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  #1  
Alt 28.07.2019, 16:19
slaYer977 slaYer977 ist offline
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Standard Gleiten aufm Binnensee deutlich schwerer als Ostsee?

Moin,

Ich (ca. 81KG) mit meinem 149l Lorch Bird und 8.2er Hornet Segel komme auf Fehmarn bei etwas über 4bft ohne jeglichen Aufwand ins Gleiten. Einfach aufs Brett stellen, Trapez einhängen und dann gibt´s nen stufenlosen Übergang ins Gleiten. Der Wind ist natürlich schön konstant.

Zurück daheim aufm sehr böigen Binnensee (Oortkatensee) und selbes Equipment ist es ein Krampf. Und mir ist nicht ganz klar warum.

Es ist sehr böig, daher meist nicht mit dem Trapez eingehängt. Und mit dem 8.2er Segel dümpel ich meist herum auf der Suche nach der nächsten Böe (ca. 4bft). Wenn dann mal eine ordentliche Böe reinkommt, komme ich nur sehr sehr schwer ins Gleiten. Dabei habe ich in den Armen ordentlich Zug und stemme mich mit ganzer Kraft mit dem vorderen Fuß gegen den Maßtfuß.

Aber oft überwinde ich die Gleitschwelle nicht. Es kostet nur ungemein viel Kraft. Und es fühlt sich an, als wenn ich einen Anker am Heck hätte. Angezogene Handbremse ... Kein Lift, was ist nur los ??? Auf Fehrmarn habe ich das Gefühlt, dass ich bei deutliche weniger Druck im Segel automatsich ins Gleiten komme.

Trapez:
Mir ist schon klar, dass ich dadurch, dass ich aufm Binnensee nicht im Trapez hänge an Kraftübertragung verliere. Aber trotzdem müsste ich doch die Gleitschwelle überwinden.

Fußschlaufen:
Wenn dann schaffe ich es nur in die hintere Fußschlaufe. In die Vordere geht aktuell gar nicht, da ich einfach nicht im Gleiten bin, und nicht das Gefühl habe, dass die Körperposition richtig wäre ... Dafür fehlt mir der Speed und somit die Stabilität vom ganzen Board + Rigs + Finne ...

Meine Fragen:

- Habt Ihr Tips, Ideen, Anregungen, Erfahrungen in solch böigen Bedingungen?

- Was könnte ich anders/besser machen?

- Gibt es bestimmte Segeltypen (Wave, Freeride, ...), die sich besonders für böige Bedingungen eignen?
(Ich liebe mein 8.2er Hornet) Dieses 2CAM Segel ist perfekt für Leichtwind auf Fehmarn.
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  #2  
Alt 28.07.2019, 17:04
silversurfer22002 silversurfer22002 ist offline
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dadurch, das du HINTEN in der Schlaufe stehst, drückst du das Brett dort herunter und unterbindest das angleiten sehr wirkungsvoll

Du könntest versuchen, wenn du eine Winböe siehst, etwas abzufallen (Raumschotkurs) und 1-2 x am Gabelbaum ziehen / pumpen, den vorderen Fuß auch nicht direkt am Mastfuß hinstellen, sondern etwas weiter hinten (nicht zu breitbeinig) ... dann gleitest du gut an

Dein Segel ist eigentlich passend für deinen Einsatzbereich, nicht zu extrem, aber auch nicht zu gemäßigt.

wie gut / passend du es für den jeweiligen Wind getrimmt hast, kann man ohne Foto nicht beurteilen ... dabei sind 1-2 cm am Vorliek oder Achterliek mehr oder weniger, schon ein SEHR großer Unterschied und bedeutet herumstehen oder richtig an & durchgleiten (nein, die aufgedruckten Maße auf den Segeln müssen nicht immer korrekt sein ! (korrekter Mast?) da hilft dann Erfahrung & Tipps einholen)

Einen kleinen Unterschied macht auch Süß / Salzwasser (mehr Auftrieb !) aus, ist dabei aber nicht entscheidend

Ich will hoffen, das du zumindest am Binnensee KEINE Seegrasfinne fährst, wie es auf Fehmarn leider, wegen der zu geringen Wassertiefe, oft nötig ist.

Das der Wind, wenn er lang über das Wasser (Fehmarn) kommt, sich besser aufbauen kann ist bestimmt nachvollziehbar
Auf Binnenseen hast du oft Verwirbelungen oder sogar Wind von "oben" (Wald drum herum), bzw sieht es nach gutem Druck aus, es kommt aber nicht genügend an (Windmesser nehmen und schauen, ob wirklich so viel Wind ist, wie du denkst, täuscht am See auch schnell)
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  #3  
Alt 28.07.2019, 19:48
slaYer977 slaYer977 ist offline
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Hi,

danke für die Tips. Ich werde bei nächster Gelegenheit daran denken.
- Mastfuß nicht so weit nach vorn
- hinteren Fuß nicht in die Schlaufe, (evtl. doch den vorderen Fuß in die Schlauf packen)
- Abfallen um Gleitschwelle zu überwinden

In der Tat hatte ich bei der letzten Session die Standard-Finne für das Board. Ist glaub ich 46cm lang. Jedoch hab ich da nach kürzester Zeit auch aufm Binnensee Seegrass mitgezogen. Also werde ich beim nächsten mal wieder zurück zur Lessacher Chamäleon wechseln.

Gruß
-slaYer977-
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  #4  
Alt 28.07.2019, 19:57
Benutzerbild von Rosas-Fahrer
Rosas-Fahrer Rosas-Fahrer ist offline
Möven - Jäger
 
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Moin,
zunächst: am Material liegt es nicht - weder am Segel noch am Board.
mögliche Fehlerursachen:
- schlechter Trimm, der sich in Idealbedingungen nicht so bemerkbar macht
- wenn du hinten in die Schlaufe schlüpfst, belastet du vermutlich den Mastfuss gar nicht -> Folge: hinten in die Bremse und gleichzeitiges anluven
- wer schreibt, dass der Mastfuss zurück muss? -> in der Mitte der SChiene ist oft die beste Wahl
- um die richtige Technik zu lernen / verbessern: vergiss die Seegrasfinne

Hast du mal ein Foto??
Gruß
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  #5  
Alt 28.07.2019, 21:15
Spreetech Spreetech ist offline
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Hallo slaYer977

ich fahre auch den Bird mit 164l, an Board und Segel liegt es bestimmt nicht!

Das mit dem Mastfuß hast du wohl falsch verstanden. Der wird bei Leichtwind eher weiter nach vorn geschoben. Dadurch wird bei Druck auf den Mastfuß der Bug mehr belastet und das Heck kommt leichter aus dem Wasser.

Definitiv solltest du beim Angleiten im Trapez hängen. Nur so kannst du effektiv den Mastfuß belasten. Sobald du die Gleitschwelle überwunden hast, muss der vordere Fuß in die Schlaufe.
Den hinteren Fuß stellt man bei grenzwertigen Bedingungen vor die hintere Schlaufe, um das Heck nicht zu sehr zu belasten. Erst bei ausreichender Geschwindigkeit gehe ich mit dem hinteren Fuß in die Schlaufe.

Versuche mal beim Angleiten zusätzlich noch mit der Hinterhand zu „wedeln“. Das kann der entscheidende Impuls sein, um in´s Gleiten zu kommen. Danach wedele ich noch 2-3x, um Speed aufzubauen.

Ich hatte eher Probleme bei kräftigen Böen. Da darf man beim Angleiten nicht anlufen und gegenhalten, sondern muss etwas abfallen und zulassen, dass die Post abgeht. Dann nimmt der Druck im Segel schnell ab und man gewinnt wieder die Kontrolle.
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  #6  
Alt 28.07.2019, 21:48
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aurum aurum ist offline
linksrumduckjiber
 
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kann es sein, daß das revier einfach nichts taugt und böige 4B dort einfach nicht mit den 4b an der Küste zu vergleichen sind?
ich hatte grad heute eine Nachricht von einem Hamburger Bekannten im Rentenalter, der gestern statt sich am Ferienwochenende mit hunderten anderen Surfern eine Hitze-Parkschlacht in Pelzerhaken zu liefern, lieber mitm ISUP um den ja eher kleinen Ortkatensee gepaddelt ist, zu dem er nicht mehr windsurfen fährt, weil die Bäume ringsrum zu hoch sind
__________________
Gruß , Tilo
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  #7  
Alt 29.07.2019, 08:29
slaYer977 slaYer977 ist offline
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Hallo,

ich möchte Euch allen für den Input recht herzlich danken.

Alles gute Tips, die ich bei meiner nächsten Session versuchen werde zu beachten und umzusetzen.

Sorry bzgl. der Verwirrung mit dem Maßtfuß. Ich wollte schreiben, den vorderen Fuß etwas weiter zurück weg vom Maßtfuß. Der Maßtfuß bleibt wo er ist. In der Mitte.

- Oortkaten = Das Revier ist schlecht. Gar keine Frage. Aber ich brauche nur 30min dort hin. Somit die einzige Option um mal eben unter der Woche nach der Arbeit bei etwas Wind aufs Wasser zu kommen.
- Fehmarn = super Stehrevier, aber 1,5Std Fahrt... mit Familie schwierig...
- Pelzerhaken = offenes Meer ... bei Westwind (fast) ablandiger Wind, oder? ...traue ich mich nicht

Also nochmals vielen Dank !!!

Für die nächsten Tage sehe ich hier erst mal keine 4bft in der Vorhersage... :-(

Fotos vom Segel mache ich ggf. noch. Mal schauen...

--
Gruß
-slaYer977-
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  #8  
Alt 29.07.2019, 10:06
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aurum aurum ist offline
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es war ja Ostwind am Samstag
und deshalb Massenansturm in Pelzerhaken
war ja nur erwähnt, weil er lieber aufs surfen verzichtet als den Oortkatener als schnell erreichbare und nicht so überfüllte Notlösung zu akzeptieren
__________________
Gruß , Tilo
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  #9  
Alt 30.07.2019, 10:02
Sandwurm Sandwurm ist offline
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Hi,

ich bin auch Binnengewässer-Surfer. Das Meer ist zu weit von mir entfernt.

Bei mir im Harz / Talsperren hast Du zwei Effekte.

Nr.1 Die Böen laufen durch die Fallwinde nicht im selben Winkel. Man muss also nachkorrigieren. Und die sind häufig nicht sehr lang. Wenn der Wind mit 3-4 Bft gerade an der Gleitschwelle ist, habe ich häufig nur 5-10 Sekunden zum Angleiten.

Nr.2 Fehlende Wellen. So sehr Wellen auch ärgern können, sie bewirken, dass das Board leichter die Gleitschwelle überschreitet. Die Adhäsion wird gebrochen (deshalb "kleben" wir so auf unseren Teichen). Manchmal reicht schon ein Tritt auf die Finne.

Mit meinen 100kg gehöre ich zu den schwereren Surfern und muss bei 3,5 bft schon tricksen.
Ich bin im Trapez auf einem Amwind- oder Halbwindkurs. Ich bin nicht in den Schlaufen und habe die Füße relativ eng zusammen, wenn der Wind nicht für gestreckte vordere Bein reicht. Fahrt aufnehmen, Segel leicht nach Luv überziehen, mit Knieschub leicht abfallen, Mast- und Segelhand drücken den Gabelbaum nach unten, Auftrieb mit dem Segel erzeugen (Mastfuß orientiertes Surfen ist das Lieblingsthema unseres Sportwartes ), Segelhand dicht holen, angleiten, Gap schließen. Häufig gehe ich noch etwas in die Knie, um über das Trapez mehr Gewicht in den Mastfuß zu übertragen, das Segel anzuziehen und mein Heck zu entlasten. Reicht der Wind, gleite ich geschmeidig an, reicht er nicht, schießt Du wieder nach Luv .
Erst beim Angleiten / Gleiten gehe ich in die klassische Fußposition bzw. Schlaufen, wenn Wind und Tempo bei meinem Gewicht dafür ausreichen sind und beginne Höhe zu gleiten.

Grüße von den Harzer Binnengewässern

Dirk
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  #10  
Alt 31.07.2019, 08:00
dominik49 dominik49 ist offline
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Probier mal beim Angleiten in kleinen Schritten nach hinten und außen zu gehen - immer gerade soviel wie es die zunehmende Geschwindigkeit zulässt.

Dabei und auch beim - zuerst - in die vordere Fußschlaufe steigen gleichzeitig mit der Masthand über den Gabelbaum den Mast voll ins Board reindrücken. Damit "merkt" das Board Deine Gewichtsverlagerung nicht.

Wenn Du das nicht machst und den vorderen Fuß anhebst (um ihn zu versetzen) belastet Du ansonsten automatisch den hinteren Fuß mehr und das bremst (oft zuviel).
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  #11  
Alt 09.08.2019, 18:07
Roland Roland ist offline
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Wenn du nicht gerade anpumst, solltest du immer möglichst imTrapez hängen. Dadurch wird das angleiten deutlich leichter da du besser den Gewicht auf den Mastfuß bringen kannst. Den Hintern fuß wie schon gesagt erstmal vor der hintern Schlaufe sonst hängst du zu tief im Wasser mit dem Heck und abfallen nicht vergessen. Ich vermute aber es wird hauptsächlich daran liegen das du nicht im Trapez bist, weil das ist anscheinden zunächstmal der einzige unterschied zur Ostsee. Salzgehalt der Ostsee ist vernachlässigbar und Wellenschub kann ich mir nicht vorstellen, das du den zufällig nutzt. Das macht man dann bewust. Hängt auch davon ab wo du an Fehmarnsküste unterwegs bist. Böig ist kein Grund nicht im Trapez zu hängen, ist ein bischen Gefühlssache, aber das Segel aufmachen lässt sich auch eingehängt im Trapez.
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  #12  
Alt 09.08.2019, 22:18
Benutzerbild von Spacecowboy
Spacecowboy Spacecowboy ist offline
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Böig ist kein Grund nicht im Trapez zu hängen, ist ein bischen Gefühlssache, aber das Segel aufmachen lässt sich auch eingehängt im Trapez.
Genügend Loose Leech auch nicht vergessen!
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