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mariachi76 19.05.2019 11:49

Zwischenlagerung Rigg
 
Hallo,
Ich habe mein Surfmaterial über die Saison bei meinem Surfclub eingelagert.
1-2 Riggs lasse ich dabei aufgeregt (Cam und No-Cam). Vorliek lasse ich da 20 cm los, achterliek ebenfalls ebenfalls 5-10 cm und hänge das Rigg so auf. So lagert es dann auch mal 2-4 Wochen bis zum nächsten Einsatz.
Material ist neu und hochwertig. Passt das so oder würdet ihr komplett abriggen? Gefahr dass sich die Masten (90 bzw 100%) verbiegen?
Lagerung ist trocken/sonnengeschützt aber warm.

Lg mariachi76

trebor 20.05.2019 10:34

Hallo mariachi

ich würde dir davon abraten, deine Segel über einen so langen Zeitraum aufgeriggt zu lassen. Es hat immer eine Spannung auf dem Mast und das entspannte Segel bildet Falten.
Diese Thematik wurde bereits des öftern in den verschiedenen Foren diskutiert, google mal.
Segelhersteller empfehlen sogar, bei einer Pause von einer Stunde, abzuriggen (dies aber wohl vor allem wegen der UV-Strahlung).

Gruss Robert

dominik49 20.05.2019 12:46

also ich hab auf Teneriffa bei sehr guter Forecast für die nächsten Tage eine verwendete Segelgröße, die ziemlich sicher am nächsten Tag wieder drankommt in der Garage mit fast vollem Downhaul gelassen (Gabel musste aus Platzgründen meist eh weg).

Soweit aber absehbar war, dass etwa das kleinste (4.0) oder größte (5.2) Segel am nächsten Tag sicher nicht drankommen wird, hab ich es (und teils auch Nachbargrößen) nach dem Duschen gleich komplett abgebaut.

Die mittlere Größen wurden zwischendurch auch immer wieder entlastet = abgegeriggt, da die Masten teils für andere Segel gebraucht wurden.

Surfivorin 20.05.2019 21:06

Moin, also ich rigge immer am Ende eines Surftages ab und nehme mein Zeug wieder mit nach Hause. Hab im Urlaub mal das Segel zwei Nächte in einer Station eingelagert und konnte nicht schlafen, weil ich mir Sorgen drum gemacht habe :D okay, vielleicht schon ein bisschen freaky :D War da eigentlich in guten Händen.

Außerdem übt das Auf- und Abriggen! Man lernt, auf Feinheiten zu achten und Dinge immer wieder neu einzustellen (z.B. je nach Wind auch mal die Mastverlängerung länger oder kürzer einzustellen). Auch wenn man mal falsch aufgeriggt hat und das erst auf dem Wasser merkt, ist das eine gute Erfahrung und beim nächsten Mal riggt man umso besser.

Am Anfang dachte ich auch immer, das Riggen ist "nerviges Vorgeplänkel", aber inzwischen gehört das einfach zum Surfen dazu und ist für mich beim Feierabendsurf sogar der erste Schritt zum "runterkommen".

mariachi76 22.05.2019 00:54

Alles klar,
vielen Dank. Dann werde ich wohl auch immer abriggen, zumindest wenn klar ist dass ich nicht am naechsten Tag wieder aufs Wasser gehe.
Prinzipiell ist das Auf/abrriggen kein technisches Problem und ich tu es auch gerne - so wie Surfivorin schreibt.
Ich habe mehr einfach irrsinnig wenig Zeit (muss mich für meine Surftage immer entweder von der Firma oder der Familie losreissen). Und da verkürzt das Auf- und Abriggen den Surfspaß mal um eine gute Stunde.
Zudem ist das Abriggen dann mit müden Händen/Armen dann doch etwas mühsam

Aber da ich echt gutes und komplett neues Material habe (4 Segel aus 2018/19) werde ich wohl euren Rat befolgen und das beste für mein Material machen: abriggen :-).

lg
mariachi76

Spacecowboy 22.05.2019 12:05

Also wenn ich meine Riggs vor Sonneneinstrahlung geschützt (UV und Hitze) lagern kann, lasse ich sie ohne Sorgen während der Surfferien aufgeriggt. Würde sich ein Carbon-Mast über Nacht (oder während ein paar Tagen) permanent verbiegen, hätte er das während der Surftage schon 1000 mal gemacht. Finde, je nach Untergrund und Wind leidet das Segel eher durchs Auf- und Abriggen selbst.
Habe schon mal einen Mast bei einem Segel, das an der prallen Sonne am Strand lag, brechen gehört, aber das war dann eben akute Überhitzung und kein Langzeitschaden. Und natürlich lässt UV-Strahlung das Material altern und brüchig werden, darum Lagerung nur unter einem Dach.

Nur meine Meinung :)
Phil

dominik49 22.05.2019 16:35

Das Rigg ist ein dynamisches Werkel, wobei das eingefahrene, neuwertige Segel selbst eine Dynamik und auch Rückstellkraft beisteuert. Der Hauptteil kommt jedoch über die Vorbiegung des Mastes per Downhaul.

Auch beim Mast ist nicht nur die Rückstellkraft entscheidend. Es geht auch nicht nur ums permanent verbiegen - was sich oft wieder gibt, sondern ums vorübergehende Verbiegen, statt bloßem Vorbiegen für die Zeit des Gebrauches.

Natürlich wäre es bei so manch sorglosem auf- und abriggen besser, es gleich aufgeriggt zu lassen - aber in diesem Thread geht es ja gerade nicht um Sorglosigkeit, so dass man auch das Handling optimieren kann.


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