schmaleren Masttasche kommen kleinere Camber (2 statt 4) und ein anderes Masttaschenmaterial zum Einsatz.

    Tatsächlich hab ich mir die Tage genau die gleiche Frage gestellt bzw. hab die für mich grad wieder aufs Neue beantwortet. Das Ganze kam etwas aus der Not raus, denn die EVO 12 waren nicht zu bekommen. Abgesehen davon hat Pryde die Größen geändert. Zeit also, mal über V8 statt EVO nachzudenken. Also flux ein 6.7er V8 geordert und mal sehen wie sich das neben dem 7.0er RS:R EVO 9 (sh. Avatar) so schlägt. Ich war sehr neugierig, weil ich bisher die klare Linie vertreten habe, dass entweder richtige Camber ins Segel gehören oder gar keine. Vor allem keine Minicams.

    Nach der 1. Probefahrt (90 km mit dem 61er Freerider) bin ich sehr begeistert vom V8. Das Segel erfüllt meine Ansprüche zur vollsten Zufriedenheit. Druckpunktstabil, gleitstark, einfach zu riggen. Ein Sahneteil. Nun hab ich leider keinen Klon mit exakt dem gleichen Board und meinem EVO am Start gehabt und muss mich daher auf mein Gefühl verlassen.Das EVO passte auch immer recht gut zum 61er, hatte Dampf ohne Ende und es gab quasi kein Limit nach oben raus. Ob ich damit einen km/h schneller gewesen wäre weiß ich nicht. Aber eines ist klar: So ein Racelappen, der zieht richtig. Die Latten rotieren mit einem Ruck und es geht vorwärts. Es zerrt dich über den See. Das kann sehr geil sein, aber es strengt auch sehr an. 90 km wär ich mit dem EVO sicher nicht gefahren. Das V8 läuft über den gesamten Bereich etwas weicher, ohne lahm zu wirken. M.E. ein super Freeracer. Mir langt das sehr gut.

    Wie sich das bei den größeren Segeln verhält vermag ich momentan noch nicht zu sagen. Die EVO 7.8 und 8.6 gehen frühestens nächste Saison in Rente ;-)
    Zuletzt geändert von blinki-bill; 29.04.2020, 18:18.
    check: www.surfshop-muenster.de

    Kommentar


      #3
      Moin,
      ein Thema, was jeder in unterschiedliche Richtungen für sich interpretieren kann.
      Deine genannten Vorteile:
      - 75%-Masten gehen bei einigen Herstellern auch im Racesegel, ohne allzugroße Leistungsunterschiede - viel wichtiger als das Update 75 -> 100% ist eine gute Carbongabel
      - Power im unteren Windbereich - ich sehe es wie es im Gun Chart abgebildet ist - ein GS-R ist in allen Windbereichen performanter als ein Vector; insbesondere direkt nach dem angleiten ist da einfach "mehr"
      - Handling - keine Frage - weniger Latten oder Camber, weniger Gewicht, schmalere Masttasche
      - Komfort: schwere Frage -> in böigen Windbereichen ist IMO der Komfort des Racesegels sogar besser; Aufbau geht gleich....schwierig

      Wenn ich es so am Beach sehe ist ein anderes das Hauptproblem: der Trimm!! Ein nicht optimaler Trimm wirkt sich beim Racesegel deutlich drastischer aus, als beim Freeracer. Dazu kommen die Boards und die Kurse die man fährt.

      Was auch gerne vergessen wird: Race erfordert IMO mehr Fitness! Ich merke hier gerade jetzt bei mir deutliche Defizite und die wirken sich aus.
      Gruß
      @ blinkie: bin gespannt, wie dein langfristiges Fazit aussieht

      Kommentar


        #4
        Moinsen.
        Das mit der Power im unteren Windbereich seh ich etwas differenzierter: Racelappen setzen neben der körperlichen Fitness auch ein entsprechendes Fahrkönnen voraus. Sprich: Untenrum will es angepumpt werden. Nur dann bringst du dein 8.6er auch "früh" zum Gleiten und ich persönlich würde z.b. ein einen halben m² kleineres Freeracesegel genauso früh ins Rutschen bringen. Einmal am fahren kehrt sich die Sache allerdings um. Der Racelappen schüttelt seine Trägheit ab und geht nach vorn. So sieht das M.E. aus. Ist ja auch nicht im Pflichtenheft der Segel, denn funktionieren sollen die ja gut angeföhnt im Race und nicht zum Spaß auf dem Tümpel.

        Ein nicht unerheblicher Vorteil der Freeracer ist der deutlich günstigere Preis. Ein V8 kostet ~2/3 des Kaufpreises eines EVO. Und das verramschen am Ende der Saison findet auch nicht statt. Es ist damit auch nicht so peinlich, wenn du mal am Freerider nicht vorbei kommst

        Ich hab noch keinen Plan was als nächstes ansteht. Den Freeracer hab ich in 6.7, der geht wirklich gut. Ob die Racetücher in 2021 ausgedient haben entscheide ich spontan im nächsten Jahr.
        Zuletzt geändert von blinki-bill; 30.04.2020, 08:13.
        check: www.surfshop-muenster.de

        Kommentar


          #5
          Vielen Dank für eure interessanten Einschätzungen!

          Zum Angleiten: Bei Leichtwind bin ich schon so manchem Racer beim Angleiten nach der Halse weggeglitten, teilweise auch ohne Pumpen.
          Sobald man im Gleiten ist habe ich oft das Gefühl, dass ich vor allem unterpowert nicht so richtig mithalten kann. Überpowert bin ich dann so manchem Racesegel davongezogen, ich hatte auch Beispiele wo das Racesegel aufgefiert wurde, ich mein Gaastra GTX Race aber noch dichthalten konnte.

          Würde ja alles irgendwie dafür sprechen, dass fitte Hobbysurfer mit dem Racesegel tatsächlich besser und schneller unterwegs sein können?

          Das mit den 75% Masten fand ich ja spannend: in welchen Racesegeln funktionieren denn auch 75% Masten?
          die coolen Jungs fahren Sinker

          Kommentar


            #6
            Zitat von jojoo Beitrag anzeigen
            Vielen Dank für eure interessanten Einschätzungen!

            Zum Angleiten: Bei Leichtwind bin ich schon so manchem Racer beim Angleiten nach der Halse weggeglitten, teilweise auch ohne Pumpen.
            Sobald man im Gleiten ist habe ich oft das Gefühl, dass ich vor allem unterpowert nicht so richtig mithalten kann. Überpowert bin ich dann so manchem Racesegel davongezogen, ich hatte auch Beispiele wo das Racesegel aufgefiert wurde, ich mein Gaastra GTX Race aber noch dichthalten konnte.

            Würde ja alles irgendwie dafür sprechen, dass fitte Hobbysurfer mit dem Racesegel tatsächlich besser und schneller unterwegs sein können?

            Das mit den 75% Masten fand ich ja spannend: in welchen Racesegeln funktionieren denn auch 75% Masten?
            der weg des engagierten hobbyheizers endet früher oder später beim racesegel. vor allem im oberen windbereich gibt's nichts besseres, wenn du dir das mal angewöhnt hast kommen dir nichtracesegel zu "weich" vor, so mindestens meine erfahrung. racesegel sind trimsensibel, du lernst bei jeder session was dazu, es kann sein dass dir ein racesegel anfangs sperrig oder unbequem vorkommt, mit der zeit passt es aber immer besser, bis du den dreh in sachen vorliek-/schothornspannung, gabelbaumhöhe, lattenspannung, trapeztampenposition, mastfussposition, schlaufenposition und finnengrösse raus hast :-)

            Kommentar


              #7
              Zitat von jojoo Beitrag anzeigen
              Das mit den 75% Masten fand ich ja spannend: in welchen Racesegeln funktionieren denn auch 75% Masten?
              Ich denke in allen.
              Der Carbonanteil scheint überbewertet zu sein. Wichtig sind Biegekurve und Härte.

              Schau mal hier:
              https://www.dailydose.de/private-kle...?siteid=333315
              https://www.dailydose.de/private-kle....php?id=613152

              Dieses Racesegel von Point7 schafft sogar mit einem Hobbysurfer, ca. 30 Jahre altem 30% Carbonmast (hier sieht man ehrlicherweise den geringen Carbonanteil. Heutzutage sind Masten mit gleichem Anteil oft schwarz eingefärbt) ca. 60 km/h.

              Kommentar

              Lädt...
              X