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Freeriden bei hohem Wellengang

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    Freeriden bei hohem Wellengang

    Hallo,
    ich fahre meistens in Flachwasser Revieren mit freeride/freerace equipment und habe da viel Spass am heizen.
    Diesen Sommer war ich aber ein paar mal am Meer in Jericoacoara/Brasilien und vergangene Woche auf Pilgerfahrt zu den heiligen Ursprüngen des Surfens in Maui/Hawaii am Ho'okipa und Kanaha Beach.

    Es war jeweils recht starker Wind, auf Hawai Grundwind von 30kn, Dünung war über 2m, recht unregelmässig und Wellen aus verschiedenen Richtungen, die sich dann mal überlagert haben, und dazwischen auch sehr choppy und viel Weisswasser. Wellen waren so im ca. 50-60° Winkel beim rausfahren, Wind war side-onshore.

    Ich war da unterwegs mit Leihmaterial, einem 103er Kode FSW im single fin setup und 4.2/4.7 Hot Sails Maui Firelight Segel (Crossover). Ich bin zwar mit Material und den Bedingungen für meine Verhältnisse gut zurecht gekommen. Freeriden ausserhalb der Brandungszone 500m vom Ufer war das Ziel, aber an gleiten mit mehr als gemessenen 30-35km/h war für mich bei den Bedingungen nicht zu denken. Danach wurden die Schläge auf das Board zu hart und bei jeder grösseren Welle habe ich dann eben auch mal ungewollt abgehoben.

    Da mir als Flachwasserheizer bei den Bedingungen so ein bisschen die Erfahrung fehlt nun die Frage: mal abgesehen dass das Board mit 103L für meine 80kg und die Bedingungen zu groß war, mit welcher Fahrtechnik kommt man bei solchen Bedingungen besser kontrollieren bzw. mehr auf Speed kommen, bzw. worauf ist zu achten? Oder ist hier einfach bei >2m Dünung und so viel Chop auch bei euch Profis nicht mehr an Speed und Kontrolle drin? Wie machen das Slalomfahrer bei solchen Bedingungen? Da schauts in Videos immer so ruhig aus und das Board fliegt stabil mit 60 km/h über den Chop - aber auch bei 2m Dünung...?

    Ich habe da auch leider meine GoPro versenkt, aber ein Video im Netz gefunden von 'nem anderen surfer am selben Spot mit optisch vergleichbaren Bedingungen und auch ähnlichem "Kampf" am Ende des Videos:
    https://youtu.be/LTh_cyR3jhI?t=35


    liebe Grüße
    mariachi76
    Zuletzt geändert von mariachi76; 09.10.2019, 14:52.
    Severne Fox 105L, JP Magic Ride Pro 130L, JP Super Lightwind Pro 165L
    Severne Gator 5.5, 6.5, 8.0, Overdrive 7.0, Turbo GT 9.2

    #2
    Hatte in Guincho (Portugal) ähnliche Probleme, allerdings mit 6,0qm und 125 Liter Brett weil der Wind nicht ganz so stark war.

    Den Swell konnte man ganz gut hoch und runter surfen, wenn man aber oben auf dem Swell noch eine Kabbelwelle erwischt hat ließ sich springen öfter mal nicht vermeiden.

    Ich bin bei der Session auf maximal 23 Knoten gekommen, habe mich nicht getraut

    Es ist wie immer mit der Geschwindigkeit, wenn es an die Kontrollgrenze geht entscheidet der Mut.

    https://www.youtube.com/watch?v=1lhPQbkK2bc

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      #3
      Hallo Rob,
      schön dass ich nicht alleine bin :-). Ich kenne das von dir verlinkte Video - habs zuvor auch gerade gesehen. Ist natürlich durch ein extremes zoom aufgenommen, das verstärkt noch den Eindruck der Wellen. Aber ich sag mal bei mir waren ähnliche Wellenbedingungen und v.a. beim rausfahren gegen die Wellen hatte ich auch diese stark defensive Haltung wie die Slalomfahrer (knie stark abgebeugt, breiter griff, gesäss tief. Beim fahren Richtung Strand und surfen mit den Wellen gings natürlich besser mit der Kontrolle und sportlicherer Haltung, da bin ich dann auch 35 km/h gefahren.

      Ja du hast recht, ist sicher eine Sache des Mutes und ich bin dann auch eher defensiv und tw. stark auf Höhe gefahren, um nicht zu schnell zu werden.
      Mir hat dann auch etwas die Kondition in den Beinen gefehlt, um dann bei höherer Geschwindigkeit dauerhaft härtere Schläge anzufangen. Oberkörper und Arme sind ja vom vielen Flachwassersurfen ganz gut trainiert, aber die Beine sind ja beim Flachwassersurfen kaum im Einsatz

      Mich würde aber interessieren was richtige PWA Slalom Profis bei solchen Bedingungen an speed schaffen - etwa wie bei dir im Video verlinkt. Ich schätze das mal auf 50-55 km/h.

      lg
      mariachi76
      Severne Fox 105L, JP Magic Ride Pro 130L, JP Super Lightwind Pro 165L
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        #4
        Wenn es richtig choppy ist, (Grundwind von 7 BFT) ist das Board wirklich schwer zu kontrollieren, da zu groß für dich. Welche Finnengröße hattest du drunter?

        Bei solchen Bedingungen ist eher weniger Geschwindigkeit der Schlüssel zur Kontrolle. Den Kode FW würde ich dann im Thruster Setup mit 22er CF und 12er SF fahren. Wiege aber auch ca. 20 Kilo mehr als du.
        Wahrscheinlich wärst du mit nem 85er Board besser dran gewesen.
        ~Surfshop Münster~

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          #5
          Der Werner hat recht. Ein Board in der Größe bietet für Dein Gewicht schon zu viel Angriffsfläche für den Wind und gerade mit Singlefin kann es dann auch schon mal unkontrolliert um die Längsachse "rollen" oder gar verkanten.

          Generell ist es beim Fahren gegen die Welle wichtig, vorausschauend zu fahren und mit einem aktiven "Fahrwerk" Swell und Windwellen auszugleichen. Wenn Du springst, sollte auch die Weite passen. Direkt im Gegenhang der nächsten Welle zu landen ist keine gute Idee, wie Du sicher schon gemerkt hast...
          Und am schnellsten bist Du wohl auf dem Wasser und nicht in der Luft.

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            #6
            Hallo Mariachi76,
            wie du schon richtig vermutest und hier mehrfach gepostet wurde, ist natürlich die Boardwahl in den betreffenden Bedingungen in Jericoacaora und auf Maui „etwas“ zu großvolumig ausgefallen. Aber dieser Hinweis hilft mit Blick auf dein im Profil angegebenes Material, das du besitzt und deine – damit zusammenhängend zu vermutenden Fahrerfahrungen – nur begrenzt. Die Lösung kann für dich ja schlecht darin liegen, in fremden Revieren einfach mal eben ein deutlich kleinvolumigeres Board – mit z.B. 85 Litern - zu mieten, obwohl du sowas zu Hause in dir bekannten Revieren nie fährst. Das würde nach meiner Einschätzung in den von dir beschriebenen Bedingungen mindestens so schief gehen wie deine geschilderten Versuche mit Brettern größeren Volumens, nur auf eben dann andere Weise!

            Eine wesentliche Ursache – die ich nicht zum ersten Mal beobachte – ist deine Fokussierung auf hohe Fahrgeschwindigkeiten. Wenn du dich dazu in die Lage bringen möchtest, kleinere Boards in den von dir beschriebenen Bedingungen zu fahren, und darum sollte es mit Blick auf deine Urlaubsziele gehen, sollte es aber erstmal nicht darum gehen, irgendeine Geschwindigkeit zu fahren, ob nun möglichst schnell oder irgendwie langsamer, wie es in einer der Antworten anklang. Es sollte erstmal um Kontrolle (!!) beim Fahren gehen, um entspanntes Windsurfen. Und das hat bei dir mit Blick auf dein Profilbild weniger etwas mit dem Boardvolumen als vielmehr mit der Koordination der Riggbewegungen beim Fahren zu tun.
            Du solltest dich, um es kurz zu fassen, mit deiner Riggfigur und nicht mit dem Speed befassen. Wenn sich diese verbessert, kannst du entspannter und übrigens auch mit geringerem Kraftaufwand windsurfen und du wirst dann auch ohne Krampf kleinere Boards fahren können – natürlich nur, sofern der Wind das erlaubt. Man kann übrigens – eine entsprechende Fahrtechnik und passendes Material vorausgesetzt – entspannt und ohne irgendwelche Ängste überwinden zu müssen bei 45 Knoten Wind und 3 Meter Dünung windsurfen (Angst ist übrigens meist auch ein Schutz!). Dass man dann ziemlich schnell unterwegs ist, ist übrigens ein in der Regel unwesentliches Nebenprodukt. Zumindest mich beschäftigt das in der Regel nicht wirklich… 😉 … Die Riggfigur kann man übrigens auch mit schönen Trainingseinheiten auf dem Longboard bei 2-3 Beaufort verbessern, mit beeindruckend nachhaltigen Wirkungen auf das Fahren mit dem Shortboard! - (weitergehende Infos zum Thema „Riggfigur“ findest du hier ).
            Viele Grüße
            Claudio
            Zuletzt geändert von Claudio Sch.; 29.01.2020, 17:43.
            Einige der Fachbegriffe zum Thema "Fahrtechnik", die ich hier verwende, lesen sich zumindest für die meisten als "ungewohnt
            neu". Für Interessierte: auf untenstehender Homepage werden diese Fachbegriffe und die -immer dazu gehörenden- Inhalte in einer Ausführlichkeit erklärt, die hier den Rahmen sprengen würde:

            www.windsurflehrer.de

            Voll umfängliche Erläuterungen zu diesen Fachbegriffen - und weit darüber hinaus - im "Lehrbuch zur Bewegungslehre des Windsurfens" , ebenso auf jener Webside

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